Die Einnahme von Nahrungseränzung ist kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

Heilpflanze

Hirtentäschelkraut

Autor

Hilde Sonntag
Expertin für Heilkräuter
Hirtentäschelkraut

enthaltene
Wirkstoffe

zu behandelnde
Symptome

30

recherchierte
Studien

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behandelnde
Symptome

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30

recherchierte
Studien

Was ist Hirtentäschelkraut?

Das Hirtentäschelkraut hat seinen Namen von den Taschen von Hirten bekommen, die den Früchten des Krautes ähnlich sehen. Der Name ist eine sinngemäße Übersetzung aus dem Lateinischen Bereits in der Antike nutzten Menschen diese Heilpflanze gegen eine Reihe von Beschwerden. Die Pflanze kann bis zu 40 Zentimeter hoch werden und wächst mit einem einfachen, aufrechten Stängel, der nur wenige Verzweigungen aufweist. Die Blätter sind sehr klein und wachsen nur vereinzelt am Stängel heraus. Am Boden wächst der Stängel aus einer runden Blattrosette nach oben. Am Ende der langen Stiele bildet die Pflanze kleine weiße Blüten aus, die eine lockere Traube bilden. Die Frucht der Pflanze ist flach und herzförmig. Das Hirtentäschelkraut gehört zur Familie der Kreuzblütler. Es blüht in den Monaten von März bis Oktober so gut wie in allen Ländern weltweit auf Äckern, im Ödland oder auch an Wegrändern.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Hirtentäschelkraut einnehmen?

Hirtentäschel wird bei Nasenbluten, Magenblutungen und Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Es kann auch zur Blutungshemmung nach der Geburt verwendet werden. Des Weiteren soll es den Blutdruck regulieren, förderlich auf die Verdauung wirken, gegen Ekzeme helfen und bei Rheuma und Gicht Linderung verschaffen.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Hirtentäschelkraut?

In den meisten Fällen wird Hirtentäschelkraut als Tee getrunken. Für ihre medizinische Wirksamkeit kann die ganze Pflanze verwendet werden, mit Ausnahme der Wurzeln. Gleichermaßen kann eine Tinktur hergestellt werden. Hirtentäschel wirkt sich regulierend auf die Menstruation aus. Da es blutungsstillend wirkt, kann es vor allem bei Frauen, die eine starke Menstruation haben, dämpfend wirken. Seltsamerweise hat die Heilpflanze aber auch die umgekehrte Wirkung und sorgt dafür, dass ein unregelmäßiger oder zu schwacher Zyklus sich reguliert.

Leider fehlen bis heute wissenschaftliche Beweise und Untersuchungen für die Wirkung des Hirtentäschelkrauts, und das obwohl es bereits seit Jahrhunderten verwendet wird. Allerdings konnte bei Versuchen im Labor festgestellt werden, dass die Heilpflanze gefäßabdichtend wirkt und somit beispielsweise die Heilung kleinerer Wunden der Haut begünstigen kann.

Es gibt Hinweise darauf, dass das Kraut auch auf den Blutdruck und die Herztätigkeit wirkt, deshalb sollten Frauen, die es zur Regulierung der Periode einnehmen, sich mit ihrem Arzt abstimmen, ob das pflanzliche Medikament für sie in Frage kommt.

Hirtentäschel enthält Flavonoide, Kalium, Aminosäuren, Vitamin A, Vitamin B, Vitamin C, Proteine und ein blutstillendes Peptid.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Hirtentäschelkraut auftreten?

Nebenwirkungen sind bei Hirtentäschel nicht bekannt. Es kann lediglich der Hinweis erfolgen, dass Menschen, die eine bekannte Überempfindlichkeit auf seine Inhaltsstoffe haben oder zu Allergien neigen, die Arzneipflanze nicht oder nur mit Vorsicht verwenden sollten. Wer eine Allergie gegen Ascorbinsäure (Vitamin C) hat, der sollte das Hirtentäschel nicht anwenden. Von einer Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird ebenso abgeraten, wahrscheinlich aufgrund fehlender Erkenntnisse.

Ob man Hirtentäschelkraut in der Schwangerschaft nehmen darf, dazu gibt es keine Hinweise. Im Zweifelsfall sollte die Einnahme mit einem Arzt abgeklärt werden. Gleiches gilt für die Stillzeit. Es wird vermutet, dass die Einnahme während einer Schwangerschaft gefährlich sein könnte, denn die Heilpflanze kann Muskeln anregen und daher wehenfördernd wirken.

Es ist möglich, dass beim Konsum von Hirtentäschel Wechselwirkungen auftreten, deshalb sollten Menschen, die Medikamente einnehmen sich informieren, zu welchen Wechselwirkungen es im Einzelfall kommen kann.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Hirtentäschelkraut, bis sich erste Erfolge einstellen?

Grundsätzlich kann Hirtentäschelkraut auch über lange Zeiträume eingenommen werden. Der Wirkstoffgehalt der Pflanze kann schwanken, deshalb ist es manchmal schwierig, Erfolge vorherzusehen. Wer nach einer Anwendung von einigen Wochen, zum Beispiel bei der Menstruation keine Effekte bemerkt, sollte versuchen die Dosis zu erhöhen.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Hirtentäschelkraut ?

Das Hirtentäschelkraut wächst überall in Europa und hat sich mittlerweile auf der ganzen Welt ausgebreitet. Oft wird es als Unkraut wahrgenommen, denn es ist anspruchslos und drängt sich auch manchmal durch Pflastersteine oder wächst am Rande von Wiesen und an Wegrändern.

Die Heilwirkung der Pflanze war aber bereits in der Antike bekannt. Hippokrates kannte die blutstillende Wirkung des Hirtentäschels. Auch im 16. und 17. Jahrhundert wurde es in Kräuterbüchern gegen Nasenbluten und Menstruationsbeschwerden empfohlen.

Hirtentäschel kann nicht nur gekauft werden, es ist auch einfach selbst zu kultivieren. Die Samen können überall, vor allem über das Internet, gekauft werden. Seit kürzerer Zeit gibt es Samenhändler, die auch Wildkräuter in ihr Sortiment aufgenommen oder sich sogar auf sie spezialisiert haben. Der Standort ist dem Kraut ziemlich egal. Die Pflanze gilt allerdings als eine Sonnenanbeterin und wächst als erste immer da, wo es stickstoffreiche Böden gibt, deshalb gilt sie auch als Zeigerpflanze für verlassene Brachflächen, auf denen wieder angebaut werden kann.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Hirtentäschelkraut aus?

Hirtentäschelkraut ist eine zierliche, unscheinbare Pflanze, die hauptsächlich aus einem Stängel mit kleinen herzförmigen Blättern besteht. Sie wird oft als Unkraut wahrgenommen, weil sie sehr anspruchslos ist und nahezu überall wächst. Der lange, zierliche Stängel erhebt sich aus einer Blätterrosette, die das Kraut am Boden bildet. Seine Blüten sind ziemlich klein und wachsen in Dolden, die allerdings eher spärlich als üppig aussehen.

Trivialnamen

Unter welchen Namen ist Hirtentäschelkraut noch bekannt?

Hirtentäschelkraut nennt sich im Volksmund auch Herzelkraut, Blutwurz, Beutelschneider, Kochlöffel, Täschelkraut, Bauernsenf, Gänsekresse, Schneiderbeutel, Blutkraut, Säckelkraut, Taschenkraut oder Täschelkraut. Der lateinische Name der Pflanze ist Capsella bursa-pastoris.

Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe sind in Hirtentäschelkraut enthalten?

Im Hirtentäschelkraut sind Flavonoide, Kalium, Aminosäuren, Vitamin A, Vitamin B, Vitamin C, Proteine und ein blutstillendes Peptid enthalten.

Flavonoide sind in der Natur vorkommende Stoffe, die für die Färbung von Blüten zuständig sind. Sie zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen und sind universell in Pflanzen enthalten. Somit sind sie auch immer in der menschlichen Nahrung enthalten. Flavonoide wirken antioxidativ und sind einer der Hauptwirkstoffe von verschiedenen Naturheilmitteln. Der Mensch muss Flavonoide über die Nahrung zuführen, denn er kann sie nicht selbst bilden.

Viele flavonoidhaltige Naturheilmittel werden von Menschen seit Jahrhunderten medizinisch genutzt. Sie haben eine gefäßschützende Wirkung, beeinflussen das Herz-Kreilaufsystem positiv, helfen bei Magen-Darm-Beschwerden, bei Leberbeschwerden und wirken antioxidativ. Des Weiteren können sie für eine Hemmung der Thrombozytenfunktion und für eine Hemmung der Leukozyten-Aktivierung sorgen. Außerdem haben sie gefäßerweiternde Eigenschaften und können antiallergisch, antiviral und antimikrobiell und antikarzinogen wirken. Die Stoffe sind in der Lage mit der menschlichen DNA und mit Enzymen zu interagieren, aktivieren die Zellen, fangen freie Radikale und können Signalrezeptoren an den Nervenzellen beeinflussen. Ihre entzündungshemmende Wirkung ergibt sich aus der hemmenden Eigenschaft von Enzymen im menschlichen Körper und der Aktivierung verschiedenster Zellen des Immunsystems. Pflanzliche Arzneimittel, die Flavonoide enthalten, sind zum Beispiel aus Ginkgo, Birkenblättern, Holunderblüten, Hopfen, Kamille, Ringelblume, rotem Weinlaub, Süßholzwurzel oder Weißdorn hergestellt.

Kalium ist für den Menschen ein wichtiges Mineral. Es hält sich im Körper im Zellinneren auf und ist vor allem für die Energieproduktion des Körpers zuständig. Es erzeugt zusammen mit Phosphat und Eiweissen den osmotischen Druck der Zellen und ist sowohl an der Regulation des Wasserhaushaltes, als auch an der der Elektrolyte beteiligt. Zudem stellt Kalium das Säure-Basen-Gleichgewicht her. Der menschliche Körper benötigt es für das Herz-Kreislaufsystem, die Nerven, die Muskeln und die Niere.

Aminosäuren werden auch als „Bausteine des Lebens“ bezeichnet, denn ohne sie geht im menschlichen Körper gar nichts. Sie werden ausschließlich mit der Nahrung aufgenommen und sind für die grundsätzliche Versorgung des ganzen Organismus von äußerster Wichtigkeit. Sie sind am Aufbau und Erhalt sämtlicher Körperfunktionen beteiligt.

Vitamin A ist besonders wichtig für das Sehen. Ein Mangel an Vitamin A kann zu Nachtblindheit führen. Vitamin A ist eine Vorstufe der menschlichen Sehfarbstoffe. Wenn es fehlt, können Farben nicht mehr richtig erkannt werden. Es fördert außerdem das Zellwachstum innerhalb der Haut und der Schleimhäute. Es schützt außerdem die DNA vor Schäden und ist an der Reparatur letzterer beteiligt. Zudem ist es für die Bildung von neuen Erythrozyten nötig. Es hat auch eine positive Wirkung auf das menschliche Immunsystem.

Vitamin B spielt für den Stoffwechsel eine wichtige Rolle und ist an vielen Vorgängen im Körper beteiligt, wie zum Beispiel der Reizübertragung der Nervenzellen, der Blutbildung, der Zellteilung oder dem Zellwachstum.

Vitamin C ist wichtig für den Erhalt des Immunsystems und trägt zur Kollagenbildung bei. Kollagen ist für alle Gewebe im Körper von großer Wichtigkeit. Vitamin C beeinflusst außerdem den Energiestoffwechsel, das Nervensystem und schützt die Zellen des Körpers vor oxidativem Stress.

Ähnliche Heilpflanzen

Gibt es ähnliche Heilpflanzen, die wirken wie Hirtentäschelkraut?

Ja, es gibt eine Reihe ähnlich wirkender Arzneipflanzen. Gegen Regelbeschwerden wirken zum Beispiel Schafgarbe, Gänsefingerkraut, Frauenmantel, Mönchspfeffer, Eisenkraut oder Brennnessel. Als gleichermaßen blutungsstillend wie das Hirtentäschel gelten ebenfalls die Schafgarbe, der Spitzwegerich und der Frauenmantel. Am ähnlichsten sind dem Hirtentäschel daher wohl die Schafgarbe und der Frauenmantel.

Die Schafgarbe kommt in ihrer Verbreitung wie das Hirtentäschel auch weltweit vor und ist eine bekannte Pflanze auf unseren einheimischen Wiesen. Sie wird unter anderem „Augenbraue der Venus“ genannt und wird von vielen Weidetieren gerne gefressen. Sie blüht in einem auffälligen Weiß und gehört zu den wichtigsten Heilkräutern für Frauenleiden. Die pflanzlichen Bestandteile der Schafgarbe enthalten unter anderem Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide. Schafgarbe wird vor allem als Tee getrunken, kann aber auch für Vollbäder oder Sitzbäder verwendet werden. Sie wirkt auch gegen unreine Haut, weshalb sie mit Kompressen auf die betroffenen Hautstellen aufgelegt werden kann.

Der Frauenmantel besitzt rundliche Blätter, die am Rand wie gesägt aussehen. Er blüht in gelben kleinen Blüten, die sich zu Knäueln formen. Der Frauenmantel gehört zur Familie der Rosengewächse. Er wächst sowohl in Europa, als auch in Nordamerika und in Asien und hat es gerne feucht und ein wenig schattig. Vom Frauenmantel kann als Heilmittel vor allem das Kraut verwendet werden. Es enthält bis zu 8% an Gerbstoffen des Ellagitannin-Typs. Eine der wichtigsten Inhaltsstoffe ist die Substanz Agrimoniin. Zusätzlich enthält Frauenmantel etwa 2% an Flavonoiden. Die Gerbstoffe sind dafür verantwortlich, dass die Heilpflanze eine zusammenziehende Wirkung hat. Gerbstoffe können die Struktur von Eiweißen verändern, so kommt es zum Beispiel zu einem Zusammenziehen und einer Verfestigung der oberen Gewebsstrukturen der Haut. Den Gerbstoffen ist es also zu verdanken, dass der Frauenmantel kleinere Wunden der Haut oder der Mundschleimhaut abdichten kann. Gerbstoffe können zudem Juckreiz lindern, da sie in der Lage sind die Nervensignale in der Haut zu schwächen. Frauenmantel hilft auch gegen infektiösen Durchfall. Hier zeigt sich seine keimtötende Wirkung. Seit vielen Jahrhunderten wird der Frauenmantel außerdem gegen Menstruationsstörungen und Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt und scheint auch hier eine Wirkung zu haben, die allerdings nicht wissenschaftlich erwiesen werden konnte.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Hirtentäschelkraut am Markt zu kaufen?

Hirtentäschel gibt es als Kapseln zu kaufen, als getrocknetes Kraut, als Tropfen, Tee, als Tinktur und Dragees. Des Weiteren können Samen bestellt werden, denn es ist einfach die Heilpflanze selbst zu kultivieren.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Hirtentäschelkraut als NEM?

Als Verzehrempfehlung gilt eine Einzeldosis von 2 bis 5 g Hirtentäschelkraut pro Portion, die mehrmals täglich eingenommen werden dürfen. Eine Einnahme wird immer zum direkten Zeitpunkt der Beschwerden empfohlen.

Gibt es beim Kauf von Hirtentäschelkraut etwas zu beachten?

Beim Kauf von Hirtentäschelkraut muss beachtet werden, dass nicht alle Präparate eine gleich hohe Dosierung der Heilpflanze enthalten. Tees und getrocknetes Kraut sollten im besten Fall in Bio-Qualität gekauft werden, da hier ein Erhalt der wichtigen Wirkstoffe am wahrscheinlichsten ist.

Studien zu Hirtentäschelkraut

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