Die Einnahme von Nahrungseränzung ist kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

Heilpflanze

Wermutkraut

Autor

Hilde Sonntag
Expertin für Heilkräuter
Wermutkraut

enthaltene
Wirkstoffe

zu behandelnde
Symptome

30

recherchierte
Studien

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Wirkstoffe

behandelnde
Symptome

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30

recherchierte
Studien

Was ist Wermutkraut?

Wermukraut erlangte vor allem in flüssiger Form Bekanntheit. Bereits seit dem Mittelalter wurde es als Tee gegen diverse Magenbeschwerden verwendet. Auch als Alkohol etablierte sich Wermutkraut in der Form von Wermutschnaps oder des berühmt-berüchtigten Absinths. Daher kann Wermut zu einem der wirtschaftlich wichtigen Kräuter gezählt werden. Wermutkraut wird für die Herstellung von Heilmitteln und für Spirituosen verwendet.

Wermutkraut wird auch als Gemeiner Wermut (Artemisia absinthium) bezeichnet und gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und zur Gattung der Artemisiengewächse (Artemisia). Zu dieser Gattung gehören etwa 500 Arten darunter auch andere beliebte Gewürzkräuter wie Estragon (Artemisia dranunculus). Eberraute (Artemisia abrotanum) und gemeiner Beifuß (Artemisia vulgaris).

Je nach Wildform kann man noch einige Unterarten unterscheiden. In Polen befindet sich eine endemische Unterart (Artemisia absinthium var. calcigena). In der Wuchshöhe und Größe der Fruchtform gibt es geringfügige Unterschiede.

Wertmutkraut ist eine mehrjährige und ausdauernde Pflanze. Die Wuchshöhe kann bis zu 150 cm erreichen. Meistens ist die Pflanze deutlich kleiner (zwischen 50 und 100 cm). Aufgrund seiner ätherischen Öle besitzt Wermut einen charakteristischen, aromatischen Geruch. Im Boden bildet die Pflanze eine Wurzel aus, deren Farbe von ockerfarben bis mittelbraun reicht. Von dieser Hauptwurzel gehen mehr oder weniger starke Seitenwurzeln ab.

Die Blätter des Wermutkrauts sind unterschiedlich gestaltet. Unten liegende Blätter sind lang gestielt und besitzen eine meist dreifache Fiederung auf. Oben sitzende Blätter sind eher kurz gestielt und meist nur ein- oder zweifach gefiedert . Normalerweise sind die oberen Blätter kleiner als die unteren. Auf der Blattoberfläche befindet sich eine dichte Behaarung.

Die Blütezeit dauert von Ende Juli bis Ende September. Wermutkraut bildet in dieser Zeit gelbe Blüten aus. Die Blütenköpfe werden in stark verasteten Rispen zusammengefasst. Seidig behaarte Kelchblätter sind auffällige Merkmale.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Wermutkraut einnehmen?

Wermut verfügt über einen hohen Anteil an Gerbsäuren und Bitterstoffen, welche die Produktion von Verdauungssäften in Leber, Galle und Magen, Galle anregen. Daher ist Wermut hilfreich bei Blähungen und fehlendem Appetit. Wermut kann direkt als Würzkraut zum Essen verwendet oder als Wermuttee getrunken werden. Einen Teelöffel Wermutkraut sollte mit 300 ml kochendem Wasser übergossen werden. Dann muss der Tee kurz ziehen . Für einige Menschen ist der Geschmack zu bitter und streng. Daher ist es auch möglich, weniger Kraut zu nehmen. Empfehlesnwert sind etwa 2 bis 3 Tassen täglich. Man sollte den Tee etwa ein halbe Stunde vor einer Mahlzeit einnehmen. Wemut gilt als ein sehr wirksames Heilmittel bei allgemeinen Verdauungsbeschwerden. Zusätzlich kann Wermutkraut kann Beschwerden, bei Störungen des Fettstoffwechsels lindern.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Wermutkraut?

Bereits seit der Antike wird Wermut gegen viele Beschwerden und Krankheiten eingesetzt. Wermut wird aufgrund seiner antibakteriellen, antiseptischen, krampflösenden und durchblutungsfördernden Wirkung bei Entzündungen Kopfschmerzen und Menstruationsschmerzen verwendet. Wermut gilt ebenfalls als Hausmittel bei Appetitlosigkeit, Magenverstimmungen, Blähungen und Verdauungsstörungen.

Hildegard von Bingen schrieb bereits über Wermut und empfahl das Kraut gegen Leber- und Nierenbeschwerden. Wermutkraut sollte in einer Wein-Form als Linderungsmittel eingesetzt werden.

In Kräuterbüchern der frühen Neuzeit aus dem 15./16. Jahrhundert) wurde Wermut bereits als Arznei gegen Verstopfung, Gallenbeschwerden und Magenverstimmungen verwendet. Unter anderem wurde Wermut mit Kümmel als Wein eingenommen, um damit Blähungen zu behandeln. Im Kräuterbuch von P. A. Matthioli (1585) wird Wermut unter anderem empfohlen, damit man größere Mengen Alkohol besser vertragen kann. Behandlungen gegen kaltes Fieber (vermutlich Malaria) werden ebenfall erwähnt. Äußere Anwendungen waren Schmerzen in den Augen und Halsgeschwüre. Zu dieser Zeit war Wermutkraut ein sehr beliebtes und bekanntes Heilkraut, sodass ihm in diesem Buch mehr als acht Seiten gewidmet sind.

Wermutkraut besitzt viele medizinisch interessante Eigenschaften und es werden ihm folgende Heilwirkungen zugeschrieben:

  • zum Teil antiviral
  • appetitanregend
  • leberschützend
  • tonisierend
  • gallenflussfördernd
  • durchblutungsfördernd
  • verdauungsfördernd
  • immunsystemstärkend

Vor allem bei folgenden Beschwerdebildern und Erkrankungen wird Wermutkraut verwendet:

  • Appetitlosigkeit
  • Störungen des Gallenflusses
  • Völlegefühl
  • Morbus Crohn
  • allgemeine Verdauungsbeschwerden
  • Sodbrennen
  • Magenschleimhautentzündung
  • Blähungen
  • Magenschleimhautentzündung
  • Stärkung des Immunsystems

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Wermutkraut auftreten?

Stillende und Schwangere sollte Wermut nicht einnehmen oder zumindest vorher mit ihrem behandelndem Arzt sprechen. Unter Umständen kann Wermut frühzeitige Wehen bewirken. Zu hohe Dosen von Wermutkraut rufen in einigen Fällen Vergiftungserscheinungen hervor, die sich unter anderem durch Erbrechen, Krämpfe und Durchfälle äußern. Deer Inhaltsstoff Thujon ist die Ursache. In mittleren bis hohen Dosen wirkt er als Nervengift. Daher sollte Wermut immer nur in empfohlenem Maßen eingesetzt werden. Selbst bei akuten Fällen sollte man einen Wermut-Tee nie mehr als drei Mal trinken.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Wermutkraut, bis sich erste Erfolge einstellen?

Bereits nach der ersten Einnahme von Wermut sollte man vor allem bei Verdauungsbeschwerden eine Linderung bemerken. Falls sich nach einer Woche Einnahme keine Besserung der Beschwerden einstellt, sollte man einen Arzt konsultieren. Man kann Wermut ohne Probleme über einen längeren Zeitraum hinweg einnehmen. Jedoch ist es wichtig, dass man die täglich empfohlene Menge nicht überschreitet. Ansonsten kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Wermutkraut ?

Wahrscheinlich liegt das ursprüngliche Herkunftsgebiet in Sibirien. Heute ist Wermutkraut relativ weit verbreitet. Häufig findet es sich in Süd- und Osteuropa. Weitere wilde Vorkommen stammen aus Nord-, West- und Mitteleuropa, Nordafrika und aus Teilen Nord- und Südamerikas. Meistens ist der gemeine Wermut in höheren Höhenlagen und Ebenen anzutreffen. In Vorgebirgen findet man ihn bis in subalpine Stufe. Große Anbaugebiete des Wermutkrauts befinden sich heute in Osteuropa und Südeuropa. Vor allem Italien hat sich auf den Anbau spezialisiert.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Wermutkraut aus?

Beim Ausgangsprodukt von Wermutkraut handelt es sich um den krautigen Anteil der Pflanze, also die Blätter. Die Blätter werden meistens getrocknet und dann als Tee weiter verkauft. Andere Möglichkeiten bestehen darin, eine Wermut-Tinktur herzustellen. Die Anfertigung ist wesentlich aufwendiger und daher ist das Endprodukt auch wesentlich teurer als Wermut-Tee.

Trivialnamen

Unter welchen Namen ist Wermutkraut noch bekannt?

Wermutkraut ist auch unter dem Namen Gemeiner Wermut bekannt.

Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe sind in Wermutkraut enthalten?

Die medizinischen Wirkstoffe befinden im Kraut, das allerdings während der Blütezeit geerntet werden muss. Es können Blätter,Stängel und Blüten verwendet werden. Wermut enthält zahlreiche Bitterstoffe.

Dabei ist Absinthin die Hauptkomponente dieser Sesquiterpenlactone. Zusätzlich enthält Wermukraut Arabsin, Anabsinthin und Matricin. Dazu kommen ätherische Öle wie Thujon, Thujylalkohol, Isothujon und auch Chamazulen, Ester sowie weitere Mono- und Sesquiterpene. Diese Öle betragen bis zu 0,8% der gesamten Inhaltsstoffe.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Wermutkraut am Markt zu kaufen?

Wermutkraut ist als Tee und als Tinktur erhältlich. Vor allem Tee erfreut sich zunehmender Beliebtheit, da er relativ günstig ist und einfach zubereitet werden kann. Eine Wermut-Tinktur enthält Alkohol, daher ist sie nicht für alle Personen geeignet. Jedoch ist sie für Menschen, die viel unterwegs sind und keine Zeit für die Zubereitung von Tee haben, eine Alternative. Zusätzlich ist auch Wermutschnaps erhältlich.

Begeisterte Hobby-Gärtner können natürlich auch eine Wermut-Pflanze erwerben und in ihrem Garten hochziehen. Die Pflanze ist relativ robust und benötigt keinen speziellen Schutz gegen Schädlinge. Bei ausreichend Platz kann man Wermut auch auf dem eigenem Balkon ziehen, wenn ausreichend Licht vorhanden ist.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Wermutkraut als NEM?

Aus dem getrockneten Wermutkraut kann man einen Tee zubereiten: Dazu übergießt man1 bis 1,5 Gramm des geschnittenen Kraut mit etwa 150 Milliliter kochendem Wasser, Man muss den den Aufguss 10 bis 15 Minuten abgedeckt ziehen lassen. Die Pflanzenteile werden dann abgeseiht. Man kann dreimal täglich eine frisch zubereitete Tasse Wermut-Tee trinken. Bei Appetitmangel ist jeweils eine halbe Stunde vor einer Mahlzeiten empfehlenswert. Bei Verdauungsbeschwerden sollte der Tee nach dem Essen getrunken werden. Die Tagesdosis darf drei Gramm Wermutkraut nicht überschreiten. Eine zu hohe Dosierung kann dazu beitragen, dass Vergiftungserscheinungen auftreten. Stillende und Schwangere sollten komplett auf Wermut-Tee verzichten.

Eine Wermut-Tinktur ist ebenfalls im Handel erhältlich. Man darf von dieser Tinkturdreimal täglich 10 bis maximal 20 Tropfen eingenommen werden. Bei Einnahme muss man darauf achten, reichlich Wasser zu trinken. Auf keinen Fall darf die Tagesdosis von 60 Tropfen überschritten werden.

Gibt es beim Kauf von Wermutkraut etwas zu beachten?

In vielen Varianten gibt es in diversen Fachgeschäften zu kaufen. Wenn man eigene Pflanzen heranziehen möchte, findet man relativ unkompliziert Saatgut. Man kann auch kleinere Pflanzen kaufen. Meistens ist es möglich, Saatgut in Baumärkten und Pflanzencentern zu erwerben. Wermutpflanzen befinden sich meistens im Sortiment von allen größeren Pflanzenmärkten. Selten werden sie auch in einigen ausgewählten Bioläden angeboten. Die Preise, sowohl für Saatgut unddie Pflanzen, sind relativ preisgünstig. Bereits nack kurzer Zeit kann man sich als Hobby-Gärtner über erste Erfolge freuen. Jedoch ist es wichtig, dass man einige Tipps zu Standort und Pflege berücksichtigt. Auch Einsteiger werden mit Wermut keine Probleme haben, da die Pflanze relativ robust ist.

Anwender, die direkt Wermut als Heilmittel oder Würzmittel benötigen, können im Kräuterfachhandel oder auch in zahlreichen Onlineshops getrocknete Wermutblätter erwerben. Teilweise bieten einige Teehersteller auch Gallen- oderMagentees, die man in der Apotheke oder Drogerie kaufen kann. Die medizinisch wirksamen Gerb- und Bitterstoffe bleiben in einem Tee recht gut konserviert, so dass man keine besonderen Lagerungsbedingungen einhalten muss. Es sollte dennoch darauf geachtet werden, dass Wermutblätter in einer Verpackung und aromaversiegelt angeboten werden. Weiters ist es empfehlenswert, dass der Wermut-Tee aus biologischem Anbau stammt, sodass keine Pestizide und Schadstoffe enthalten sind. Man kann den Wermut-Tee in einer normalen Teebox lagern.

Studien zu Wermutkraut

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