Die Einnahme von Nahrungseränzung ist kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

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Heilpflanze

Bittere Schleifenblume

Autor

Hilde Sonntag
Expertin für Heilkräuter
Bittere Schleifenblume

enthaltene
Wirkstoffe

behandelnde
Symptome

zu behandelnde
Symptome

22

recherchierte
Studien

Eckdaten zu Bittere Schleifenblume

Was ist die Bittere Schleifenblume?

Diese Heilpflanze gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse und ist unter anderem mit der Brunnenkresse, dem Rettich oder auch dem Kohl verwandt. Tatsächlich wurde die Bittere Schleifenblume erst vor knapp 50 Jahren wirklich grundlegend und wissenschaftlich untersucht. Aus diesem Grund gilt sie in der Pflanzenheilkunde noch als ein eher junges Kraut. Insgesamt zählt man zwischen 30 bis 40 verschiedene Sorten der Bitteren Schleifenblume, jedoch haben einige keine therapeutische Wirkung.

Die Familie der Kreuzblütengewächse weist 228 Gattungen und knapp 3.700 Arten auf. Wildpflanzen sind unter anderem Hirtentäschelkraut und das Ackerhellerkraut. Sehr wichtige und weit verbreitete Kulturpflanzen, die man kennt und ebenfalls zu dieser Familie gehören, sind Brokkoli, Blumenkohl, die gemeine Kohlrübe, Meerrettich oder auch Schwarzer und Weißer Senf. Diese Art von Pflanzen können von der Dauerfrostzone bis zu den Tropen verteilt auf der Welt gefunden werden. Die Kreuzblütler haben seit dem Altertum eine große Bedeutung für den Menschen und gerade die Gemüse- oder auch Gewürzpflanzen werden je her angebaut. Aber auch Ölgewinnung aus Raps ist bis heute sehr beliebt und wird als Speiseöl verwendet. Genauso ist nun eben auch das Heilkraut Bittere Schleifenblume ein besonderes Heilmittel gegen viele körperliche Beschwerden.

Welche Inhaltsstoffe und auch Anwendungen interessant sind, beziehungsweise welche möglichen positiven Wirkungen dieses Heilkraut auf den menschlichen Körper hat, wird im weiteren Text beschrieben.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man die Bittere Schleifenblume einnehmen?

Die Bittere Schleifenblume kann bei Magen und Darm Beschwerden, Blähungen, Gastritis, Übelkeit, Völlegefühl oder sogar Gicht eingesetzt werden. Genauso hilft die Schleifenblume bei Entzündungen und gegen Angina pectoris. In Studien wurde erwiesen, dass diese Heilpflanze auch eine positive Wirkung bei den Symptomen des Reizdarmsyndroms zeigt. Auch Hüftschmerzen oder Geschwüre können dadurch gemildert werden. Oft bewährt sich das Homöopathische Mittel auch in der Schwangerschaft, wenn es einmal zu Stress oder Unruhesituationen kommt. Jedoch sollte dies mit dem Frauenarzt abgesprochen werden.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht die Bittere Schleifenblume?

In der Heilpflanze sind Bitterstoffe sogenannte Cucurbitacine enthalten, die nachweißlich förderlich auf die Bildung von Magensaft wirken. Wieviel Anteil an Bitterstoffen die Bittere Schleifenblume aufweist, hängt von ihrem Reifezustand ab, je älter sie ist desto mehr hat sie davon gebildet. Des Weiteren hat sie Senfölglykoside und auch Flavonoide, die krampflösend wirken und die Darmflora positiv beeinflussen. Zudem sind diese Stoffe wertvolle Antioxidantien und deshalb entzündungshemmend. Die Wirkung der Pflanze entspannt außerdem die Muskulatur.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von der Bitteren Schleifenblume auftreten?

Die Bittere Schleifenblume ist sehr gut verträglich, wird sie als Medikament jedoch zu hoch dosiert, kann als Nebenwirkung Durchfall oder auch Schleimhautreizungen in Magen und Darm hervorgerufen werden. Weitere Nebenwirkungen sind sonst nicht bekannt.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von der Bitteren Schleifenblume, bis sich erste Erfolge einstellen?

Studien zeigen, dass eine Linderung bei langanhaltenden Beschwerden von Magen und Darm, Reizdarmsyndrom und Durchfällen bei einer Anwendungsdauer von mindestens 14 Tagen liegen. Der Tageswert sollte bei 0,45-0,9ml alkoholischen Frischpflanzenauszuges über den Tag dosiert sein. Geht es darum, plötzlich auftretende Übelkeit oder Magenschmerzen zu lindern, kann schon bei der ersten Einnahme eine Veränderung spürbar sein. Jedoch sollte immer mit dem behandelten Arzt besprochen werden, wie lange und auch wieviel eingenommen werden sollte.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von der Bitteren Schleifenblume?

Bereits in der frühen Medizin der Römer und Griechen spielte die Heilwirkung der Pflanze eine große Rolle sowie auch in Iberien, dem heutigen Spanien. Die Bittere Schleifenblume ist heimisch in West-, Mittel und Südeuropa. In Deutschland ist die Heilpflanze leider vom Aussterben bedroht, hier wächst sie zwar wild, aber nicht flächendeckend und äußerst selten. Wohl fühlt die Bittere Schleifenblume sich vor allem auf Äckern und auch Weinbergen.

Angebaut wird sie auf sandigen, kalkhaltigen und nährstoffarmen Böden, außerdem sollte der Standort sonnig sein. Angebaut beziehungsweise ausgesät wird zwischen März und Mai. Das Saatgut braucht eine Temperatur von 15 bis 20 Grad Celsius, dann können die Samen optimal beginnen zu keimen. Da die Pflanze ein Leichtkeimer ist, dürfen diese nur leicht in die Erde oder Boden eingedrückt werden. Ab Mai können die Samen dann auf dem Freiland verteilt werden. Die Bittere Schleifenblume braucht 20 bis 25 cm Abstand zur nächsten Pflanze, um optimal wachsen zu können, sonst führt es oft zur Nährstoffkonkurrenz.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von der Bitteren Schleifenblume aus?

Die Blüten der Bitteren Schleifenblume sind kreuzförmig angeordnet und meist in Trauben vereint. Vier Kelchblätter sowie vier Kronblätter bilden die Blütenhülle. Die Blüten der Bitteren Schleifenblume strahlen in einem Weiß, haben einen kleinen Aufbau mit blass-rötlich feinen Äderchen. Die Früchte der Kreuzblütler werden Schoten genannt. Blüht der obere Teil, werden unten schon Samen gebildet. Diese sind meist klein bis mittelgroß. Die Stängel der Pflanze haben eine gerade Struktur, die aufrecht aus dem Boden wächst. Kleine, weiche Härchen und längliche Blätter zieren den Stiel. Die Bittere Schleifenblume ist ein klassischer Flachwurzler, da die Wurzeln dünn, bräunlich und meist ohne verzweigte Wurzelhaare vorhanden sind. Das Heilkraut ist meist als Bodendecker auffindbar, kann bis zu 50 Zentimeter groß werden und erreicht meist ein Alter von ein bis zwei Jahren. Die Blütezeit ist von Mai bis August. Außerdem riecht sie leicht süßlich, die Pflanzenteile schmecken jedoch ziemlich herb.

Vorsicht: Nicht verwechseln mit der Immergrünen Schleifenblume auch Iberis sempervirens genannt, da diese eine Zierpflanze und ein ausgebreiteter Halbstrauch ist.

Trivialnamen

Unter welchen Bezeichnungen ist die Bittere Schleifenblume noch bekannt?

Der botanische Name lautet Iberis amara. Die Bittere Schleifenblume wird aber umgangssprachlich auch Bauernsenf sowie Bittere Grützblume genannt. In Englisch kommt sie unter den Namen Bitter Candytuft und Wild Candytuft vor.

Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe sind in der Bitteren Schleifenblume enthalten?

Zu den Inhaltsstoffen dieser Heilpflanze gehören Cucurbitacine, diesen verdankt die Schleifenblume den bitteren Geschmack. Den höchsten Gehalt von Cucurbitacine wird in den Samen produziert, deshalb werden auch diese gerne in der Homöopathie eingesetzt. Außerdem sind Glucosinolate oder Senfölverbindungen genannt sowie Flavonoide wie Quercetin und Kampferöl enthalten. Alle Pflanzenteile, außer der Wurzel finden arzneilichen Nutzen, denn in der Medizin werden Zubereitungen, Extrakte, Tinkturen aus der blühenden ganzen Pflanze mit Samenansatz, aber in geringen Mengen eben auch die Samen verwenden.

Ähnliche Superfoods

Gibt es ähnliche Superfoods, die wirken wie die Bittere Schleifenblume?

Empfehlenswert sind neben der Bitteren Schleifenblume, auch der Kümmel, Anis und ebenso Fenchel, die Samen dieser drei Pflanzenarten enthalten sehr ähnliche ätherische Öle und können bei Krämpfen im Magen- und Darmtrakt entgegenwirken und beruhigen ungemein, damit der Bereich Magen und Darm wieder in Balance kommt. Curcuma kann gegen Völlegefühl helfen und Ingwer ist beliebt bei Übelkeit, aber auch so ein toller Immunbooster. Des Weiteren wird oft Kamille, Süßholzwurzel oder auch Pfefferminze bei Magenschmerzen eingesetzt, da diese ebenfalls als krampflösend agieren und ausgleichen. Des Weiteren kann man auf die Angelikawurzel zurückgreifen, diese ist eine Heilpflanze, deren Inhaltsstoffe einen nervösen Magen beruhigt, aber auch bei Blähungen verwendet wird. Außerdem hat sie antibakterielle und säureregulierende Eigenschaften.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es die Bittere Schleifenblume am Markt zu kaufen?

Als Frische Pflanze wird die Bittere Schleifenblume generell nicht im Handel verkauft, jedoch bieten einige Hersteller das Saatgut an. In diesem Fall unbedingt auf den richtigen botanischen Namen achten, damit es keine Verwechslung gibt. Die Samen können im eigenen Garten, in Blumenkästen oder anderen Gefäßen ausgesät werden.

In der Homöopathie kann die Bittere Schleifenblume als Globuli, also in Form von Streukügelchen oder aber flüssig als Dilution gekauft werden. Beide Formen sind erhältlich in den Potenzen D2, D4 und D6. In der Regel gibt man 5 Globuli in ein Glas, damit diese aufgelöst und dann schluckweise getrunken werden können. Die Tropfen gibt man ebenfalls in ein Glas Wasser. In wenigen Einzelfällen kommen höhere Potenzen zum Einsatz.

Es werden sehr gerne wässrig-alkoholische Extrakte daraus hergestellt, deshalb ist dieses Heilkraut unter anderem die Hauptkomponente des Medikamentes Iberogast. Oft wird ein Frischpflanzenauszug mit einer Kombination aus mehreren ähnlichen Heilpflanzenarten genutzt, gerne auch als Tee zum Trinken. Die Schleifenblume gibt es auch in Kapselform als Nahrungsergänzungsmittel oder als Pulver, jedoch dann immer mit anderen Bitterstoff-Heilpflanzen zusammen.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von der Bitteren Schleifenblume als NEM?

Damit die Bitterstoffe generell ihre Wirkung entfalten können, nimmt man beispielsweise Kapseln mit einem Glas Wasser vor oder nach dem Essen zu sich. Hier darauf achten, dass dies 10 bis 30 Minuten vor der Mahlzeit geschieht. So wird das Verdauungssystem optimal vorbereitet.

Bei dem Pulver dosiert man die Menge am besten mit einem Esslöffel, vorher unbedingt mal testen, wie bitter das Pulver ist, bevor es in den Smoothie oder das Müsli gelangt. Ist es zu bitter kann man die Tagesdosis auch auf mehrere Mahlzeiten verteilen.

Jedoch unbedingt immer individuell auf die Dosierung des Produktes achten, siehe Verzehrempfehlung auf der Verpackung.

Gibt es beim Kauf von der Bitteren Schleifenblume etwas zu beachten?

Bei dem Kauf der Bitteren Schleifenblume sollte auf die Qualität des Heilkrautes geachtet werden. Wo und wie wurde es angebaut? Bei diesem Punkt unbedingt auf den Bio-Standard achten, damit keinesfalls Schadstoffe im Endprodukt enthalten sind. Die Herkunft sowie die Verarbeitungsweise sind essenziell, denn immerhin wird die Ware letztendlich verzehrt und sollte auch seine heilende Wirkung entfalten können.

Wer akute Beschwerden hat, kann Näheres auch erst einmal mit dem Arzt abklären, damit die optimale Bitterkur gefunden werden kann. Grundsätzlich zählt Iberis amara aber zu den homöopathischen Mitteln, die in jeder Apotheke gekauft werden können und nicht verschreibungspflichtig sind.

Studien zu Bittere Schleifenblume

  1. Iberis amara L. and Iberogast®—Results of a Systematic Review Concerning Functional Dyspepsia
  2. Iberis amara Extract Induces Intracellular Formation of Reactive Oxygen Species and Inhibits Colon Cancer
  3. Essential Oil Composition, Bioactive Compounds, and Antioxidant Activities in Iberis amara L.
  4. Analyse der Entwicklung der monosymmetrischen Blüte in Iberis amara (Brassicaceae)
  5. Control of corolla monosymmetry in the Brassicaceae Iberis amara
  6. Antioxidative Properties of Iberis amara Extracts in Biochemical Model Reactions
  7. Embryo Sac Wall in Iberis amara and Alyssuni maritimum
  8. Zur Immunbiologie der MNSs‐Erythrozytenantigene bei Mensch und Tier*
  9. Antiulcerogenic Effect of Some Gastrointestinally Acting Plant Extracts and their Combination
  10. Differential Desensitisation of Afferent Nerve Fibres by Iberis amara (STW 6) and Iberogast (STW 5) in the Murine Colon
  11. Karyotype analysis in two varieties of Iberis amara L. collected from Jharkhand
  12. Das Geranio-Allietum in der oberelsässischen Rebflur
  13. Functional biodiversity to improve pest control in annual and perennial cropping systems
  14. Charakterisierung der radikalfangenden Eigenschaften pflanzlicher Entzündungshemmer
  15. Phytotherapy of chronic abdominal pain following pancreatic carcinoma surgery: a single case observation
  16. Iberogast, oral drops solution
  17. Large scale plastomics approaches for the study of evolution and adaptive signatures in angiosperms
  18. INSECTICIDAL ROLE OF CUCURBITACIN ISOLATED FROM IBERIS AMARA L
  19. Differential transcriptome analysis reveals insight into monosymmetric corolla development of the crucifer Iberis amara
  20. Effect of different planting dates and climatic conditions on growth, flowering and seed production of candytuft (Iberis amara)
  21. Secondary and Primary Plant Metabolites as Chemical Markers for Resistance of Bitter Candytuft (Iberis amara) Plant against Insect Attack
  22. Iberogast®: A modern phytotherapeutic combined herbal drug for the treatment of functional disorders of the gastrointestinal tract (dyspepsia, irritable bowel syndrome) – From phytomedicine to ‘evidence based phytotherapy’. A systematic review

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