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Was ist Herbstzeitlose?

Als Herbstzeitlose bezeichnet man eine Pflanzenart, von der es ca. 100 Arten gibt. Es handelt sich um eine Pflanze aus der Familie der ZeitlosengewĂ€chse. ErwĂ€hnt wurde die Pflanze erstmals im Jahr 1753 durch den schwedischen Naturwissenschaftler Carl von LinnĂ©. Die Pflanze blĂŒht im Sommer und ist in Europa als Zierpflanze weit verbreitet und bekannt. Verwechselt wird die Pflanze hĂ€ufig mit den Krokussen. Die Pflanze ist nicht nur eine Zierpflanze fĂŒr den Garten. Sie ist auch ein altbewĂ€hrtes Heilkraut und auch giftig. Bei der Verwendung in der Naturmedizin muss daher recht gut auf die Dosierung geachtet werden. Die Pflanze wurde im Jahr 2010 zur Giftpflanze des Jahres gekĂŒrt. Als Heilpflanze ist die Herbstzeitlose schon seit dem 6. Jahrhundert bekannt bzw. wahrscheinlich schon einige Zeit zuvor schon verwendet worden. Doch von Alexander von Tralleis wurde die Pflanze im 6. Jahrhundert erstmals erwĂ€hnt. Lange Zeit blieb die Pflanze unbeachtet bis im 18. Jahrhundert. Anton Störck unterzog die Pflanze damals einer ersten pharmakologischen PrĂŒfung. Die Pflanze hat heute eine eher unbedeutende Rolle im Rahmen der Naturheilkunde, gilt aber dennoch als Superfood. Dieses ist in Deutschland als Colchicum bis einschließlich der D3-Potenz verschreibungspflichtig bzw. wird im Rahmen der Homöopathie eingesetzt. Wegen der starken toxischen Wirkung der als Superfood verwendeten Samen und Zwiebeln sind alle PrĂ€parate und Medikamente, die Bestandteile von dieser Pflanze enthalten, verschreibungspflichtig. Die Hauptanwendung des Superfoods geschieht dabei in der Homöopathie, und zwar unter Ă€rztlicher Aufsicht in den Praxen. Die Samen der Pflanze sind frei von GerĂŒchen und haben einen bitteren Geschmack. Dieser wird von vielen sogar als widerlich bezeichnet. Die Zwiebeln des Superfoods schmecken erst sĂŒĂŸlich, haben aber einen bitteren Nachgeschmack und kratzen im Rachen. Wegen der ToxizitĂ€t ist jedoch vom puren Verzehr der Zwiebeln und auch der Samen abzuraten.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Herbstzeitlose einnehmen?

Dieses Superfood hat einen sehr hohen Stellenwert bei der Behandlung im Rahmen der akuten Gicht. FrĂŒher setzte man die Pflanze auch gegen die Wassersucht ein. Schon im Mittelalter wurde das Pulver aus dieser Pflanze zur Ă€ußerlichen Behandlung eingesetzt. Und zwar vor allem zur Ă€ußerlichen Behandlung von den damals weit verbreiteten geschwĂŒrigen Hauttumoren. Man vermutet, dass es auch damals schon Krebserkrankungen gab, wobei diese Pflanze auch zur Behandlung von solchen AuffĂ€lligkeiten eingesetzt wurde. Auch heute zeigen moderne wissenschaftliche Untersuchungen, dass diese Pflanze durchaus als Superfood gegen Krebstumore unterstĂŒtzend wirken kann. Auch bei SchwangerschaftsĂŒbelkeit in den ersten Monaten kann dieses Superfood eingesetzt werden. Eingesetzt wird dieses Superfood auch gegen Rheuma und gegen Katarakt und gegen Perikarditis.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Herbstzeitlose?

Schon Alexander von Tralleis hat die hervorragende Wirkung dieser Pflanze erwĂ€hnt. Die ersten pharmakologischen PrĂŒfungen wurden durch Anton Störck im 18. Jahrhundert durchgefĂŒhrt. Wichtig bei diesen PrĂŒfungen war letztlich die Erkenntnis, dass die Pflanze nur in kleinsten Mengen und nach langer Lagerung genutzt werden kann. Dies gilt auch noch heute. Bei den PrĂŒfungen, die im 18. Jahrhundert stattfanden, entstand schon die Erkenntnis, dass die Giftigkeit der Pflanze von Jahreszeit zu Jahreszeit stark variiert. Das heißt, zu manchen Zeiten ist die Giftigkeit der Pflanze gering. Die Wirkweise des Hauptwirkstoffs Colchicins beruht dabei auf dessen Bindung an Tubulindimere. Aus diesen wird die Mikrotubuli aufgebaut, was letztlich zur Hemmung der zellulĂ€ren Prozesse fĂŒhrt.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Herbstzeitlose auftreten?

Die Herbstzeitlose enthĂ€lt das Gift Colchicin. Dieses weißt Ähnlichkeiten mit Arsen auf. Es ist auch in heutiger Zeit nicht selten, dass es zu Vergiftungen kommt, weil die Pflanze hĂ€ufig verwechselt wird. Als tödliche Dosis gelten zwei bis fĂŒnf Gramm der Samen. Das entspricht einer Menge von 10 bis 20 Milligramm an Giftstoff. Wenn eine Vergiftung vorliegt, dann zeigt sich dies ca. zwei bis sechs Stunden nach der Einnahme. Auftreten können in der Folge von einer Vergiftung zunĂ€chst Schluckbeschwerden. Danach kommt es zu einem Kratzen und Brennen im Hals bzw. im Mund- und Rachenraum. Anschließend kommt es zu KrĂ€mpfen, zu Erbrechen und zu blutigen DurchfĂ€llen. Auch der Kreislauf fĂ€ngt an „verrĂŒckt zu spielen“. Das heißt, der Blutdruck fĂ€llt ab und es kommt zu einem Abfall der Körpertemperatur. Der Tod durch AtemlĂ€hmung tritt nach ein bis zwei Tagen nach dem Auftreten der ersten Symptome auf. Das Tragische dabei ist, dass der Betroffene bis zuletzt bei vollem Bewusstsein ist.

Zu einer solchen Vergiftung kommt es in der Regel durch eine falsche Dosierung. Die Dosierung darf aus diesem Grund nicht zu hoch angesetzt werden. Eine Ă€rztliche Überwachung ist erforderlich, dass unerwĂŒnschte Nebenwirkungen verhindert werden.

Zu Vergiftungen kann es kommen, weil diese Pflanze mit anderen Wildpflanzen verwechselt werden können. Eine Verwechslung kann es mit der Zwiebelknolle kommen, aber auch mit der Kuchenzwiebel. Es wurde auch von Vergiftungen berichtet, nachdem Milch von Ziegen oder von Schafen getrunken wurde. Grund dafĂŒr ist, dass diese Tiere zuvor BlĂ€tter der Pflanze gefressen hatten. Die Ursache fĂŒr die Vergiftung ist das in der Pflanze enthaltene Colchizin. Hierbei handelt es sich um ein Zellgift. Dieses verhindert in der Regel die erfolgende Trennung der Chromosomen bei der Meiose. Gegen eine Vergiftung helfen kann Eichenrinden-Tee.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Herbstzeitlose, bis sich erste Erfolge einstellen?

Das in der Pflanze enthaltene Colchicin wirkt recht schnell. Bei der Behandlung von einem akuten Gichtanfall sollte die Behandlung binnen 36 Stunden beginnen. Bis die Wirkung einsetzt, kann es bis zu 24 Stunden dauern. Dann entfaltet der Wirkstoff der Pflanze seine Wirkung und lindert die Beschwerden recht schnell.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Herbstzeitlose ?

Die Herbstzeitlose ist in Mitteleuropa heimisch. Allerdings kommt diese Pflanze nur im SĂŒden, in den Alpengebieten und auch in der Mitte von Mitteleuropa vor. Der Bestand der Pflanze ist merklich zurĂŒckgegangen in den letzten Jahrzehnten. Die Bestandsdichte ist dabei im SĂŒden von Mitteleuropa grĂ¶ĂŸer als im Norden dieser Region. UrsprĂŒnglich stammt die Pflanze aus dem östlichen Mittelmeerraum und war einst auch bis in den Westen von Asiens verbreitet. Heute findet man auch BestĂ€nde in Zentralasien. Weit verbreitet ist die Pflanze vor allem im SĂŒden von Deutschland. Sie hat dort so weit verbreitet schon seit langer Zeit, dass sie als einheimische Pflanze angesehen wird. Die Herbstzeitlose bevorzugt dabei nicht zu stark bewirtschaftetes GelĂ€nde. Die Pflanze liebt es zudem feucht und nĂ€hrstoffreich vom Boden her. Der bevorzugte Wachstumsbereich befindet sich zwischen GrĂ€sern. Anzutreffen ist die Pflanze vor allem in AuenwĂ€ldern und auch an HĂ€ngen und an Böschungen. Die Pflanze bevorzugt einen halbschattigen Ort zum Wachsen, kann aber auch volle Sonne vertragen, aber nur wenn diese nicht den ganzen Tag am Standort scheint. Als Superfood verwendet werden die Zwiebeln der Pflanze. Diese sollten wegen der starken Oxidationsreaktionen einiger enthaltener Wirkstoffe möglichst rasch nach der Ernte verarbeitet werden. Auch der Samen wird verwendet. Aus diesem kann eine Tinktur hergestellt werden.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Herbstzeitlose aus?

Die Herbstzeitlose ist ein ausdauerndes GewĂ€chs, deren Wurzel als zwiebelĂ€hnliche Knollen ausbildet sind. Diese sind bei Colchicum autumnale herzeiförmig und weisen Ă€ußerlich eine brĂ€unliche FĂ€rbung und schuppige Struktur auf. Sie werden von Zugwurzeln, die aus ihnen heraus stark nach unten ins Erdreich wachsen und sich im Laufe der Wachstumsperiode verkĂŒrzen, tiefer ins Erdreich gezogen, in bis ĂŒber 20 Zentimetern Tiefe, je nach klimatischen Bedingungen in einigen Regionen auch deutlich tiefer. Ab September bis Oktober, manchmal auch noch bis in den November hinein, recken sich ihre bis ĂŒber 20 Zentimeter hohen BlĂŒtenstĂ€nde aus dem Boden empor. Die BlĂŒten weisen eine blassviolette bis rotviolette, selten weiße FĂ€rbung sowie allgemein große Ähnlichkeit mit den BlĂŒten der im FrĂŒhjahr blĂŒhenden Krokusse (Crocus) auf. Zur BlĂŒtezeit im Herbst (daher der dt. Name) zeigen sie sich nackt und ohne LaubblĂ€tter, sie bestehen aus einer langen Kronröhre, die ihre KronblĂ€tter in Form von sechs Zipfeln trĂ€gt. Aus der Kronröhre ragen die GeschlechtsblĂ€tter, StaubblĂ€tter mit PollensĂ€cken sowie drei respektive ein dreiteiliger Griffel mit Stempel, empor. Die sechs Staubbeutel produzieren mĂ€nnliche Geschlechtszellen (Pollen) und im dreifĂ€chrigen Fruchtknoten, der dem Griffel zugrunde liegt und bei der Herbstzeitlosen im Erdreich ĂŒber der Zwiebelknolle in etwa 20 Zentimeter Tiefe liegt, werden weiblichen Geschlechtszellen (Eizellen) gebildet. Saugt ein Insekt (Insecta) am Nektar der Pflanze, nimmt es auch automatisch Pollen auf, der dann auf dem Stempel der nĂ€chsten Pflanze abgestreift wird. Hier werden dann Pollenkörner ĂŒber den Griffel auf einem bis ĂŒber 30 Zentimeter langen Weg zu den Eizellen im unterirdischen Fruchtknoten befördert, um diese zu befruchten. Bei der Herbstzeitlosen liegt der Fruchtknoten zunĂ€chst unter der Erde, hier entwickeln sich ab Herbst die Samen. Über den Winter sind auch die BlĂŒten abgestorben und oberirdisch ist nichts von der Pflanze zu sehen. Im FrĂŒhjahr schiebt die Herbstzeitlose den dann noch bis zum FrĂŒhsommer weiter reifenden Samenstand aus der Erde. Der Samenstand kann bis ĂŒber 20 Zentimeter hoch liegen. Die breiten, steifen und lanzettförmigen, tiefgrĂŒnen LaubblĂ€tter (Ă€hnlich wie bei Tulpen) erscheinen im spĂ€ten FrĂŒhjahr (ca. April). Ab spĂ€testens Mitte Juli, oft schon frĂŒher, werden die BlĂ€tter nach dem Ausreifen der Frucht hinfĂ€llig. Die Zwiebeln werden im Herbst geerntet und die Samen vor dem ersten HeumĂ€hens.

Trivialnamen

Unter welchen Namen ist Herbstzeitlose noch bekannt?

Die Herbstzeitlose wird auch noch vielen anderen Namen und Bezeichnungen betitelt. Hierzu gehört vor allem der lateinische Name Colchicum autumnale. Im Englischen wird die Pflanze als Autumn crocus, also als Herbstkrokus bezeichnet und auch als Meadow saffron, also Wiesensafran. DarĂŒber hinaus gibt es auch noch einige Volksnamen, unter denen diese Pflanze ebenfalls bekannt ist. Bekannt ist die Pflanze unter anderem als Giftkrokus und als Hundszwiebel sowie als Hennengift und als Teufelsbrot und Lausblume.

Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe sind in Herbstzeitlose enthalten?

Der markante Inhaltsstoff der Herbstzeitlosen ist der Wirkstoff Colchicin. Enthalten sind neben diesem Wirkstoff noch weitere 20 Alkaloide, wie das giftige Demecolcin und auch Colchicosid. Enthalten ist in der Pflanze auch Asparagin. Unter den weiteren Inhaltsstoffen finden sich zudem auch 6 bis 17 Prozent Öle und auch Proteine. DarĂŒber hinaus ist auch Zucker enthalten sowie bestimmte StĂ€rken. Die höchste Giftkonzentration findet sich in den Samenschalen der Pflanze. Und auch die Zwiebelknolle der Pflanze ist besonders giftig. Das Colchicin ist vor allem in den ausgereiften Samen sehr stark vertreten. Die BlĂŒten und die LaubblĂ€tter der Pflanze enthalten nur ca. zwei Prozent des Wirkstoffs. Das Colchicin in der Pflanze wurde im Jahr 1819 von Pierre Joseph Pelletier entdeckt. Er arbeitete damals mit Joseph BienaimĂš Caventou zusammen. Von seiner Wirkweise her zĂ€hlt dieser Hauptinhaltsstoff zu den Zytostatika.

Ähnliche Heilpflanzen

Gibt es Àhnliche Heilpflanzen, die wirken wie Herbstzeitlose?

Neben der Herbstzeitlosen gibt es noch andere HeilkrĂ€uter, die eigentlich giftig sind und mit deren Konsum man sorgsam umgehen muss bzw. die nur unter Ă€rztlicher Aufsicht eingenommen werden dĂŒrfen. Hierzu gehören zum Beispiel Rittersporn und auch Maiglöckchen.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Herbstzeitlose am Markt zu kaufen?

Herbstzeitlose gibt es zum Beispiel in der Mixtur mit noch anderen HeilkrÀutern in Form von Tropfen und von Tinkturen. Und auch in Tablettenform wird dieses Heilkraut in Kombination mit anderen HeilkrÀutern angeboten. Und auch Globuli gibt es mit dem Wirkstoff dieser Pflanze.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Herbstzeitlose als NEM?

Bei den PrĂ€paraten, die mit dem Wirkstoff dieser Pflanze hergestellt werden, handelt es sich um homöopathische Mittel. Neben der direkten Einnahme beim Heilpraktiker ist mit Globuli auch eine Selbstmedikation möglich. Angeboten werden dafĂŒr Potenzen von D6 bis D12. Hohe Potenzen werden grundsĂ€tzlich von einem Heilpraktiker verabreicht. Es ist wichtig, dass die Dosierungsangaben fĂŒr die Tinktur, fĂŒr die Tropfen und auch fĂŒr die Tabletten sowie fĂŒr Globuli sehr genau beachtet werden. Eine Überdosierung kann eine Vergiftung zur Folge haben. FĂŒr Tabletten liegt die Dosierung zum Beispiel bei zwei bis drei Tabletten am Tag.

Gibt es beim Kauf von Herbstzeitlose etwas zu beachten?

Herbstzeitlose ist zwar im SĂŒden von Deutschland verbreitet. Allerdings sollte man sich nicht allein auf die Suche nach der Pflanze machen. Man sollte die Wirkstoffe dieser Pflanze auf keinen Fall versuchen selbst herzustellen. Gekauft werden können die PrĂ€parate teils frei im Handel. Einige sind auch verschreibungspflichtig. Wenn es sich um hohe Potenzen handelt, die verabreicht werden, wird die Verabreichung vom Heilpraktiker bzw. Arzt vorgenommen.

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Hilde Sonntag
  • Expertin fĂŒr HeilkrĂ€uter empfiehlt

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Quellen zu diesem Beitrag
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