Die Einnahme von Nahrungseränzung ist kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

Heilpflanze

Ackergauchheil

Autor

Hilde Sonntag
Expertin für Heilkräuter
Ackergauchheil

enthaltene
Wirkstoffe

zu behandelnde
Symptome

26

recherchierte
Studien

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behandelnde
Symptome

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26

recherchierte
Studien

Was ist Ackergauchheil?

Der Ackergauchheil, der unter anderem auch Wetterkraut oder Weinbergstern genannt wird, gehört zur Familie der Primelgewächse und wird in der Untergruppe der Myrsinengewächse eingegliedert. Er gilt meist als Unkraut und ist in allen Teilen der Pflanze schwach giftig. Die höchste Giftkonzentration findet sich in der Wurzel. Die Pflanze ist einjährig und kriechend und bildet einen Stängel mit vier Kanten aus, der bis zu 30 cm lang werden kann. Die Blätter der Heilpflanze sind eiförmig und haben einen glatten Rand. Die Wurzel reicht bis zu 40 cm in die Erde hinein.

Der Ackergauheil blüht vom Frühling bis in den Herbst hinein mit Blüten eines Durchmessers von 10 bis 15 mm. Es handelt sich um eine Blüte des Typs Pollen-Scheibenblume. Die Pflanze kann sich selbst bestäuben oder durch Insekten bestäubt werden. Die Blüten können eine blaue oder eine orangene bis rote Farbe haben. Der Ackergauchheil heißt auch Wetterkraut, da sich ihre Blüten je nach Feuchtigkeit der Luft öffnen oder schließen, weshalb die Pflanze früher ein Indikator für das Wetter war.

Die Pflanze bildet ihre Samen in den Monaten von August bis Oktober. Die Samen werden durch Wind und Regen verbreitet.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Ackergauchheil einnehmen?

Bereits zu Zeiten von Hippokrates legte man getrocknetes Wetterkraut auf Wunden, um die Heilung zu fördern. Auch wurde es als Gurgellösung bei Zahnschmerzen eingesetzt. Eine Anwendung bei Schlangenbiss, und bei Nieren- und Leberleiden ist ebenso seit langem bekannt. Des Weiteren wurde die Pflanze bei einer ganzen Reihe von Krankheiten, wie Tobsucht, Augentrübung, Nierensteinen, Tollwut, Geschwüren, Epilepsie, Darmproblemen, Hämorrhoiden, Unterleibsstockungen, Gicht, Warzen, Ikterus, Verstopfung, trockener Haut und Manie eingesetzt.

In der heutigen Medizin ist der Ackergauchheil weitestgehend unbekannt und wird nicht mehr eingesetzt. In der Homöopathie kann es zur Therapie von Nieren- und Lebererkrankungen verabreicht werden, bei Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und bei leichten Depressionen.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Ackergauchheil?

Dass die Pflanze heute als Unkraut gesehen wird, hat vor allem mit ihrer Giftigkeit zu tun. Auch Viehweiden ist sie unerwünscht und gilt als Verunreinigung des Futters. Sie enthält viele Bitterstoffe und kann Durchfall und auch narkotische Wirkungen auslösen. In hohen Dosierungen kann eine Magen-Darm-Entzündung mit unter Umständen tödlichen Folgen ausgelöst werden. Die Samen der Pflanze sind ebenfalls giftig, empfindliche Menschen können bei der Berührung ihrer Blätter mit Hautreizungen reagieren.

Die Samen des Ackergauchheils enthalten aber auch Saponine, die nachweislich bei Erkältungen wirken, da sie Sekrete verflüssigen und für deren Abtransport sorgen können. Allerdings ergibt sich die Giftigkeit des Ackergauchheils aus seinem hohen Gehalt an Saponinen, deshalb soll es nur in fertigen Produkten oder sehr geringen Dosierungen angewendet werden. Auch Glykoside sind in der Pflanze enthalten, die aber weitestgehend unbekannt sind, des Weiteren enthält das Kraut Bitterstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle, Phytosterole, Triterpene, Cucurbitacine und Primverase. Es soll eine fungizide Wirkung haben, Kontraktionen des Uterus begünstigen, estrogene und antivirale Wirkung haben.

Die Pflanze wird heute zur Bekämpfung von Nasennebenhölenentzündungen, Magen-Darm-Problemen, Nierensteinen, Verstopfung, Warzen und Wunden und als Schmerzstiller eingesetzt.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Ackergauchheil auftreten?

Ein Konsum von Ackergauchheil, vor allem in hohen Mengen, kann ein plötzliches Abfallen des Blutdrucks bewirken. Ebenso kann es zu Durchfall und einer leichten Narkotisieren kommen. In schlimmen Fällen kommt es zu Entzündungen des Magen-Darm-Traktes, die tödlich sein können. Ebenso sind allergische Hautreaktionen und andere allergische Reaktionen, wie zum Beispiel ein Zittern des Körpers möglich. Wer eine Überempfindlichkeit gegenüber eines oder mehrerer der Wirkstoffe hat, sollte von der Anwendung absehen. Gleiches gilt für eine Anwendung bei Kindern, da es hier keinerlei Untersuchungen zu den Wirkungen gibt. Schwangere und Stillende sollten die Heilpflanze auf keinen Fall einnehmen, denn sie kann für ein Zusammenziehen des Uterus sorgen und ist damit wehenfördernd.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Ackergauchheil, bis sich erste Erfolge einstellen?

Über die Anwendungsdauer von Ackergauchheil bis sich erste Erfolge einstellen ist nur wenig bekannt, denn die Heilpflanze wird heute recht selten und bisher ausschließlich von Homöopathen benutzt. Das liegt wohl daran, dass es andere Heilpflanzen gibt, die ähnliche Wirkungen haben aber weniger giftig sind. Wie lange eine Anwendungsdauer ist, bis sich erste Erfolge einstellen, hängt auch davon ab, für die Behandlung welcher Krankheiten die Pflanze benutzt wird. Die antivirale und schleimlösende Wirkung des Ackergauchheils dürfte bereits nach wenigen Stunden zu spüren sein. Gleiches gilt bei einer Anwendung zur Senkung von Fieber oder als schweißtreibendes Mittel. Wer die Heilpflanze einsetzt, um beispielsweise die Nierentätigkeit anzuregen, sollte vielleicht die Geduld einiger Wochen aufbringen.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Ackergauchheil ?

Die Heilpflanze stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Von dort aus hat sie sich über ganz Europa verbreitet. Sie wächst häufig auf Äckern, in Weinbergen, auf Brachflächen, in Gärten aber auch auf Schuttplätzen. In den letzten Jahren ist eine Ansiedlung von Ackergauchheil vor allem an Straßen zu beobachten, die mit Salz gestreut werden. Die Pflanze bevorzugt leichte Erde, kann aber auch im Tonboden wachsen.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Ackergauchheil aus?

Der Ackergauchheil ist eine am Boden kriechende, giftige und bittere Pflanze, die in unseren Breitengraden vor allem orange bis rot blüht. Im Mittelmeerraum, wo er ursprünglich herkommt, ist er oft mit blauen Blüten zu finden. Die Pflanze gehört zu den Primeln und ist einjährig. Bei bedecktem Himmel oder drohendem Regen hat die Pflanze die Eigenschaft, ihre Blüten zu schließen und gilt daher als Wetteranzeiger. Ihre Giftigkeit ergibt sich aus einem hohen Saponin-Gehalt. Unter anderem deshalb wird sie oft als Unkraut klassifiziert.

Trivialnamen

Unter welchen Namen ist Ackergauchheil noch bekannt?

Es gibt sehr viele alternative Namen für den Ackergauchheil. Man nennt ihn auch Abele oder Augenblüte, Blutstruppen, Bluetströpfli, Colenerskraut, Colmarkraut, Corallenblümchen, Fule Liese, Faule Magd, Faules Liesl, Frauenblume, Gachheil, Gauchheil, Gauchblume, Gewitterblume, Geckenheil, runsche Gedyrme, Goldhünerdarm, Grundheil, Gänskritche, Hahnentritt, Heil aller Welt, Hendwis, Hennebeyss, Heilkraut, Hienendärm, Hühnertritt, Hühneraug, Hünertarn, Hühnermyrthe, Jochheil, Katzenpfötchen, Kopfwehkraut, Katzenfuss, rote Mäusedarme, Mausgedärm, Maushödlin, roter Meyer oder rote Miern, roter Gauchheil, roter Hühnerdarm, Nebelpflanze, Neunerblümle oder Neunerle, Nifelkraut und Nüniblümli, Sperlingskraut, Vernunftkraut, Vogelkraut, Wutkraut, Weinbergstern, Wetterkraut oder Zeisigkraut.

Der lateinische Name der Pflanze lautet Anagallis parviflora, A. phoenicera oder auch A. platyphylla

Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe sind in Ackergauchheil enthalten?

Der Ackergauchheil enthält Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle, Phytosterole, Triterpene, Cucurbitacine und Primverase.

Saponine sind in der Lage Schleim zu lösen und zu verflüssigen, sodass er leichter abtransportiert werden kann. Deshalb werden sie oft gegen Erkältungen eingesetzt.

Bitterstoffe regen die Verdauung an und tragen zu einer Normalisierung der Darmtätigkeit bei.

Gerbstoffe wirken gegen Entzündungen des Magens und des Darms, können bei leichten Durchfällen Abhilfe schaffen und bekämpfen Entzündungen der Mundschleimhäute. Sie sorgen als blutstillende Mittel für eine schnellere Wundheilung und können bei Verbrennungen eine lindernde Wirkung haben.

Ätherische Öle können je nach Art beruhigend oder aktivierend wirken. Sie sind in der Lage, die Nervenrezeptoren im menschlichen Körper zu besetzen und können über die Haut oder den Atem in den Körper gelangen.

Phytosterole können den Cholesterinspiegel senken und das Wachstum von Krebszellen hemmen. Es handelt sich hier um Fette, die der Struktur der tierischen Cholesterine ähnlich sind.

Triterpene sind sekundäre Pflanzenstoffe, die sehr viele verschiedene biologische Aktivitäten aufweisen können. Sie können sich positiv auf die Zellbildung auswirken, Wachstum fördern, die Sehkraft positiv beeinflussen, sowie antiinfektiös und antiallergisch wirken.

Mit Cucurbitacinen konnten positive Ergebnisse bei der Behandlung von Krebs erzielt werden.

Primaverase ist ein Enzym, das eine sanfte, beruhigende Wirkung haben kann.

Ähnliche Heilpflanzen

Gibt es ähnliche Heilpflanzen, die wirken wie Ackergauchheil?

Es gibt einige Pflanzen, die ähnliche Wirkungen haben wie das Ackergauchheil, darunter sind zum Beispiel die Artischocke, der Kümmel oder auch der Rosmarin.

Die verdauungsfördernde Wirkung der Artischocke ergibt sich aus ihrem hohen Gehalt an Bitterstoffen. Des Weiteren wirkt sie sich positiv auf das menschliche Herz-Kreislauf-System und auf die Funktion der inneren Organe aus. Sie ist entgiftend und entwässernd und regt die Funktion von Leber und Galle an. Auch Beschwerden wie ein Reizdarmsyndrom können mit ihrer Hilfe behandelt werden. Die Cholesterinwerte können durch die Einnahme von Artischocke harmonisiert werden. Auch der Bildung von Gallensteinen wird durch die Artischocke vorgebeugt. Sie wirkt antioxidativ, senkt die Blutfettwerte und kann auch zur Behandlung von Arteriosklerose eingesetzt werden.

Kümmel enthält ätherische Öle, die Beschwerden mit der Verdauung lindern können. Er wirkt gegen Blähungen und auch gegen Darmparasiten.

Rosmarin wirkt nachweislich bei Verdauungsbeschwerden und Bluthochdruck. Die ätherischen Öle in der Pflanze haben eine beruhigende Wirkung. Sie kann auch gegen Rheuma und in den Wechseljahren eingesetzt werden.

Was die erkältungslindernde Wirkung des Ackergauchheils betrifft, so kann alternativ eine andere Pflanze aus der Familie der Primelgewächse verwendet werden, die Schlüsselblume. Auch die Schlüsselblume ist reich an Saponinen und kann somit Schleim lösen, ihn verflüssigen und für einen schnelleren Abtransport sorgen.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Ackergauchheil am Markt zu kaufen?

Ackergauchheil gibt es in Form von Kapseln oder Tabletten, Globuli, Tropfen, als Tee oder als Injektionslösung zu kaufen. Es kann intravenös, intramuskulär sowie subkutan verabreicht werden.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Ackergauchheil als NEM?

Was die Verzehrempfehlung von Ackergauchheil angeht, so sollte die Heilpflanze aufgrund ihrer Giftigkeit sehr vorsichtig und nur in niedriger Dosierung angewendet werden. Auch sollte es nie über längere Zeiträume eingenommen werden.

Wer die Heilpflanze zur Behandlung von Nieren- und Leberleiden einsetzt, sollte am Tag nicht mehr als einen halben Teelöffel davon mit 250 ml Wasser aufgegossen zu sich nehmen. Zur äußeren Wundbehandlung hingegen, kann bis zu einem Esslöffel des Krautes verwendet werden.

Gibt es beim Kauf von Ackergauchheil etwas zu beachten?

Es gibt nur sehr wenige und vereinzelt Produkte zu kaufen, die Ackergauchheil beinhalten, was wohl zum einen mit seiner Giftigkeit und zum anderen damit zu tun hat, dass er durch andere Heilpflanzen gut ersetzt werden kann, die weniger giftig und daher einfacher in der Anwendung sind. Die meisten Produkte, die die Heilpflanze enthalten sind Globulis. Globulis sind so gering dosiert, dass die Giftigkeit der Pflanze nicht ins Gewicht fallen dürfte. Sie können bedenkenlos verwendet werden. Wer die Heilpflanze als Tee kauft, muss unbedingt darauf achten, ihn nicht zu hoch zu dosieren und im Zweifel eher zumindest bei den ersten Anwendungen die Dosierung verringern. Es können auch Samen der Pflanze gekauft werden, sodass ein Eigenanbau stattfinden kann.

Studien zu Ackergauchheil

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