MigrÀne

Inhaltsverzeichnis

EinfĂŒhrung

MigrÀne ist eine der hÀufigsten Krankheiten weltweit. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Formen der Krankheit ist eine generelle Beschreibung unmöglich, so dass auf die AusprÀgungen einzeln eingegangen werden muss. Im Folgenden sind die hÀufigsten MigrÀne-Typen, deren Symptome und mögliche Behandlung dargestellt. Bei der Behandlung wird zwischen klassischen und homöopathischen Heilmitteln unterschieden.

Was ist MigrÀne

Typische Indikationen der Krankheit sind Kopfscherzattacken, die u. a. durch bestimmte Ă€ußere Reize (Trigger) wie Schlafmangel, Alkohol oder auch eine ungesunde Lebensweise ausgelöst werden. Sehr hĂ€ufig treten die Kopfschmerzen zusammen mit anderen bestimmten Symptomen wie z. B. Übelkeit, Appetitlosigkeit sowie LĂ€rm- und Lichtempfindlichkeit. Es gibt viele verschiedene Formen der Krankheit, die sich jeweils in bestimmte Phasen unterteilen lassen. Der Verlauf sowie die AusprĂ€gung ist jedoch von nicht nur zwischen den einzelnen Formen, sondern auch individuell von Mensch zu Mensch verschieden. Es gibt auch Formen der Krankheit, in denen es nur zur AusprĂ€gung der Begleitsymptome und nicht der Kopfschmerzen kommt.

Abzugrenzen ist die MigrĂ€ne von sogenannten Spannungskopfschmerzen, die durch die Verengung und anschließende Erweiterung der HirngefĂ€ĂŸe zustande kommt, was z. B. durch LĂ€rm, schlechter Luft oder Stress ausgelöst werden kann.

Auftreten & Vorkommen von MigrÀne

MigrĂ€ne ist nach den RĂŒckenschmerzen die zweithĂ€ufigste modernen Krankheiten, die es auf der Welt gibt. Allein in Deutschland leiden circa 8 Millionen Menschen an unterschiedlichen MigrĂ€neformen, wobei die PrĂ€valenz (HĂ€ufigkeit der AusprĂ€gung) statistisch gesehen fĂŒr Frauen in etwa dreimal höher ist als fĂŒr MĂ€nner. Trotzdem gibt es auch spezielle Formen, von denen MĂ€nner hĂ€ufiger betroffen sind. Weltweit ist die MigrĂ€ne v. a. in den hoch entwickelten Industrienationen ein Problem.

MigrÀne-Formen

Es gibt viele verschiedene Arten der Krankheit, die sich in ihrer Dauer, dem Verlauf, ihren Begleiterscheinungen und ihrer AusprÀgung unterscheiden. Die wichtigsten Formen werden im Folgenden kurz dargestellt.

MigrÀne ohne Aura

Die MigrĂ€ne ohne Aura, das heißt ohne vorhergehende Symptome wie Sehstörungen oder SchwindelgefĂŒhl, ist die hĂ€ufigste Form der Krankheit und kommt in rund 80 % der FĂ€lle vor. Im Allgemeinen verlĂ€uft diese MigrĂ€ne episodisch, wobei lĂ€ngere Zeiten ohne Kopfschmerzen von einzelnen Tagen mit Kopfschmerzen unterbrochen werden. Hat ein Patient mehr Tage mit Kopfschmerzen als ohne, handelt es sich um eine chronische MigrĂ€ne. Diese Form ohne Aura tritt bei Frauen hĂ€ufig zusammen mit dem Menstruationszyklus auf.

MigrÀne mit Aura (Migraine accompagnée)

Dabei handelt es sich um eine Form, bei der bestimmte Symptome vor den eigentlichen Kopfschmerzen vorausgehen. Das hĂ€ufigste Symptom ist dabei eine Wahrnehmungsstörung des visuellen Systems (visuelle Aura). Dabei sehen Betroffene z. B. Zickzack-Linien oder es kommt zu AusfĂ€llen im Gesichtsfeld. Außerdem werden einige GegenstĂ€nde verzerrt, unscharf, verkleinert oder vergrĂ¶ĂŸert dargestellt. Daneben kommt es hĂ€ufig auch zu sogenannten Empfindungsstörungen, d. h. es breitet sich zum Beispiel ein Kribbeln von der Hand ĂŒber den gesamten Körper aus.

Interessant ist, dass diese Form statistisch hÀufiger bei MÀnnern als bei Frauen vorkommt

Migraine sans migraine (Aura ohne Kopfschmerzen)

Eine seltene Form der Krankheit ist die AusprÀgung, dass es zwar zu einer Aura kommt, allerdings keine Kopfschmerzen folgen. In diesem Fall spricht man von einer MigrÀne ohne Kopfschmerzen (franz. Migraine sans migraine).

VestibulÀre MigrÀne

Bei der vestibulĂ€ren Form treten die Symptome Schwindel und Übelkeit mit Erbrechen meistens schubartig auf. Die Dauer kann mehrere Minuten bis zu einer halben Stunde betragen. Typischerweise kommt es danach zu halbseitigen Kopfschmerzen mit den typischen Begleiterscheinungen (Licht- und LĂ€rmempfindlichkeit, MĂŒdigkeit und Übelkeit).

Hemiplegische MigrÀne

Eine hemiplegische Form der Erkrankung liegt vor, wenn es zu motorischen AusfĂ€llen und mindestens einem weiteren Aura-Symptom kommt (wie z. B. einer visuellen Störung). Unter motorischen AusfĂ€llen versteht man unter anderem die LĂ€hmung der Gliedmaßen. Diese Form der Krankheit ist jedoch Ă€ußerst selten.

BasilÀre MigrÀne

Bei der BasilÀren MigrÀne handelt es sich um eine sehr seltene Art der Erkrankung mit Aura. Speziell ist, dass sich eine Durchblutungsstörung im Hirnstamm manifestiert. Dadurch können u. a. Sprachstörungen, Schwindel, Tinnitus und visuelle Störungen auftreten.

MigrÀne der Augen

Bei dieser Form der Erkrankung ist der Kopfschmerz nur eine optionale Begleiterscheinung. PrimÀr handelt es sich um eine beidseitige visuelle Störung, die zum Beispiel durch GesichtsausfÀlle (Skotome) gekennzeichnet ist.

Menstruale MigrÀne

Die menstruale MigrĂ€ne kann Frauen jeden Alters treffen und kann sogar noch in den Wechseljahren vorkommen. Sie kann sowohl mit als auch ohne Aura auftreten, wobei hĂ€ufig Ă€ußerst schwere und lang andauernde Attacken auftreten.

Chronische MigrÀne

Prinzipiell wird zwischen einer chronischen und einer episodischen Verlaufsform unterschieden. Die Indikation fĂŒr eine chronische Erkrankungen ist, wenn die Kopfschmerzen fĂŒr mindestens 3 Monate an mindestens 15 Tage pro Monat auftreten. Bevor eine chronische Form diagnostiziert wird, muss zuerst eine episodische Form vorliegen.

Abdominelle MigrÀne

Die Abdominelle Form kommt v. a. bei Kindern vor und geht mit Bachschmerzen einher. Lokalisiert sind die Schmerzen im Bereich der Mittellinie, wobei der Schmerz hÀufig als dumpf und diffus beschrieben wird. Weitere Begleiterscheinungen sind Appetitlosigkeit und Erbrechen.

MigrÀne bei Kindern

Die Kopfschmerzen betreffen bei Kindern, anders als bei Erwachsenen, hÀufig den gesamten Kopf. Aufgrund eines genetischen Einflusses kommt MigrÀne insbesondere bei Kindern vor, die Eltern haben, die auch unter der Krankheit leiden. Im besten Fall verschwinden die Symptome mit zunehmendem Altem.

Symptome von MigrÀne

Obwohl die verschiedenen Formen der Krankheit einen sehr unterschiedlichen Verlauf besitzen, lassen sich die meisten Formen in vier verschiedene Phasen unterteilen, die im Folgenden beschrieben werden.

Vorbotenphase (Prodromalphase)

Einige Tage bis Stunden vor der eigentlichen Kopfschmerzattacke kann sich diese durch verschiedene Symptome in der Vorbotenphase (Prodromalphase) ankĂŒndigen, die jedoch von Patient zu Patient sehr unterschiedliche ausfallen können. Typische Symptome sind u. a. Stimmungsschwankungen, MĂŒdigkeit, Gereiztheit, GleichgĂŒltigkeit, Konzentrationsstörungen und eine erhöhtes Licht- und LĂ€rmempfindlichkeit.

MigrÀneauraura

Bei einem Krankheitsverlauf mit Aura setzten die Symptome der Aura gewöhnlich etwa 1 h bis 2 h vor den eigentlichen Kopfschmerzen ein. Die Aura bezeichnet dabei eine anfallsartige neurologische Störung, die bei den allermeisten Menschen (99 % der Betroffenen) das visuelle System betrifft (visuelle Aura). HĂ€ufig dauern die Symptome zwischen 5 min und einer Stunde an. Betroffene leiden u. a. an einem Ausfall eines Teils des Sichtfelds (Skotom), sehen Zickzack-Linien oder nehmen GegenstĂ€nde stark vergrĂ¶ĂŸert oder verkleinert war (Metamorphopsie). Zudem können Blitzlichter oder Sternschnuppen wahrgenommen werden. Dabei ist es ĂŒbrigens nicht relevant, ob die Augen offen oder geschlossen sind – die Störungen treten in beiden FĂ€llen auf.

Außerdem kommt es zu Empfindungsstörungen (auch GefĂŒhlsstörungen genannt), die sich in einem Kribbeln oder einem GefĂŒhl der Taubheit in den HĂ€nden oder des gesamten Körpers wiederspiegeln. In etwa die HĂ€lfte der Betroffenen leidet unter diesem Symptom.

Selten kommt es zu dem zu Sprachstörungen wÀhrend der Aura (Aphasie) und zu Orientierungsstörungen oder LÀhmungserscheinungen (Paresen).

Kopfschmerzphase

Die Dauer, Schwere und HĂ€ufigkeit der Kopfschmerzattacken sind individuell sehr unterschiedlich und auch von anderen Faktoren wie z. B. dem Alter abhĂ€ngig. Allgemein reduziert sich die HĂ€ufigkeit ab dem 40. Lebensjahr drastisch. Das wohl unangenehmste Symptom der Kopfschmerzphase ist ein starker, oft pochender und klopfender oder hĂ€mmernder Schmerz, der hĂ€ufig nur an einer Kopf- oder StirnhĂ€lfte auftritt. Bei einer Vielzahl der betroffenen kommt es zudem zum Wandern des Schmerzes von der SchlĂ€fe zur Stirn. Begleiterscheinungen sind neben Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, ReizĂŒberempfindlichkeit (v. a. gegenĂŒber LĂ€rm und Licht) und Appetitlosigkeit auch LĂ€hmung und Sprachprobleme. Die durchschnittliche Dauer variiert zwischen 4 h und 72 h

RĂŒckbildungs- und Erholungsphase

Mit der RĂŒckbildung- und Erholungsphase ist das Abklingen der Symptome gemeint. Normalerweise geschieht dies im Laufe eines halben oder ganzen Tages. Die Betroffenen fĂŒhlen sich nach der MigrĂ€neattacke hĂ€ufig sowohl körperlich als auch seelisch abgespannt und ausgelaugt, so dass eine Erholung und Regeneration nötig ist, die bis zu 24 h in Anspruch nehmen kann.

Ursachen von MigrÀne

Die Ursachen fĂŒr die Krankheit sind nicht vollstĂ€ndig geklĂ€rt und selbst fĂŒhrende Wissenschaftler sind sich darĂŒber uneinig. Es gibt verschiedene Theorien, die das Auftreten der Kopfschmerzen erklĂ€ren können, die im Folgenden erlĂ€utert sind. Dennoch gibt es (noch) keine Theorie, die alle Formen der Krankheit erklĂ€ren kann.

MigrÀne durch Störungen im Serotoninhaushalt

In der Wissenschaft wird ein Zusammenhang zwischen MigrĂ€ne und der Störung des Serotoninhaushalts diskutiert. Bei einem niedrigen Serotoninspiegel in den betreffenden Gehirnarealen fĂŒhrt die Ausbreitung des sogenannten trigeminovaskulĂ€ren Schmerzreizes zu dem Kopfschmerz. Serotonin ist ein Hormon und Neurotransmitter, der bei der Erregung von Zellen abgegeben wird und verantwortlich fĂŒr die Hemmung und Aktivierung verschiedener Organe (zum Beispiel Herz, Muskeln, Magen-Darm-Trakt) ist. Außerdem ist Serotonin fĂŒr das Zusammenziehen und das Entspannen von BlutgefĂ€ĂŸen zustĂ€ndig. Eine starke Weitung/ ein starkes Zusammenziehen der BlutgefĂ€ĂŸe hat eine Schmerzempfindung und damit Kopfschmerzen zur Folge. Heutzutage sind die Forscher allerdings eher der Meinung, dass es sich dabei um eine Folge der MigrĂ€neattacke und nicht um eine Ursache handelt

MigrÀne durch Durchblutungsstörung im Gehirn

Nach dieser Theorie fĂŒhren bestimmte Ă€ußere EinflĂŒsse (Trigger wie z. B. Stress, Schlafmangel, Hormone usw.) bei Betroffenen zu einer kurzfristigen Verengung der BlutgefĂ€ĂŸe im Gehirn und der Hirnhaut. Die anschließende Weitung der BlutgefĂ€ĂŸe fĂŒhrt zu einer erhöhten Durchblutung und Weitung der Bereiche, die dann zu Kopfschmerzen fĂŒhren. Bemerkenswert ist, dass diese Theorie die Erscheinungen bei Aura-Patienten erklĂ€ren kann: Durch das Zusammenziehen der BlutgefĂ€ĂŸe und der damit verbundenen verminderten Durchblutung komm es zu einer teilweisen Unterversorgung des Gehirns, was zum Beispiel zu visuellen AusfĂ€llen fĂŒhren kann.

MigrÀne durch Gene

Es gilt als gesichert, dass genetische Faktoren bei der Krankheit eine Rolle spielen, da diese bei Familien gehĂ€uft auftritt. In diesem Zusammenhang sind insbesondere Zwillingsstudien interessant: Bei eineiigen Zwillingen (besitzen dieselbe Erbinformation) liegt die Wahrscheinlichkeit, dass beide an einer Form der Krankheit leiden bei 60 %, bei Zweieiigen (besitzen nicht die identische Erbinformation) nur bei 15 %. Bei der sogenannten familiĂ€ren hemiplegischen MigrĂ€ne (FHM) wurde sogar ein Gen identifiziert, welches fĂŒr diese Form der Krankheit verantwortlich ist.

MigrÀne durch weitere Botenstoffe

Obwohl Serotonin eines der wichtigsten Hormone bei der ErklÀrung von Kopfschmerzen darstellt, gibt es noch weitere Botenstoffe, die eine Rolle spielen könnten. Dazu zÀhlen z. B. die Substanz P (Neuropeptid, dass u. a. von Nervenzellen gebildet wird), Neurokinin A (kommt im Zentralennervensystem hÀufig in Verbindung von Substanz P vor) oder das Neuropeptid Calcitonin Gene-Related Peptide.

Auslöser von MigrÀne

Die Auslöser von den Kopfschmerzattacken (Trigger) sind Ă€ußerst vielfĂ€ltig und auch sehr stark sowohl von der MigrĂ€ne Form abhĂ€ngig als auch individuell von Mensch zu Mensch verschieden.

MigrÀne-Auslöser Stress

Stress ist ein klassischer Auslöser der Krankheit, der bei den meisten Betroffenen eine Rolle spielt. Ein Indikator fĂŒr diesen Auslöser ist, dass der Schmerz ĂŒberproportional hĂ€ufig in der Nacht auftritt.

MigrÀne-Auslöser Gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus

Wird der gewohnte Tagesablauf, also zum Beispiel der Schlaf-Wach-Rhythmus geĂ€ndert, kann dies bei Betroffenen auch zum Auslösen der Kopfschmerzattacken fĂŒhren.

MigrĂ€ne-Auslöser ReizĂŒberflutung

Als ein anderer Auslöser fĂŒr die Kopfschmerzen wird eine ReizĂŒberflutung diskutiert, die zum Beispiel aufgrund von ĂŒbermĂ€ĂŸigen Medienkonsum zustande kommt. FĂŒr diese Theorie spricht, dass sich die Anzahl der Kinder, die unter MigrĂ€ne leiden, in den Industrienationen in den letzten 20 Jahren mehr als verfĂŒnffacht hat.

MigrÀne-Auslöser Wetter

Viele Betroffenen sind insbesondere im FrĂŒhling und Herbst von der Krankheit betroffen, wenn die Temperaturen stark schwanken. Eine mögliche Theorie sind Schwerewellen, die entstehen, wenn eine Hoch- und ein Tiefdruckgebiet aufeinandertreffen und so Schwingungen erzeugen, die möglicherweise wahrgenommen werden können. Es ist nicht klar, weshalb einige Menschen besonders wetterfĂŒhlig sind und andere nicht.

MigrÀne-Auslöser Lebens- und Genussmittel

Bei jedem fĂŒnften Betroffenen sind bestimmte Lebensmittel der Auslöser fĂŒr die Krankheit. Dazu zĂ€hlen unter anderem: Milchprodukte (KĂ€se, Joghurt, Butter), MeeresfrĂŒchte, Alkohol (v. a. Rotwein), Kaffee, Tee oder Getreideprodukte. Interessant ist, dass auch das Auslassen von Mahlzeiten zum Auslösen des Kopfschmerzes fĂŒhren kann.

MigrÀne-Auslöser Hormonschwankungen

Ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt kann ebenfalls ein Auslöser der Krankheit sein. Dies ist u. a. bei der menstrualen Form, wĂ€hrend der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren eine plausible ErklĂ€rung. Insbesondere wird eine Schwankung des Gewebshormon Serotonin mit der Krankheit in Verbindung gebracht, das unter anderem fĂŒr das Zusammenziehen und Weiten der BlutgefĂ€ĂŸe verantwortlich ist.

MigrÀne-Auslöser Pille

Die Pille scheint einen wichtigen Einfluss auf die MigrÀne zu haben. Die WHO rÀt Frauen in jedem Alter davon ab die Pille einzunehmen, wenn sie unter MigrÀne mit Aura leiden, da diese von der Pille verstÀrkt werden könnte.

Diagnose von MigrÀne

Diagnosemöglichkeiten durch den Facharzt

Ein Facharzt fĂŒhrt ein GesprĂ€ch mit dem Patienten und stellt Fragen zur Schwere und HĂ€ufigkeit der Krankheitsattacken. HĂ€ufig reicht dieses GesprĂ€ch, um bis zu 18 verschiedene Krankheitstypen zu identifizieren. Um andere und schwerwiegendere Krankheiten auszuschließen, die als Begleiterscheinung Kopfschmerzen haben, fĂŒhrt der Facharzt zudem weitere neurologische und bildgebende Verfahren durch.

Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese)

Die hĂ€ufigste Form der Diagnose ist die Anamnese, das heißt die Erhebung der Krankengeschichte des Patienten durch ein GesprĂ€ch mit dem Arzt. Dazu ist es Ă€ußerst hilfreich, wenn die Betroffenen einen Kopfschmerzkalender fĂŒhren, den z. B. die Deutsche MigrĂ€ne und Kopfschmerzgesellschaft zur VerfĂŒgung stellen. Dabei werden Auslöser, StĂ€rke, Dauer und Art des Schmerzes sowie Begleitsymptome und ggf. eingenommene Medikamente notiert.

Körperliche und neurologische Untersuchung

Ziel einer neurologischen Untersuchung ist v. a. eine andere schwere Erkrankung ausschließen zu können, bei der Kopfschmerzen nur als sekundĂ€res Symptom auftreten (zum Beispiel bei einem Schlaganfall). Der Arzt fĂŒhrt dazu bestimmte Untersuchungen durch, um die FunktionsfĂ€higkeit der Sinne sicherzustellen.

Elektroenzephalografie (EEG)

Bei dem Verdacht einer schwerwiegenderen Erkrankung wird ein EEG eingesetzt, dass die Gehirnströme durch Elektroden misst, die am Kopf angebracht sind.

Dopplersonografie

Bei der Dopplersonographie kann der Blutfluss und dessen Geschwindigkeit bestimmt werden. Auch dies ist eine Standarduntersuchung, um andere Krankheiten auszuschließen.

Laboruntersuchungen

Durch die Abnahme von Blut kann im Labor eine Blutbilduntersuchung durchgefĂŒhrt werden, um andere Krankheiten diagnostizieren zu können.

Behandlung von MigrÀne

Bei der Behandlung der Krankheit wird zwischen einer Akutbehandlung (sofortige Wirkung gegen den Schmerz) und Prophylaxe (Vermeidung von Auslösern einer Attacke) unterschieden.

Behandlung von MigrÀne durch eine Optimierung des Lebensstils (z.B. durch Vermeidung von Triggern)

Diese Behandlung ist eine Form der Prophylaxe, bei der unter anderem Auslöser der MigrĂ€ne vermieden werden. Prinzipiell gilt, dass alle Trigger (falls diese bekannt sind) wie z. B. Alkohol, Nikotin oder starke Sonneneinstrahlung vermieden werden sollten. Außerdem hilft eine gesunde Lebensweise mit regelmĂ€ĂŸigem Ausdauersport, ein regelmĂ€ĂŸiger Schlaf-Wach-Rhythmus und StressbewĂ€ltigungstraining.

Behandlung von MigrÀne durch Medikamente

Medikamente finden hauptsÀchlich in der Akuttherapie Anwendung, allerdings gibt es auch einige prophylaktische Medikamente (v. a. Beta-Blocker).

Behandlung von MigrÀne durch Schmerzmittel

Klassisch wird AcetylsalicylsÀure (ACC, Aspirin) bei der Akutbehandlung von leichten bis mittelschwere Kopfschmerzen eingesetzt. ASS ist in der Apotheke frei erhÀltlich als Tablette, Pulver, Kautablette oder Brausetablette, wobei die Wirkung sehr stark von der Konzentration abhÀngig ist

Behandlung von MigrÀne durch Triptane

Tripene sind eine Gruppe von Arzneistoffen, die bei der Akutbehandlung von mittelschweren bis schwere Kopfschmerzen eingesetzt werden. Je frĂŒher sie wĂ€hrend einer Attacke in der Kopfschmerzphase (nach der Aura) eingenommen werden, desto besser wirken sie und sie wirken auch gegen die Begleitsymptome. In kleineren Mengen sind die Arzneimittel ohne Rezept kĂ€uflich erwerbbar, fĂŒr grĂ¶ĂŸere Mengen wird jedoch ein Rezept benötigt.

Behandlung von MigrÀne durch Antiemetika

Bei leichten Attacken können Antiemetika eingenommen werden, wĂ€hrend diese bei mittelschweren und schweren Attacken mit anderen Medikamenten kombiniert werden. Antiemetika sind vor allem zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen wĂ€hrend einer Attacke.

Behandlung von MigrĂ€ne durch natĂŒrliche NahrungsergĂ€nzungsmittel

Dabei handelt es sich meistens um homöopathische Heilmittel, die entsprechend der Packungsbeilage eingenommen werden sollten. FĂŒr jede Art von Kopfschmerzen gibt es ein bestimmtes Mittel, das im Folgenden kurz dargestellt wird.

Behandlung von MigrÀne durch Belladonna

Die Tollkirsche (Belladonna) wird homöopathisch bei rechtsseitigen Kopfschmerzen eingesetzt, die hÀufig sehr stark und klopfend oder hÀmmernd sind.

Behandlung von MigrÀne durch BÀrlappe

BĂ€rlappe (Lycopodium) findet Anwendung bei Schmerz in der rechten Stirn oberhalb des Auges. HĂ€ufig klagen Betroffene ĂŒber Schmerz, der erst am spĂ€ten Nachmittag auftritt.

Behandlung von MigrÀne durch Natrium muriaticum

Natrium muriaticum (Kochsalz) wird bei rechtseitigem Kopfschmerz eingesetzt, wenn dieser meistens morgens nach dem Aufwachen beginnt, gegen Mittag stÀrker wird und gegen Abend wieder abschwÀcht.

Behandlung von MigrÀne durch Cimicifuga racemosa

Cimicifuga racemosa (Traubensilberkerze) hilft bei hormonell bedingten Kopfschmerzen. Daher findet der homöopathische Stoff vor allem Anwendung in den Wechseljahren und bei menstrualen Kopfschmerzen.

Behandlung von MigrÀne durch Cyclamen europaeum

Das Alpenveilchen (Cyclamen europaeum) findet Anwendung, wenn die Kopfschmerzen hÀufig morgens auftreten und in Verbindung mit Augenflimmern stehen.

Behandlung von MigrÀne durch Iris versicolor

Die verschiedenfarbige Schwertlilie (Irus versicolor) wird in der Homöopathie gegen Kopfschmerzen eingesetzt, wenn diese mit Magenproblemen einhergehen.

Behandlung von MigrÀne durch Sanguinaria canadensis

Dieser homöopathische Stoff (Blutwurz) wird bei Kopfschmerzen wÀhrend der Wechseljahre eingesetzt.

Behandlung von MigrÀne durch Nux vomica

Nux vomica (die Brechnuss) kann eingenommen werden, wenn der Kopfschmerz bei Schlafmangel oder ĂŒbermĂ€ĂŸigen Alkoholkonsum auftritt und eine ReizĂŒberempfindlichkeit gegenĂŒber allen Ă€ußeren EinflĂŒssen gegeben ist (Temperatur, Licht, WĂ€rme usw.).

Behandlung von MigrĂ€ne durch SchĂŒssler Salze

Bei verschiedenen Arten der Kopfschmerzen werden unterschiedliche SchĂŒller Salze verwendet. Zum Beispiel sollen bei klopfenden Kopfschmerzen die SchĂŒssler Salze Nr. 3 helfen, wĂ€hrend bei dumpfen Kopfschmerzen Nr. 8 empfohlen wird.

Behandlung von MigrÀne durch Bryonia

Zur Behandlung von Kopfschmerzen, die durch einen grippalen Infekt oder Fieber ausgelöst werden, eignet sich Bryonia (weiße ZaunrĂŒbe).

Behandlung von MigrÀne durch Gelsemium

Wilder Jasmin (Gelsemium) findet Anwendung bei Kopfschmerzen, die im Hinterkopf verspĂŒrt werden und hĂ€ufig Folge einer Grippe sind. Nach Einnahme sollte der Kopfschmerz wĂ€hrend des Urinierens nachlassen.

Behandlung von MigrÀne durch Staphisagria

Staphisgria (Stephanskörner) können homöopathisch bei Kopfschmerzen helfen, die aufgrund von emotionaler Belastung entstanden sind.

Behandlung von MigrÀne durch Ignatia

Ist der Kopfschmerz eine Ursache von Kummer oder emotionaler Verletztheit und tritt er in Verbindung mit einem verspannten Nacken auf, kann Ignatia (Ignazbohne) eingesetzt werden.

Behandlung von MigrÀne durch Sepia

Sepia ist die Tinte des Tintenfischs. Der homöopathische Stoff wird eingesetzt, wenn der linksseitige Kopfschmerz von starker Übelkeit und ReizĂŒberempfindlichkeit begleitet ist.

Wer schreibt hier eigentlich?

Andre Hebig

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