Share on facebook
Facebook
Share on pinterest
Pinterest
Share on telegram
Telegram
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email
Share on print
Ausdrucken

Was ist Ackerhellerkraut?

Das Ackerhellerkraut (lat. Thlaspi arvense) geh√∂rt zur Familie der Kreuzbl√ľtler (Brasicaceae) und ist eine weitverbreitete, aber untersch√§tze Heilpflanze. Der erste Teil des deutschen Namens ‚ÄěAcker‚Äú deutet auf das Vorkommen der Pflanze u. a. an Ackerr√§ndern hin, wohingegen der zweite Teil des Namens (‚ÄěHellerkraut) auf der ungew√∂hnlichen Form der Sch√∂tchen beruht, die rundlich bis oval sind und wie Taler (‚ÄěHeller‚Äú) aussehen. Charakteristisch ist au√üerdem der Geruch nach Lauch, wenn die Pflanze mit den H√§nden zerrieben wird. Die in der Regel einj√§hrige Pflanze ist eher anspruchslos und wird h√§ufig als Unkraut abgetan, dabei besitzt sie viele positive Effekte auf den menschlichen K√∂rper und kann sowohl in der inneren Anwendung (orale Aufnahme z. B. durch Tee) als auch in der √§u√üeren Anwendung (z. B. durch Wickeln oder als Zusatz zu einem Vollbad) eingesetzt werden. Interessant ist, dass beinahe alle Teile der Pflanze verwendet werden k√∂nnen (Wurzel, Samen, Bl√§tter, Blattstiel und Bl√ľten). In der Pflanzenmedizin werden v. a. jedoch die Samen verwendet. Heilende Wirkung besitzt das Kraut u. a. bei Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder einer Erk√§ltung, bei Menstruationsschmerzen oder bei Entz√ľndungen der Haut.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Ackerhellerkraut einnehmen?

Das Heilkraut kann bei den verschiedensten Beschwerden eingenommen werden, um die entsprechenden Symptome zu lindern und besitzt damit vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Pflanzenmedizin Zum Beispiel kann bei Atemwegserkrankungen (bei Schnupfen, Erkältung, Bronchitis oder einem grippalen Effekt) ein Tee aus dem Kraut helfen, um Verschleimungen in der Brust aufzulösen. Als schweißtreibendes Mittel wirkt es zudem gegen Fieber.

Durch die Stimulation der Aktivit√§t der Nieren und der damit verbundenen harntreibenden Wirkung, findet der Tee au√üerdem Anwendung bei Nierenbeschwerden. Auch bei Menstruationsbeschwerden verschafft eine hei√üe Tasse Linderung. √Ąu√üerlich als Salbe oder in einem Vollbad wirkt es durch seine antimikrobielle Wirkung gegen Pilze (u. a. Scheidenpilz). Au√üerdem finden Umschl√§ge und Waschungen Anwendung bei z. B. bei Hautentz√ľndungen, Ekzemen, Geschw√ľren, Furunkeln oder eitrigen Wunden.

Bei Insektensticken oder Insektenbissen, z. B. durch Wespen, Bienen oder Zecken, kann ein Extrakt des Krauts aufgetragen werden, was sowohl die Schwellung hemmt als auch den Juckreiz lindert.

Bei Zahnfleischentz√ľndungen ist ein bew√§hrtes Mittel die getrockneten Samen des Krauts zu kauen, da die Inhaltsstoffe u. a. antimikrobiell wirken und daher einer Infektion vorbeugen.

Des Weiteren wird das Kraut in der Naturheilkunde zur Behandlung von Augenkrankheiten verwendet. Dies sollte jedoch höchstens sehr sorgsam und unter Aufsicht gemacht werden, da durch die vorhandenen Senföle die Schleimhäute der Augen stark gereizt werden.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Ackerhellerkraut?

Die Inhaltsstoffe des Krauts besitzen verschiedene Wirkungen, die sich auch je nach Anwendung (innere Anwendung durch die orale Einnahme oder √§u√üere Anwendung auf der Haut) unterscheiden. Wird das Kraut z. B. als Tee konsumiert wirkt es antibakteriell, entz√ľndungshemmend, schwei√ü- und harntreibend, schleiml√∂send und tonisierend. √Ąu√üerlich auf der Haut aufgetragen wirkt das Heilkraut u. a. gegen Insektenstiche oder Insektenbisse und kann zudem zur Vorbeugung einer Vaginitis (Scheidenentz√ľndung) verwendet werden.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Ackerhellerkraut auftreten?

Aufgrund der entz√ľndungshemmenden Wirkung des Krauts, sollte auf keinen Fall eine √ľberm√§√üig hohe Dosis zu sich genommen werden, da dies die Anzahl der wei√üen Blutk√∂rperchen (Leukozyten) reduzieren kann und es zu einer Leukopenie (auch Leukozytopenie) kommen kann. Diese Mangel hat verschiedene Symptome zur Folge, wie z. B. eine erh√∂hte K√∂rpertemperatur (Fieber), einen niedrigen Blutdruck, Sch√ľttelfrost und Infektionen als Begleiterscheinungen. Bei einer normalen Anwendung des Krauts werden allerdings die Mengen der Wirkstoffe, die daf√ľr verantwortlich sind, bei weitem nicht erreicht.

Bei der innerlichen Anwendung des Krauts als Tee oder Extrakt hat er eine anregende Wirkung auf den Magen, die Leber und die Nieren. Wichtig ist, keine Produkte der Heilpflanze zu sich zu nehmen, wenn man unter einer akuten oder chronischen Darmerkrankung oder einem entz√ľndeten Magen leidet.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Ackerhellerkraut, bis sich erste Erfolge einstellen?

Bei akuten Beschwerden wie z. B. Menstruationsbeschwerden oder Fieber, kommt es in der Regel bereits wenige Stunden nach der Einnahme des Krauts zu einem positiven Effekt. Jedoch ist es schwierig allgemeine Aussagen zu treffen, da dies von Mensch zu Mensch immer leicht unterschiedlich ist und von vielen Faktoren beeinflusst wird.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Ackerhellerkraut ?

Biologisch gesehen geh√∂rt das Kraut zu der Familie der Kreuzbl√ľtler (Brassicaceae) und ist, wie der Name bereits verr√§t, v. a. an Wegr√§ndern und Ackerr√§ndern anzutreffen. Zu finden ist sie in ganz Europa, Asien und Nordamerika.

Die Pflanze ist auch im heimischen Garten recht anspruchslos und ben√∂tigt daher keine besondere Pflege. Bemerkenswert ist, dass alle Teile der Pflanze geerntet werden k√∂nnen und in der Heilmedizin verwendet werden (Wurzel, Bl√§tter, Bl√ľten, Blattstiele und Samen).

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Ackerhellerkraut aus?

Das Ackerhellerkraut wird bis zu einem halben Meter hoch und dient in der Natur vielen Insekten als Nahrungsquelle. Das Aussehen √§hnelt dem Hirtent√§schelkraut und wird daher h√§ufig mit diesem verwechselt. Im Gegensatz zum Hirtent√§schelkraut, welches charakteristische rund-ovale Keimbl√§tter besitzt, sind die Bl√§tter des Ackerhellerkrauts sehr breit und liegen flach am Boden aus. Auch mit einem anderen Trick, kann schnell √ľberpr√ľft werden, um welches Kraut es sich handelt: Zerreibt man die Pflanze zwischen den Fingern und es riecht w√ľrzig nach Lauch/ Knoblauch, ist die Pflanze vor einem das Ackerhellerkraut.

Das Kraut ist eine einj√§hrige Pflanze und vermehrt sich √ľber generative Vermehrung. Dabei kann das Kraut mehrere Generationen pro Jahr ausbilden und besitzt beinahe eine ganzj√§hrige Keimzeit. und die unscheinbaren wei√ülichen Bl√ľten bl√ľhen zwischen April und Juni.

Trivialnamen

Unter welchen Namen ist Ackerhellerkraut noch bekannt?

Der lateinische Name der Heilpflanze lautet Thlaspi arvense. Ein anderer Name des Ackerhellerkrauts ist Pfennigkraut; beide Namen beruhen darauf, dass die Pflanze rundliche Sch√∂tchen besitzt, die an kleine M√ľnze erinnern (Heller, Pfennige).

Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe sind in Ackerhellerkraut enthalten?

Das Kraut enth√§lt u. a. einen hohen Anteil an Vitamin C (Ascorbins√§ure). Dieses Vitamin besitzt insbesondere einen positiven Effekt auf das Immunsystem, indem es die Bildung von Leukozyten (wei√üen Blutk√∂rperchen) erh√∂ht, die f√ľr die Abwehr von Bakterien und Viren in verantwortlich sind. Au√üerdem geh√∂rt Vitamin C zu den Antioxidantien und sch√ľtzt damit die Zellen vor √ľberm√§√üigen oxidativen Stress, indem es freie Radikale unsch√§dlich macht. Au√üerdem wird Vitamin C in der Zelle zur Assemblierung von Kollagenfasern ben√∂tigt, womit sich eine gesteigerte Aufnahme an Vitamin C in der Kr√§ftigung des Bindegewebes niederschl√§gt. Dies ist insbesondere bei einem Mangel an Vitamin C (Skorbut) sichtbar, da dort u. a. das gesunde Zahnfleisch nicht aufrechterhalten werden kann und es zu Zahnfleischbluten und, Zahnfleischwucherung bis hin zum Zahnausfall kommen kann. Au√üerdem ist Vitamin C im Energiestoffwechsel beteiligt, so dass sich die Aufnahme in einem gesteigerten Grundumsatz bemerkbar macht. Des Weiteren f√∂rdert das Vitamin die Aufnahme von Eisen aus dem Blut und aktiviert einige Enzyme insbesondere in der Leber zum Giftabbau. Es ist trotzdem wichtig anzumerken, dass es in der westlichen heutzutage kaum mehr Mangelerscheinungen an Vitamin C gibt, da sehr viele Obst- und Gem√ľsesorten einen hohen Anteil an Vitamin C aufweisen (z. B. Zitrusfr√ľchte (Zitronen, Orangen, Grapefruits), Beeren wie Erdbeeren oder Johannisbeeren, Brokkoli, Paprika und verschiedene Hohlarten (insbesondere Gr√ľnkohl)).

Au√üerdem besitzt das Kraut eine Reihe an Mikron√§hrstoffen mit einem besonders hohen Anteil an Magnesium, das f√ľr den gesamten K√∂rper wichtige Funktionen hat und insbesondere f√ľr Muskel und Nervenzellen wichtig ist.

Des Weiteren finden sich Senf√∂le in der Heilpflanze, welche f√ľr die antimikrobielle Wirkung des Krauts verantwortlich sind. Au√üerdem f√∂rdern Senf√∂le bei einer √§u√üeren Anwendung die Durchblutung und k√∂nnen daher eine positive Wirkung bei Insektenstichen und -bissen haben.

√Ąhnliche Heilpflanzen

Gibt es ähnliche Heilpflanzen, die wirken wie Ackerhellerkraut?

Nicht nur optisch, sondern auch in der Anwendung und Wirkung sind sich das Ackerhellerkraut und das Hirtent√§schelkraut √§u√üerst √§hnlich, die auch beide zu den Kreuzbl√ľtlern geh√∂ren (Brassicaceae) und sehr √§hnliche Inhaltsstoffe besitzen. So ist in beiden Heilpflanzen ein hoher Anteil an Vitamin C vorhanden und auch Senf√∂le finden sich in beiden Kr√§utern. Das Hirtent√§schelkraut wird in der Pflanzenmedizin v. a. bei sehr starken Menstruationsblutungen eingenommen. Trotzdem hilft sie auch den Blutdruck zu regulieren, die Verdauung zu f√∂rdern und gegen Rheuma und Gicht. Daher sind sich die beiden Pflanzen in der Heilmedizin sehr √§hnlich.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Ackerhellerkraut am Markt zu kaufen?

Beinahe alle Teile des Krauts k√∂nnen in der heimischen K√ľche verwendet werden. Die Wurzeln k√∂nnen im Fr√ľhjahr gesammelt werden, wenn sich noch ganz zart und frisch sind. Diese haben einen leicht sch√§rflichen Geschmack und k√∂nnen als Wurzelgem√ľse zubereitet werden. Die Bl√§tter (April bis Juni) schmecken etwas bitter und nach Senf. Sie eignen sich hervorragend als Bestandteil eines gr√ľnen Salats oder sie k√∂nnen alternativ als Gem√ľse ged√§mpft werden. Durch das D√§mpfen schw√§cht sich der etwas bittere Geschmack des rohen Krauts etwas ab. Au√üerdem gibt es einige Rezepte f√ľr gr√ľne Smoothies, die neben dem Kraut noch z. B. Feldsalat, Gurke, Avocado und andere Gem√ľsesorten enthalten.

Die Bl√ľtenst√§ngel, die Knospen besitzen, k√∂nnen als Gew√ľrz dienen (insbesondere mit Salz ergibt sich eine Interessante Mischung) oder die Knospen k√∂nnen eingelegt werden, um ein Nahrungsmittel √§hnlich wie Kapern zu erhalten. Des Weiteren k√∂nnen die St√§ngel und Knospen zu einer senfartigen Paste verarbeitet werden. Die Bl√ľten der Heilpflanze machen sich als w√ľrzige Dekoration bei fast jedem Essen gut. Zu guter Letzt kann aus den Samen Speise√∂l oder Senfpulver hergestellt werden. Dazu m√ľssen die Samen geschrotet und ausgepresst bzw. getrocknet werden.

Insbesondere die Samen sind f√ľr die medizinische Anwendung des Krauts von Bedeutung, die auch k√§uflich erworben werden k√∂nnen. Dabei k√∂nnen diese sowohl gesundheitsf√∂rdernde Effekte bei der inneren Behandlung (= orale Aufnahme) oder der √§u√üerlichen Behandlung (als Salbe o. √§. auf der Haut) besitzen.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Ackerhellerkraut als NEM?

Es existieren keine offiziellen Angaben zu der Verzehrempfehlung des Krauts als Ern√§hrungserg√§nzungsmittel. Wie bei allen Wirkstoffen ist es dennoch wichtig, diese in vern√ľnftigen Mengen einzunehmen (z. B ein bis drei Tassen Tee t√§glich), da es sonst zu Nebenwirkungen kommen kann.

Gibt es beim Kauf von Ackerhellerkraut etwas zu beachten?

Beim Kauf von Ackerhellerkraut gibt es keine besonderen Tipps zu beachten. Wenn man unter einer akuten oder chronischen Darmerkrankung leidet, sollte auf das Kraut allerdings verzichtet werden. Wichtig ist mit einem Arzt zu reden, wenn andere Medikamente, z. B. aufgrund einer chronischen Erkrankung, eingenommen werden, um sicherzustellen, dass sich die Einnahme des Krauts nicht negativ auf das Medikament auswirkt.

Unsere Produkt-Empfehlung f√ľr Ackerhellerkraut
Hilde Sonntag
  • Expertin f√ľr Heilkr√§uter empfiehlt

Passende Beiträge aus unserem Magazin

Heilpflanzen
Knoblauchsrauke

Bei der Knoblauchsrauke handelt es sich um eine Pflanzenart aus der Familie der Kreuzbl√ľtler, die in Europa weit verbreitet ist. …

mehr lesen
Superfood Liste

√úber 250 Superfoods!

Superfoods Kategorien
Quellen zu diesem Beitrag
  • Quelle 1
  • Quelle 2