Die große
Heilpflanzen Liste

Heilpflanzen Liste von Supernahrung.com

Von A wie Ackerlauch bis Z wie Zimbelkraut

Als Heilpflanzen und Heilkräuter werden Nutzpflanzen bezeichnet, mit deren Hilfe man verschiedene Krankheiten oder Krankheitssymptome lindern bzw. in manchen Fällen sogar ganz beheben kann. Aus ihnen werden unter anderem Rohstoffe für Medikamente auf Naturbasis, sogenannte Phytopharmaka, gewonnen. Zudem kann man sie für die eigene Herstellung von Tees, Salben und Tinkturen nutzen, zur regulären Nahrung hinzufügen oder sie als Badezusatz verwenden.
Heilpflanzen werden seit Jahrtausenden erfolgreich eingesetzt und erfreuen sich in der heutigen Zeit wieder zunehmender Beliebtheit. Auch viele Küchenkräuter lassen sich hervorragend zu therapeutischen Zwecken nutzen.

Nicht wenige Medikamente in der konventionellen Medizin werden auf pflanzlicher Basis hergestellt oder aus Rohstoffen weiterentwickelt, die ursprünglich aus Heilpflanzen gewonnen und chemisch veredelt wurden

Anti Aging

Detox

Immunsystem

Stoffwechsel

Stress

Konzentration

Immunsystem

Stoffwechsel

Stress

Konzentration

Gegen fast alles ist ein "Heilkraut" gewachsen

Der Schweizer Pfarrer und Publizist Johann Künzle – neben Sebastian Kneipp der wohl bekannteste Förderer der Alternativmedizin – hat einmal gesagt:

„Wenn die Menschen das Unkraut nicht nur ausreißen, sondern einfach aufessen würden, wären sie es nicht nur los, sondern würden auch noch gesund.“

Dieses Zitat verdeutlicht auf anschauliche Weise, welche immense Bedeutung Heilpflanzen für die Prophylaxe und Behandlung von Krankheiten haben können. Seit Jahrhunderten und länger weisen Phytologen (umgangssprachlich Pflanzenkundler) auf die vielfältigen positiven Wirkungen verschiedener Heilpflanzen und -kräuter hin. Glücklicherweise finden ihre Erkenntnisse nach und nach immer mehr ihren Weg in die Schulmedizin. So gibt es zum Beispiel mittlerweile immer mehr Ärzte, die neben ihrem Beruf eine Ausbildung in Naturheilkunde absolvieren und auf diese Weise versuchen, die konventionelle Medizin und die mannigfaltigen Vorteile von Heilpflanzen und Heilkräutern miteinander zu kombinieren. Dieser ganzheitliche Ansatz hat sich als äußerst vielversprechend erwiesen, da immer weniger Menschen bereit sind, bei jeder kleinen Unpässlichkeit ohne Fragen zu stellen Chemie zu schlucken, wenn doch gegen ihr Leiden im wahrsten Sinne des Wortes „ein Kraut gewachsen ist.“

Das Informationszeitalter trägt sein übriges dazu bei, dass immer mehr Menschen sich nicht mehr einfach starke Medikamente verschreiben lassen wollen, ohne sich vorher über schonendere Alternativen informiert zu haben. Nicht selten finden sie eine solche Alternative in der vielfältigen Welt der Heilpflanzen. Dieser Wandel im Bewusstsein schlägt sich auch immer mehr auf die Herstellung von Medikamenten nieder. So enthalten zum Beispiel viele Tabletten gegen Reiseübelkeit Ingwer oder werden sogar auf dessen Basis hergestellt. Der Aspekt der Ganzheitlichkeit ist auch der Grund, weshalb bei einer Anwendung von Heilpflanzen zur Unterstützung einer herkömmlichen Therapie eine Rücksprache am besten mit einem Arzt, mindestens jedoch mit einem Phytologen, unabdingbar ist. Die Wirkstoffe mancher Arzneipflanzen und Heilkräuter können in hoher Dosis giftig sein oder unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Zudem sind eventuelle Wechselwirkungen bei einer gleichzeitig stattfindenden schulmedizinischen Therapie niemals ganz auszuschließen. Besonders bei schweren bis lebensbedrohlichen Erkrankungen sollte deshalb ein begleitendes Naturheilverfahren dem behandelnden Arzt niemals verschwiegen werden.

Naturheilkunde hat eine lange Tradition

Heilpflanzen als Tinktur

Heilpflanzen werden seit Menschengedenken für medizinische Zwecke verwendet. Sowohl die Nutzung als auch der Anbau von Kräutern zu medizinischen Zwecken lässt sich durch schriftliche Dokumente bis ins Altertum zurückverfolgen. So beschrieb zum Beispiel Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) bereits therapeutische Eigenschaften bestimmter Pflanzen im Rahmen seiner naturphilosophischen Betrachtungen.

Aber auch von den Babyloniern, den Alten Ägyptern, Indern und Chinesen gibt es entsprechende Überlieferungen. Während des Mittelalters wurden Heilkräuter vor allem von Mönchen in Klöstern angebaut und gepflegt.

Hildegard von Bingen (1098 – 1179) ist eine prominente weibliche Ausnahme. Die Äbtissin, Autorin und Beraterin vieler bekannter Persönlichkeiten ihrer Zeit stellte aus etlichen verschiedenen Quellen die damals bekannten Methoden zur Bekämpfung von Krankheiten zusammen und entwickelte eine umfassende Wissenssammlung, was das Thema Heilkräuter angeht. Auf diese Weise kombinierte sie die traditionellen medizinischen Methoden ihrer Zeit mit dem überlieferten Wissen über Heilkräuter und schuf eine neue Art der Volksmedizin, die großen Anklang fand. Bekannte Beispiele der Neuzeit sind Johann Künzle, Rudolf Fritz Weiss und Sebastian Kneipp, der Erfinder der bis heute angewandten „Kneipp-Therapie.“

Anwendungsgebiete von Heilpflanzen

Heilpflanzen und Heilkräuter werden heute für viele unterschiedliche Beschwerden, aber auch zur Vorbeugung bestimmter Erkrankungen verwendet. Zu den bekanntesten von ihnen gehören unter anderem Salbei, das wegen seiner schleimlösenden und antibakteriellen Wirkung gern bei Erkältungskrankheiten eingesetzt wird; Pfefferminze in Form von Tee zur Beruhigung des Magens sowie Ingwer gegen Übelkeit. Es gibt jedoch noch viele weitere, oft weniger bekannte Gewächse, deren Wirkungen sogar in klinischen Studien überzeugen konnte.

Hier sei beispielsweise die Zistrose genannt, die nicht nur antibakteriell wirkt, sondern antiviral, d. h. sie fungiert als eine Art Hemmer gegen das Andocken des Virus an die Wirtszelle. Neben der Funktion als Arzneimittel zur Linderung bestehender Symptome eignet sich eine Vielzahl von Heilpflanzen außerdem hervorragend zur Vorbeugung etlicher Erkrankungen.

Viele Heilpflanzen und Heilkräuter enthalten sekundäre Pflanzenstoffe in hoher Konzentration. Diese unterscheiden sich von den primären Pflanzenstoffen dadurch, dass sie nicht lebensnotwendig für die Pflanze sind. Zu den bekanntesten sekundären Pflanzenstoffe gehören Phenole und Polyphenole, Alkaloide wie zum Beispiel Koffein sowie Aminosäuren wie Alliin oder Canavanin. 

Gerade Polyphenole sind oft extrem gesundheitsfördernd. Einige haben eine antioxidative Wirkung, andere wiederum sind entzündungshemmend. Manche Heilpflanzen wie Grüner Tee enthalten bestimmte Polyphenole, die in der Lage sind, das Wachstum von Krebszellen zu hemmen.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Heilpflanzen & Heilkräuter

Küchenkräuter = Heilkräuter?

Tatsächlich haben die meisten Kräuter, die zum Würzen von Speisen verwendet werden, äußerst positive Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit. Küchenkräuter haben den Vorteil, dass man sie in aller Regel in größeren Mengen verwenden kann, ohne Schaden davon zu nehmen. Eine Überdosierung ist bei den meisten Kräutern ohnehin schwer vorstellbar, da ein Überwürzen die Mahlzeit geschmacklich verderben würde.

Verwendet werden gewöhnlich die Blätter, Blüten und Stängel der jeweiligen Pflanze, welche man frisch oder getrocknet verwenden kann. Während Zimt unter anderem den Cholesterinspiegel senken kann, unterstützt Kreuzkümmel die Gewichtsabnahme während einer Diät. Es ist jedoch nicht zu verwechseln mit dem herkömmlichen Kümmel, dessen positive Wirkung auf das Verdauungssystem zu seinen bekanntesten Eigenschaften zählt.

Seelisches Wohlbefinden und Ausgeglichenheit durch Heilpflanzen

Aber nicht nur in körperlicher Hinsicht können manche Heilpflanzen wahre Wunder wirken, sondern auch auf psychischer Ebene. Viele Ärzte versuchen es bei leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen erst einmal mit Johanneskraut, bevor sie zur Chemiekeule greifen. Besonders bei der durch einen Mangel an Sonnenlicht verursachten sogenannten „Winterdepression“ hat sich diese Vorgehensweise bewährt. Zur Beruhigung der Nerven wird traditionell Baldrian angewandt. Es kann auch bei Prüfungsangst und Schlafstörungen helfen.

Studien haben außerdem gezeigt, dass die in Hopfen enthaltenen Bitterstoffe Humulon und Lupulonn das seelische Wohlbefinden steigern können, denn sie aktivieren Nervenrezeptoren im Gehirn, die sich beruhigend auf den Organismus auswirken.

Ein kleiner Ausflug in die Teeheilkunde

Viele Kulturen wenden seit vielen Generationen Tee, der aus Heilpflanzen hergestellt wird, zu Therapiezwecken an.
In der Gegenwart sind die verschiedensten Teesorten Gegenstand etlicher Studien und Forschungsarbeiten. Dank moderner Technik und immer ausgeklügelteren Verfahren diesbezüglich werden zur Zeit so viele Erkenntnisse zu diesem Thema gewonnen wie nie zuvor.

So konnte man zum Beispiel in Studien herausfinden, dass Catechine – das sind unter anderem in Grünem Tee enthaltene Polyphenole – sowohl vor Krebs schützen als auch unterstützend bei einer schulmedizinischen Krebstherapie wirken können. Bei derart schweren Erkrankungen sollte jedoch immer der behandelnde Arzt über den Konsum unterstützender Naturheilverfahren informiert und mit eingebunden werden.

Heilpflanzen selbst sammeln, anbauen oder kaufen?

Wenn es um Kräuter und Gewürze geht, bietet sich sowohl der Kauf im Supermarkt, bei einem Online-Händler, in der Apotheke oder das Selbst-Ziehen und Pflegen in Töpfen an. Man muss nur auf die jeweiligen Ansprüche und Bedürfnisse der Pflanzen achten, die doch recht unterschiedlich sein können.

Hat man einen eigenen Garten, ist es oft nicht nötig, Heilpflanzen gezielt anzubauen, wenn man nicht gerade unbedingt eine bestimmte von ihnen pflegen möchte. Tatsächlich wachsen viele Pflanzen mit therapeutischer Wirkung als sogenanntes Unkraut, dem leider von den meisten Leuten viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. So kann man aus jungen Brennnesseln und Löwenzahn einen hervorragenden Salat machen. Ersteres wirkt leicht harntreibend, letzteres entgiftend.

Der von Gartenliebhabern besonders gefürchtete Giersch kann gut als Ersatz für Spinat verwendet werden. Auch Breit- und Spitzwegerich wachsen fast überall und stellen mit ihrer antibakteriellen Wirkung hervorragende Arzneipflanzen für Bronchialinfekte dar. Wenn man nicht über einen eigenen Garten verfügt, gibt es noch die Möglichkeit, Kräuter und Co. selbst sammeln zu gehen. Heilpflanzen findet man in Wäldern oder Wiesen, an Bach- und Flussläufen, in öffentlichen Parks oder auf Feldern. Ein paar Dinge sollte man jedoch beachten, wenn man selbst pflücken gehen möchte: In Naturschutzgebieten ist das Sammeln von Wildpflanzen in der Regel nicht erlaubt. Außerdem sollte man landwirtschaftlich genutzte Anbauflächen besser meiden, da man keinerlei Informationen über Einsatz und Menge von Pestiziden hat.
Dass man die Randbereiche stark befahrener Straßen wegen der Abgasbelastung ebenfalls meidet, versteht sich von selbst. 

Auch Wanderwege, auf denen viele Leute mit ihrem Hund unterwegs sind, fallen aus hygienischen Gründen weg.
Ganz wichtig ist, nur Pflanzen zu sammeln, die man exakt bestimmen kann und deren Wirkungsweise man kennt.

Anleitung für das Trocknen von Heilpflanzen und Heilkräutern

Das Trocknen der selbst gesammelten Wildpflanzen ist abhängig von mehreren Faktoren. So spielt die Luftfeuchtigkeit eine große Rolle; feuchte Keller oder Garagen eignen sich also in der Regel nicht für die Trocknung.

Handelt es sich um eine Pflanze, die selbst recht wenig Feuchtigkeit enthält, ist ein Trocknen an der Luft meistens problemlos möglich. Hierzu die Pflanzen einfach auf eine Lage Küchenpapier legen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Heilpflanzen nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden, da sie durch zu viel Licht einen Teil der enthaltenen Wirkstoffe verlieren könnten.

Eine weitere Möglichkeit zur Trocknung bietet das Aufhängen in Bündeln. Hierzu bindet man die Kräuter am besten mit einem Gummiband zusammen, da dieses sich mit zusammenzieht, wenn die Pflanzen durch das Trocknen schrumpfen. So können sich einzelne Teile nicht aus dem Bündel lösen und herunterfallen. Bei Heilpflanzen, die viel Saft enthalten oder viel Feuchtigkeit aufgenommen haben, ist es ratsam, den Backofen zum Trocknen zu verwenden. Hierbei sollte die eingestellte Temperatur jedoch nicht über 40 Grad Celsius liegen, da sich eventuell enthaltene ätherische Öle sonst verflüchtigen könnten. Wer häufig Heilpflanzen und -kräuter selbst trocknen möchte, ist mit einem Dörrgerät bestens bedient.