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Was ist Ackergauchheil?

Der Ackergauchheil, der unter anderem auch Wetterkraut oder Weinbergstern genannt wird, gehört zur Familie der Primelgewächse und wird in der Untergruppe der Myrsinengewächse eingegliedert. Er gilt meist als Unkraut und ist in allen Teilen der Pflanze schwach giftig. Die höchste Giftkonzentration findet sich in der Wurzel. Die Pflanze ist einjährig und kriechend und bildet einen Stängel mit vier Kanten aus, der bis zu 30 cm lang werden kann. Die Blätter der Heilpflanze sind eiförmig und haben einen glatten Rand. Die Wurzel reicht bis zu 40 cm in die Erde hinein.

Der Ackergauheil bl√ľht vom Fr√ľhling bis in den Herbst hinein mit Bl√ľten eines Durchmessers von 10 bis 15 mm. Es handelt sich um eine Bl√ľte des Typs Pollen-Scheibenblume. Die Pflanze kann sich selbst best√§uben oder durch Insekten best√§ubt werden. Die Bl√ľten k√∂nnen eine blaue oder eine orangene bis rote Farbe haben. Der Ackergauchheil hei√üt auch Wetterkraut, da sich ihre Bl√ľten je nach Feuchtigkeit der Luft √∂ffnen oder schlie√üen, weshalb die Pflanze fr√ľher ein Indikator f√ľr das Wetter war.

Die Pflanze bildet ihre Samen in den Monaten von August bis Oktober. Die Samen werden durch Wind und Regen verbreitet.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Ackergauchheil einnehmen?

Bereits zu Zeiten von Hippokrates legte man getrocknetes Wetterkraut auf Wunden, um die Heilung zu f√∂rdern. Auch wurde es als Gurgell√∂sung bei Zahnschmerzen eingesetzt. Eine Anwendung bei Schlangenbiss, und bei Nieren- und Leberleiden ist ebenso seit langem bekannt. Des Weiteren wurde die Pflanze bei einer ganzen Reihe von Krankheiten, wie Tobsucht, Augentr√ľbung, Nierensteinen, Tollwut, Geschw√ľren, Epilepsie, Darmproblemen, H√§morrhoiden, Unterleibsstockungen, Gicht, Warzen, Ikterus, Verstopfung, trockener Haut und Manie eingesetzt.

In der heutigen Medizin ist der Ackergauchheil weitestgehend unbekannt und wird nicht mehr eingesetzt. In der Homöopathie kann es zur Therapie von Nieren- und Lebererkrankungen verabreicht werden, bei Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und bei leichten Depressionen.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Ackergauchheil?

Dass die Pflanze heute als Unkraut gesehen wird, hat vor allem mit ihrer Giftigkeit zu tun. Auch Viehweiden ist sie unerw√ľnscht und gilt als Verunreinigung des Futters. Sie enth√§lt viele Bitterstoffe und kann Durchfall und auch narkotische Wirkungen ausl√∂sen. In hohen Dosierungen kann eine Magen-Darm-Entz√ľndung mit unter Umst√§nden t√∂dlichen Folgen ausgel√∂st werden. Die Samen der Pflanze sind ebenfalls giftig, empfindliche Menschen k√∂nnen bei der Ber√ľhrung ihrer Bl√§tter mit Hautreizungen reagieren.

Die Samen des Ackergauchheils enthalten aber auch Saponine, die nachweislich bei Erk√§ltungen wirken, da sie Sekrete verfl√ľssigen und f√ľr deren Abtransport sorgen k√∂nnen. Allerdings ergibt sich die Giftigkeit des Ackergauchheils aus seinem hohen Gehalt an Saponinen, deshalb soll es nur in fertigen Produkten oder sehr geringen Dosierungen angewendet werden. Auch Glykoside sind in der Pflanze enthalten, die aber weitestgehend unbekannt sind, des Weiteren enth√§lt das Kraut Bitterstoffe, Gerbstoffe, √§therische √Ėle, Phytosterole, Triterpene, Cucurbitacine und Primverase. Es soll eine fungizide Wirkung haben, Kontraktionen des Uterus beg√ľnstigen, estrogene und antivirale Wirkung haben.

Die Pflanze wird heute zur Bek√§mpfung von Nasennebenh√∂lenentz√ľndungen, Magen-Darm-Problemen, Nierensteinen, Verstopfung, Warzen und Wunden und als Schmerzstiller eingesetzt.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Ackergauchheil auftreten?

Ein Konsum von Ackergauchheil, vor allem in hohen Mengen, kann ein pl√∂tzliches Abfallen des Blutdrucks bewirken. Ebenso kann es zu Durchfall und einer leichten Narkotisieren kommen. In schlimmen F√§llen kommt es zu Entz√ľndungen des Magen-Darm-Traktes, die t√∂dlich sein k√∂nnen. Ebenso sind allergische Hautreaktionen und andere allergische Reaktionen, wie zum Beispiel ein Zittern des K√∂rpers m√∂glich. Wer eine √úberempfindlichkeit gegen√ľber eines oder mehrerer der Wirkstoffe hat, sollte von der Anwendung absehen. Gleiches gilt f√ľr eine Anwendung bei Kindern, da es hier keinerlei Untersuchungen zu den Wirkungen gibt. Schwangere und Stillende sollten die Heilpflanze auf keinen Fall einnehmen, denn sie kann f√ľr ein Zusammenziehen des Uterus sorgen und ist damit wehenf√∂rdernd.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Ackergauchheil, bis sich erste Erfolge einstellen?

√úber die Anwendungsdauer von Ackergauchheil bis sich erste Erfolge einstellen ist nur wenig bekannt, denn die Heilpflanze wird heute recht selten und bisher ausschlie√ülich von Hom√∂opathen benutzt. Das liegt wohl daran, dass es andere Heilpflanzen gibt, die √§hnliche Wirkungen haben aber weniger giftig sind. Wie lange eine Anwendungsdauer ist, bis sich erste Erfolge einstellen, h√§ngt auch davon ab, f√ľr die Behandlung welcher Krankheiten die Pflanze benutzt wird. Die antivirale und schleiml√∂sende Wirkung des Ackergauchheils d√ľrfte bereits nach wenigen Stunden zu sp√ľren sein. Gleiches gilt bei einer Anwendung zur Senkung von Fieber oder als schwei√ütreibendes Mittel. Wer die Heilpflanze einsetzt, um beispielsweise die Nierent√§tigkeit anzuregen, sollte vielleicht die Geduld einiger Wochen aufbringen.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Ackergauchheil ?

Die Heilpflanze stammt urspr√ľnglich aus dem Mittelmeerraum. Von dort aus hat sie sich √ľber ganz Europa verbreitet. Sie w√§chst h√§ufig auf √Ąckern, in Weinbergen, auf Brachfl√§chen, in G√§rten aber auch auf Schuttpl√§tzen. In den letzten Jahren ist eine Ansiedlung von Ackergauchheil vor allem an Stra√üen zu beobachten, die mit Salz gestreut werden. Die Pflanze bevorzugt leichte Erde, kann aber auch im Tonboden wachsen.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Ackergauchheil aus?

Der Ackergauchheil ist eine am Boden kriechende, giftige und bittere Pflanze, die in unseren Breitengraden vor allem orange bis rot bl√ľht. Im Mittelmeerraum, wo er urspr√ľnglich herkommt, ist er oft mit blauen Bl√ľten zu finden. Die Pflanze geh√∂rt zu den Primeln und ist einj√§hrig. Bei bedecktem Himmel oder drohendem Regen hat die Pflanze die Eigenschaft, ihre Bl√ľten zu schlie√üen und gilt daher als Wetteranzeiger. Ihre Giftigkeit ergibt sich aus einem hohen Saponin-Gehalt. Unter anderem deshalb wird sie oft als Unkraut klassifiziert.

Trivialnamen

Unter welchen Namen ist Ackergauchheil noch bekannt?

Es gibt sehr viele alternative Namen f√ľr den Ackergauchheil. Man nennt ihn auch Abele oder¬†Augenbl√ľte,¬†Blutstruppen, Bluetstr√∂pfli, Colenerskraut,¬†Colmarkraut,¬†Corallenbl√ľmchen,¬†Fule Liese, Faule Magd, Faules Liesl, Frauenblume,¬†Gachheil, Gauchheil, Gauchblume,¬†Gewitterblume, Geckenheil,¬†runsche Gedyrme, Goldh√ľnerdarm, Grundheil, G√§nskritche, Hahnentritt,¬†Heil aller Welt,¬†Hendwis,¬†Hennebeyss, Heilkraut,¬†Hienend√§rm, H√ľhnertritt,¬†H√ľhneraug, H√ľnertarn,¬†H√ľhnermyrthe, Jochheil,¬†Katzenpf√∂tchen,¬†Kopfwehkraut, Katzenfuss,¬†rote M√§usedarme, Mausged√§rm,¬†Maush√∂dlin,¬†roter Meyer¬†oder¬†rote Miern, roter Gauchheil, roter H√ľhnerdarm, Nebelpflanze, Neunerbl√ľmle¬†oder Neunerle,¬†Nifelkraut und¬†N√ľnibl√ľmli,¬†Sperlingskraut, Vernunftkraut, Vogelkraut,¬†Wutkraut, Weinbergstern, Wetterkraut oder¬†Zeisigkraut.

Der lateinische Name der Pflanze lautet Anagallis parviflora, A. phoenicera oder auch A. platyphylla

Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe sind in Ackergauchheil enthalten?

Der Ackergauchheil enth√§lt Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, √§therische √Ėle, Phytosterole, Triterpene, Cucurbitacine und Primverase.

Saponine sind in der Lage Schleim zu l√∂sen und zu verfl√ľssigen, sodass er leichter abtransportiert werden kann. Deshalb werden sie oft gegen Erk√§ltungen eingesetzt.

Bitterstoffe regen die Verdauung an und tragen zu einer Normalisierung der Darmtätigkeit bei.

Gerbstoffe wirken gegen Entz√ľndungen des Magens und des Darms, k√∂nnen bei leichten Durchf√§llen Abhilfe schaffen und bek√§mpfen Entz√ľndungen der Mundschleimh√§ute. Sie sorgen als blutstillende Mittel f√ľr eine schnellere Wundheilung und k√∂nnen bei Verbrennungen eine lindernde Wirkung haben.

√Ątherische √Ėle k√∂nnen je nach Art beruhigend oder aktivierend wirken. Sie sind in der Lage, die Nervenrezeptoren im menschlichen K√∂rper zu besetzen und k√∂nnen √ľber die Haut oder den Atem in den K√∂rper gelangen.

Phytosterole können den Cholesterinspiegel senken und das Wachstum von Krebszellen hemmen. Es handelt sich hier um Fette, die der Struktur der tierischen Cholesterine ähnlich sind.

Triterpene sind sekundäre Pflanzenstoffe, die sehr viele verschiedene biologische Aktivitäten aufweisen können. Sie können sich positiv auf die Zellbildung auswirken, Wachstum fördern, die Sehkraft positiv beeinflussen, sowie antiinfektiös und antiallergisch wirken.

Mit Cucurbitacinen konnten positive Ergebnisse bei der Behandlung von Krebs erzielt werden.

Primaverase ist ein Enzym, das eine sanfte, beruhigende Wirkung haben kann.

√Ąhnliche Heilpflanzen

Gibt es ähnliche Heilpflanzen, die wirken wie Ackergauchheil?

Es gibt einige Pflanzen, die √§hnliche Wirkungen haben wie das Ackergauchheil, darunter sind zum Beispiel die Artischocke, der K√ľmmel oder auch der Rosmarin.

Die verdauungsfördernde Wirkung der Artischocke ergibt sich aus ihrem hohen Gehalt an Bitterstoffen. Des Weiteren wirkt sie sich positiv auf das menschliche Herz-Kreislauf-System und auf die Funktion der inneren Organe aus. Sie ist entgiftend und entwässernd und regt die Funktion von Leber und Galle an. Auch Beschwerden wie ein Reizdarmsyndrom können mit ihrer Hilfe behandelt werden. Die Cholesterinwerte können durch die Einnahme von Artischocke harmonisiert werden. Auch der Bildung von Gallensteinen wird durch die Artischocke vorgebeugt. Sie wirkt antioxidativ, senkt die Blutfettwerte und kann auch zur Behandlung von Arteriosklerose eingesetzt werden.

K√ľmmel enth√§lt √§therische √Ėle, die Beschwerden mit der Verdauung lindern k√∂nnen. Er wirkt gegen Bl√§hungen und auch gegen Darmparasiten.

Rosmarin wirkt nachweislich bei Verdauungsbeschwerden und Bluthochdruck. Die √§therischen √Ėle in der Pflanze haben eine beruhigende Wirkung. Sie kann auch gegen Rheuma und in den Wechseljahren eingesetzt werden.

Was die erk√§ltungslindernde Wirkung des Ackergauchheils betrifft, so kann alternativ eine andere Pflanze aus der Familie der Primelgew√§chse verwendet werden, die Schl√ľsselblume. Auch die Schl√ľsselblume ist reich an Saponinen und kann somit Schleim l√∂sen, ihn verfl√ľssigen und f√ľr einen schnelleren Abtransport sorgen.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Ackergauchheil am Markt zu kaufen?

Ackergauchheil gibt es in Form von Kapseln oder Tabletten, Globuli, Tropfen, als Tee oder als Injektionslösung zu kaufen. Es kann intravenös, intramuskulär sowie subkutan verabreicht werden.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Ackergauchheil als NEM?

Was die Verzehrempfehlung von Ackergauchheil angeht, so sollte die Heilpflanze aufgrund ihrer Giftigkeit sehr vorsichtig und nur in niedriger Dosierung angewendet werden. Auch sollte es nie √ľber l√§ngere Zeitr√§ume eingenommen werden.

Wer die Heilpflanze zur Behandlung von Nieren- und Leberleiden einsetzt, sollte am Tag nicht mehr als einen halben Teelöffel davon mit 250 ml Wasser aufgegossen zu sich nehmen. Zur äußeren Wundbehandlung hingegen, kann bis zu einem Esslöffel des Krautes verwendet werden.

Gibt es beim Kauf von Ackergauchheil etwas zu beachten?

Es gibt nur sehr wenige und vereinzelt Produkte zu kaufen, die Ackergauchheil beinhalten, was wohl zum einen mit seiner Giftigkeit und zum anderen damit zu tun hat, dass er durch andere Heilpflanzen gut ersetzt werden kann, die weniger giftig und daher einfacher in der Anwendung sind. Die meisten Produkte, die die Heilpflanze enthalten sind Globulis. Globulis sind so gering dosiert, dass die Giftigkeit der Pflanze nicht ins Gewicht fallen d√ľrfte. Sie k√∂nnen bedenkenlos verwendet werden. Wer die Heilpflanze als Tee kauft, muss unbedingt darauf achten, ihn nicht zu hoch zu dosieren und im Zweifel eher zumindest bei den ersten Anwendungen die Dosierung verringern. Es k√∂nnen auch Samen der Pflanze gekauft werden, sodass ein Eigenanbau stattfinden kann.

Unsere Produkt-Empfehlung f√ľr Ackergauchheil
Hilde Sonntag
  • Expertin f√ľr Heilkr√§uter empfiehlt

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Quellen zu diesem Beitrag
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