Die Einnahme von Nahrungseränzung ist kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

Die Einnahme von Nahrungseränzung ist kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

Heilpflanze

Seidelbast

Autor

Hilde Sonntag
Expertin für Heilkräuter
Seidelbast

enthaltene
Wirkstoffe

zu behandelnde
Symptome

24

recherchierte
Studien

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Wirkstoffe

behandelnde
Symptome

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24

recherchierte
Studien

Was ist Seidelbast?

Der Seidelbast gehört zu der Familie der Seidelbastgewächse und trägt den wissenschaftlichen Namen Daphne mezereum. Zu dieser Gattung zählen 70 bis 90 verschiedene Arten. Die Pflanze kann laubabwerfend oder immergrün sein. Die Sträucher werden 50 Zentimeter bis einen Meter hoch und können unter günstigen Bedingungen eine Höhe von zwei Metern erreichen. Die Laubblätter sind wechselständig und nur in seltenen Fällen gegenständig. Die Pflanze blüht bereits im März und die Blüten duften angenehm und stark.

Die rot glänzenden Steinfrüchte werden im Juni reif. Sie wachsen dicht an den Stängeln und verleihen der Pflanze ein exotisches Aussehen. Die Früchte und somit die Samen sind stark giftig. Bereits der Verzehr weniger Früchte kann tödlich sein. Die Rinde enthält Daphnetoxin und die Samen enthalten Mezerin. Alle Pflanzenteile sind giftig. Die Giftaufnahme kann bei Menschen auch über die Haut erfolgen. Die Stoffe lösen Hautreizungen aus und können zur Blasenbildung führen.

In schweren Fällen kann es zu Nekrosenbildung kommen, wenn das Gewebe abstirbt. Die innerliche Einnahme von Seidelbast führt zu schweren Nierenschäden, Schäden des Zentralnervensystems und Reizungen von Magen und Darm. Das erste Symptom einer Vergiftung ist ein Brennen der Mundschleimhaut und der Rachenschleimhaut. In der Folge kommt es zu Magen- und Darmreizungen. Bereits drei bis fünfzehn Beeren können tödlich wirken. Die erste Maßnahme ist eine Entleerung des Magens. Auf jeden Fall sollte bei Verdacht auf eine Vergiftung mit Teilen der Pflanze der Notarzt gerufen werden.

In Deutschland sind in erster Linie die beiden Sorten, Rosmarin-Seidelbast und der sogenannte Echte Seidelbast bezeichnet, heimisch. Der Rosmarin-Seidelbast gedeiht in der Pfalz, auf der schwäbischen Alb, im Alpenraum und im Südschwarzwald. Der Echte Seidelbast ist häufiger anzutreffen. Er wächst in Buschenmischwäldern und in ganz Mitteleuropa auf frischen, feuchten Lehmböden. Diese Böden sind meist kalkreich und humusreich. Beide Pflanzen befinden sich auf der Roten Liste, der geschützten Wildpflanzen.

Das Hauptverbreitungsgebiet der Pflanze ist der Kaukasus, Eurasien und Europa. In China und Nordamerika ist die Pflanze ebenfalls zu finden. Für Vögel und Insekten dient die Pflanze, beziehungsweise für die Vögel in erster Linie die Früchte, als Nahrung. Die Früchte der Pflanze sind für Vögel nicht gefährlich und sie tragen zur Verbreitung der Samen bei. In homöopathischen Arzneimitteln oder als Tinktur ist Seidelbast für zahlreiche Erkrankungen und Beschwerden bei Menschen sehr hilfreich.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Seidelbast einnehmen?

Bestandteile der Pflanze sollten nur in Fertigpräparaten, die verschrieben werden oder in einer homöopathischen Behandlung angewandt werden. So ist sichergestellt, dass durch die Giftigkeit der Pflanze keine Schädigungen oder Vergiftungen entstehen. Da die Pflanze geschützt ist, sollte auf Sammeln in der Natur generell verzichtet werden. Seidelbastpräparate werden eingesetzt bei:

  • Rheumatischen Erkrankungen
  • Geschwüren
  • Hautentzündungen
  • juckender Haut
  • nässenden Ekzemen
  • Zahnschmerzen
  • Neuralgien
  • Blähungen
  • Verstopfung
  • Eiterflechten
  • offenen Beinen
  • Borreliose
  • Rückenschmerzen
  • Dekubitus (Wundliegen bei Bettlägrigkeit)
  • Gürtelrose
  • Koliken
  • Harnbrennen
  • Magenschmerzen
  • Trigeminusneuralgie
  • Migräne
  • Herpes Zoster
  • eingeschlafene Füße
  • Pruritus
  • Zungenbrennen
  • Nackenschmerzen
  • Schnupfen
  • Niesreiz

Die Präparate aus Seidelbast sind vielseitig einsetzbar und können bei unzähligen Erkrankungen helfen.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Seidelbast?

Vor allem in der Homöopathie werden einige Krankheitsbilder mit stark verdünnten und fertigen Seidelbastpräparaten verwendet. Zu den wirksamsten enthaltenen Stoffen zählen die Flavonoide. Diese haben eine antioxidative, antivirale, entzündungshemmende, antikanzerogene, antimikrobielle und antifungale Wirkung. Dies erklärt auch die vielseitige Einsetzbarkeit der Heilpflanze. Mit Tinkturen wurden früher Gelenke behandelt um den Schmerz aus den Gelenken zu bekommen. Durch die schmerzhafte Reizung der darüberliegenden Haut verschwand der Gelenkschmerz.

Auch gegen Sodbrennen wurde die Heilpflanze früher häufig eingesetzt. Bei Huftieren in England wurde die Pflanze gegen Durchfallerscheinungen bei den Pferden eingesetzt. Heute wird von einer Anwendung der Heilpflanze in Eigenregie in allen Bereichen abgeraten. Das Sammeln wird mit sehr hohen Strafen geahndet, da die Pflanze unter strengem Naturschutz steht.

Verschrieben oder homöopathisch angewandt hilft die Heilpflanze gegen Hautentzündungen, Bläschenbildung oder die Bildung von Krusten. So werden Seidelbastpräparate gerne bei Gürtelrose eingesetzt, da es hier sehr wenig bis keine Heilmittel gibt.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Seidelbast auftreten?

Die Nebenwirkungen sind bei einer zu hohen Dosierung enorm. Bei Aufnahme der Beeren oder Früchte ist der Seidelbast tödlich. Zehn bis zwölf Beeren, je nach Statur und Alter können tödlich sein. Die Mund- und Rachenschleimhäute werden stark gereizt. Dies äußerst sich durch Kratzen und Brennen im Mund, einer Schwellung der Lippen und auch der Mundschleimhaut. Auch der Magen-Darm-Trakt wird durch den Verzehr massiv gereizt. Weitere Anzeichen für eine Vergiftung mit Teilen der Pflanze sind unter anderem:

  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • verstärkter Speichelfluss
  • Bauchschmerzen
  • Mundtrockenheit
  • Schluckbeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Durstgefühl
  • Unruhe
  • Desorientiertheit
  • wässriger und blutiger Durchfall
  • blutiger Urin
  • Kopfschmerzen
  • erhöhte Nasensekretion
  • Atemstörungen
  • Nierenentzündung
  • Krämpfe
  • langanhaltende Störungen des Magen-Darm-Traktes

Auch der Kontakt mit der Pflanze kann starke Nebenwirkungen haben. Die Inhaltsstoffe führen zu einer starken Reizung der Haut. Starker Juckreiz, Bläschenbildung und Rötungen können die Folge sein. Diese Hautprobleme können über einen längeren Zeitraum anhalten. Eine Reizung der Augen kann zu einer Entzündung der Bindehaut führen. Bei einer längeren Einwirkzeit ist mit stärkeren Problemen zu rechnen.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Seidelbast, bis sich erste Erfolge einstellen?

Die Anwendungsdauer von Seidelbast ist sehr unterschiedlich. Ebenso unterschiedlich ist die Dauer, bis Erfolge spürbar sind. Im Allgemeinen lassen sich die ersten Erfolge jedoch sehr schnell nach der ersten Einnahme feststellen.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Seidelbast?

Die Heilpflanze ist in unterschiedlichen Arten über ganz Eurasien verbreitet. 52 Arten wachsen alleine in China. Carl von Linné veröffentlichte 1753 erstmalig den Gattungsnamen Daphne. Diese giftige Heilpflanze blickt also auf eine lange Geschichte zurück. Der Anbau und die Ernte erfolgen durch die Unternehmen, die die Heilpflanze weiterverarbeiten zu Fertigpräparaten oder zu homöopathischen Arzneimitteln.

Seidelbast steht unter strengem Naturschutz und darf nicht gesammelt werden. Aus Sicherheitsgründen sollte darauf auch verzichtet werden, da die Pflanze in allen Pflanzenteilen sehr giftig ist. Im eigenen Garten darf die Pflanze angebaut und auch gepflückt werden. Es wird jedoch empfohlen, auf Fertigpräparate zurückzugreifen, da bereits geringe Mengen massive Nebenwirkungen haben können. Seidelbast sollte für Kinder und Haustiere nicht erreichbar sein.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Seidelbast aus?

Für medizinische Zwecke werden die Früchte und die Rinde verwendet. Die Rinde von jungen Zweigen hat eine gelblich-braune Farbe. Mit zunehmendem Alter reißt die Rinde auf und ist dann eher braun und grau gefärbt. Die Früchte sind rot und glänzend. In seltenen Fällen sind die Früchte auch gelb. Sie ähneln Beeren und ziehen Kinder magisch an. Die Früchte oder auch Samen haben einen Durchmesser von ungefähr zehn Millimetern.

Trivialnamen

Unter welchen Bezeichnungen ist Seidelbast noch bekannt?

Für den Seidelbast gibt es zahlreiche verschiedene Namen, wie zum Beispiel:

  • Pfefferstrauch
  • Berg-Pfeffer
  • Buschweide
  • Elendsblum
  • Zeiland
  • Kellerhalsrinde
  • Kälberhals
  • Wolfsbast
  • Warzenkraut
  • wilder spanischer Pfeffer
  • Menschendieb
  • Zahnwehholz
  • Giftbäumlein
  • Giftbeere
  • Brennwurz
  • Waldlorbeer
  • Deutscher Pfeffer
  • Hundszigel
  • Pfefferstrauch
  • Holzmännchen

Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe sind in Seidelbast enthalten?

In dieser Heilpflanze sind zahlreiche Inhaltsstoffe enthalten, so zum Beispiel Daphnetoxin, Flavonoide, Hesperidin, Mezerin, Cumaringlycosid, Harz, Apfelsäure, Daphnin und Beta-Sitosterol.

Ähnliche Heilpflanzen

Gibt es ähnliche Heilpflanzen, die wirken wie Seidelbast?

Selbstverständlich gibt es Heilpflanzen, die gegen die Erkrankungen oder Beschwerden eingesetzt werden, wie Seidelbast. Allerdings gibt es keine mit einer ähnlichen Wirksamkeit und vor allem nicht mit einer Wirksamkeit kombiniert mit einer so hohen Giftigkeit. Die Wirksamkeit der Heilpflanze ist sicher unumstritten, allerdings sind die Nebenwirkungen zu berücksichtigen. Dies ist vermutlich ein Grund dafür, dass heutzutage in vielen Fällen eher andere Arzneimittel eingesetzt werden.

Dennoch gibt es einige Erkrankungen, bei denen genau diese Heilpflanze hilft und andere Präparate eher nicht oder weniger. Diese Anwendungen sollten jedoch immer mit dem Arzt besprochen werden. Zu diesen Erkrankungen zählt unter anderem die Gürtelrose.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Seidelbast am Markt zu kaufen?

Seidelbast ist als homöopathisches Heilmittel in unterschiedlichen Potenzen erhältlich und als Tinkturen. Tinkturen dienen der äußerlichen Anwendung. Homöopathisch kann die Heilpflanze ihre Wirkung gut entfalten, da sie sehr stark verdünnt und nur in höheren Potenzen erhältlich ist.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Seidelbast als NEM?

Seidenbast ist kein Nahrungsergänzungsmittel, vielmehr handelt es sich hier um eine Heilpflanze. Diese sollte auch nur zu Heilungszwecken eingesetzt werden und bevorzugt in Absprache mit dem Arzt. Der Verzehr und die Zubereitung in Eigenregie ist aufgrund der Giftigkeit der Pflanze nicht zu empfehlen.

Die Dosierung der homöopathischen Arzneimittel richtet sich nach der Erkrankung, nach der Potenz und dem Beschwerdebild. Eine generell gültige Empfehlung gibt es nicht. Die geeignete Dosierung sollte mit einem Arzt oder Heilpraktiker abgesprochen werden.

Gibt es beim Kauf von Seidelbast etwas zu beachten?

Bei Seidelbast gilt die gleiche Empfehlung wie bei allen anderen Heil- und Arzneimittel. Es sollte generell auf die Qualität geachtet werden. Auch die Herstellung und die Inhaltsstoffe dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Die Empfehlung insbesondere bei dieser Heilpflanze lautet in allen Fällen auf Fertigarzneimittel zurückzugreifen. Diese Produkte sollten nicht in Eigenregie hergestellt und im Eigenversuch getestet werden.

Fertige Arzneimittel oder homöopathische Mittel sind getestet und bieten ein hohes Maß an Sicherheit. Auch die jeweiligen Dosierungen sind für die jeweiligen Erkrankungen ausgelegt. Bei diesen Produkten besteht keine Gefahr der Vergiftung oder anderer massiver Nebenwirkungen. Richtig dosiert und sinnvoll eingesetzt ist die Heilpflanze Daphne immer noch ein durchaus hilfreiches Mittel.

Studien zu Seidelbast

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