Die Einnahme von Nahrungseränzung ist kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

Heilpflanze

Vogelmiere

Autor

Hilde Sonntag
Expertin für Heilkräuter
Vogelmiere

enthaltene
Wirkstoffe

zu behandelnde
Symptome

recherchierte
Studien

enthaltene
Wirkstoffe

behandelnde
Symptome

zu behandelnde
Symptome

recherchierte
Studien

Was ist Vogelmiere?

Die Vogelmiere ist eine Pflanze aus der Familie der Nelkengewächse. Das Gewächs ist über weite Teile der Erde verbreitet. In vielen heimischen Gärten und überall auf der Welt wird die Vogelmiere gerne als Unkraut angesehen, kann aber auch als Wildgemüse oder Heilpflanze verwendet werden.

Forscher gehen davon aus, dass die Pflanze schon seit der Steinzeit existiert und diese kommt heute immer noch weltweit vor. Das Kraut verbreitet sich schnell und ist vor allem auf frisch gemähten Böden schnell zu finden. Eine einzige Pflanze kann dabei bis zu 15.000 Samen bilden. Das Nelkengewächs ist selbst im Winter aktiv und auch in der kalten Jahreszeit können so neue Pflanzen aus den Samen entstehen.

Auch wenn die Pflanze oft als Unkraut bezeichnet wird, wird sie vor allem gerne in Weinbergen und Gärten benutzt, um den Boden im Sommer vor Austrocknung zu schützen. Im Winter hilft die Pflanze dabei, direkte Kälte zu verhindern und wird auch gerne an Berghängen benutzt, um Erosionen zu vermindern.

Das Gewächs hat aber auch viele Heilwirkungen. Ihr Geschmack ähnelt rohem, jungen Mais und kann daher auch sehr gut roh und als Zusatz im Salat gegessen werden. Die Pflanze steckt voller Vitamin C. Darüber hinaus enthält die Pflanze viele Vitamine ätherische Öle und weitere wertvolle Mineralien. Die Vogelmiere findet äußerlich sowie auch innerlich Anwendung in der pflanzlichen Heilkunde.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Vogelmiere einnehmen?

Das Gewächs wird aufgrund ihrer Inhaltsstoffe angewendet, um Schmerzen, vor allem in Gelenken zu behandeln. Auch Menschen mit Hautproblemen hilft das Nelkengewächs. Selbst bei Schuppenflechten oder juckenden Ekzemen kann die Pflanze Linderung verschaffen. das Gewächs kann eingenommen werden bei vielen verschiedenen Symptomen und Beschwerden. Dazu zählen zum Beispiel auch Ekzeme, Furunkel, Gerstenkörner, Geschwüre, Hautprobleme generell, Juckreiz, unreine Haut, Schnittwunden und schlecht heilende Wunden, Quetschungen, Gelenkentzündungen und Rheuma. Aber auch zur innerlichen Anwendung eignet sich die Pflanze. Hier wird sie gerne angewendet um Bronchitis, Husten, Lungenleiden generell, Verstopfungen, Blähungen und weitere Krankheiten unterstützend zu behandeln.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Vogelmiere?

Da die Pflanze voller wertvoller Inhaltsstoffe ist, kann sie bei vielen verschiedenen Leiden angewendet werden. Die Heilwirkung des Nelkengewächs ist dabei sehr breit gefächert. Bei innerer Anwendung wirkt die Pflanze schleimlösend, blutreinigend, fördert die Milchbildung und kann bei Menstruationsbeschwerden helfen. In der äußeren Anwendung kann das Gewächs blutstillend wirken, Juckreiz lindern, kühlend wirken und die Wundheilung fördern. Dank der großen Vielfalt an Vitaminen, Mineralien und Saponinen wird die Pflanze auch gerne als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt. Sie hilft dabei gegen vielerlei Mangelerscheinungen und gleicht somit den Vitamin- und Mineralhaushalt des Körpers aus. Gerne wird sie daher vor allem in den kalten Monaten eingesetzt oder bei Frühjahrsmüdigkeit, denn ihre Inhaltsstoffe geben neue Kraft und können Mangelerscheinungen beseitigen. Die Pflanze wird auch in Schlankheitskuren eingesetzt, da die Pflanze harntreibend wirkt und den Stoffwechsel anregt. Bei Stoffwechselerkrankungen wie Rheuma oder Gicht wirkt das Heilkraut ebenfalls unterstützend und kann Entzündungsprozesse lindern.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Vogelmiere auftreten?

Bisher sind keine Nebenwirkungen bei der innerlichen oder äußerlichen Anwendung von Vogelmiere bekannt. Trotzdem sollte vor allem bei der äußerlichen Anwendung darauf geachtet werden, dass es bei Kontakt mit der Haut zu eventuellen Hautreaktion kommen kann. Sollten dies auftreten, muss die Behandlung mit Vogelmiere sofort abgebrochen werden. Da das Nelkengewächs sehr saponinhaltig ist, sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanze nicht zu sehr überdosiert wird. Saponine gelten aber bei normalen Dosen als unbedenklich, trotzdem kann eine Überdosis theoretisch zu Nebenwirkungen führen. Es kann durch eine Überdosierung zu einer Anreicherung von Natrium im Organismus führen und gleichzeitig die Kaliumausscheidung erhöhen. Bluthochdruck kann eine Folge sein. Diese sind aber bisher nur theoretische Nebenwirkungen für die keine Langzeitstudien bestehen. Einige saponinhaltige Präparate haben bei Tieren leichte Vergiftungserscheinungen hervorgerufen. Beim Menschen wurden solche Reaktion aber nicht beobachtet, von daher ist die Pflanze sehr sicher in der Anwendung. Bemerkt man bei sich selber aber eventuelle Begleiterscheinungen sollte das Vogelmierepräparat abgesetzt werden.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Vogelmiere, bis sich erste Erfolge einstellen?

Die Anwendungsdauer der Pflanze richtet sich nach dem zu behandelnden Beschwerden. Zum Ausgleich eines Vitaminmangels oder eines Mineralmangels sollte das Nelkengewächs über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, es gibt keine bestimmten Vorgaben, wie lange oder wie häufig das Mittel eingenommen werden sollte. Bei Frühjahrsmüdigkeit, oder Mangel an Vitamin C und Eisenmangel sollte die Pflanze so lange eingenommen werden, bis sich eine Besserung der Symptome einstellt. Bei Gelenkerkrankungen und Rheuma kann die Pflanze ein täglicher Begleiter werden. Um Entzündungsprozesse und Schmerzen zu lindern kann das Gewächs täglich angewendet werden und zum Beispiel als Tee eingenommen werden. Hier kann es auch zu einer dauerhaften Behandlung mit Vogelmiere kommen, denn das Gewächs ist nicht in seiner Anwendung auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt. Bei Verschleimung in der Lunge und Erkältungskrankheiten kann die Pflanze bei Bedarf angewendet werden oder solange wie die Beschwerden bestehen. Gleiches gilt auch für die äußere Anwendung der Pflanze zur Anwendung auf Wunden oder Hautproblemen. Auch hier kann die Pflanze so lange angewendet werden, wie die Beschwerden bestehen oder als dauerhafte Behandlung eingesetzt werden.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Vogelmiere?

Heute lässt sich kaum noch rekonstruieren, woher die Vogelmiere ursprünglich stammte. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass das Kraut schon in der Steinzeit vorhanden war. Aufzeichnungen aus dem Mittelalter zeigen, dass die Pflanze damals schon zusammen mit Tierfetten als Salbe zur äußerlichen Anwendung bei Wunden und Schmerzen benutzt wurde. Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem europäischen und asiatischen Erdteil. Heute ist die Vogelmiere auf nahezu allen Kontinenten anzutreffen. Vorwiegend im Flachland vorzufinden breitet sich die Pflanze gerne im wilden Gebieten, vor allem auf nährstoffreichen Böden, aus. In Deutschland ist sie oft an Wegrändern und Parkanlagen zu finden, aber auch gerne am Rand von landwirtschaftlichen Flächen. Die Pflanze kann aber auch in Höhen bis zu 1.800 Meter wachsen und ist daher auch in manchen Teilen des Hochgebirges zu finden.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Vogelmiere aus?

Die Pflanze wächst sehr nah am Boden und gehört somit zu der Kategorie der Bodenkriecher. Die Pflanze wird nur zwischen 5 und 10 cm hoch. Sie bilden ein feines Wurzelsystem, dass aus vielen braunen, verästelte Wurzeln besteht. Die Pflanze besitzt leicht spitze Blätter mit einem glatten Blattrand. Die Blätter können zwischen 0,5 und 2 cm lang sein. An einem Stängel wachsen mehrere Blätter. Die Vogelmiere kann bei günstigen Bedingungen das ganze Jahr über blühen. Neue Pflanzen blühen meistens ab Mitte Mai. Dann entstehen hier fünfblättrige, weiß gefärbte Blütenblätter. Zwischen September und Oktober bilden sich aus den Blüten kleine Kapselfrüchte.

Trivialnamen

Unter welchen Bezeichnungen ist Vogelmiere noch bekannt?

Die Pflanze ist auch unter ihrem botanischen Namen Stellaria Media bekannt.

Weitere Bezeichnungen sind Hühnerdarm, Feldstern, Hühnerbiss oder Hühnermiere. Diese etwas kuriosen Namen hängen vor allem damit zusammen, dass Vögel und vor allem Hühner dieses Kraut sehr gerne verzehrend und sich teilweise regelrecht darum streiten. So gilt die Pflanze vor allem bei Hühnern als Delikatesse und so haben sich im Laufe der Zeit auch alternative Namen wie die Hühnermiere entwickelt.

Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe sind in Vogelmiere enthalten?

Die Pflanze steckt voller wertvoller Vitamine und Mineralien. Am prägnantesten ist der hohe Vitamin-C-Gehalt der Pflanze. Schon 50g des Krauts decken den täglichen Bedarf eines Erwachsenen an Vitamin C. Auch wird die Pflanze gerne zur Behandlung von Eisenmangel eingesetzt. 100g der Heilpflanze erhalten bereits 8,4 mg Eisen. Darüber hinaus ist das Nelkengewächs reich an Zink, Rutin, Oxalsäure, Cumarin und Saponinen. Rutin ist ein starkes Antioxidans und schützt die Pflanze vor allem vor schädlicher UV-Strahlung. Das in der Pflanze enthaltene Cumarin ist vor allem für den würzigen Geschmack verantwortlich. Cumarine werden in der Medizin vor allem bei Herzerkrankungen eingesetzt. Ein wichtiges Cumarin Derivat ist zum Beispiel das bekannte Warfarin. Cumarine sorgen dafür, dass es nicht zur Bildung von Thrombozyten kommt und unterstützen ein gesundes Herz-Kreislauf-System. Saponine hingegen werden zum Beispiel gerne von Sportlern eingesetzt, um den Aufbau von Muskeln zu fördern. In ihrer Gesamtheit enthält das Gewächs somit viele Inhaltsstoffe, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit bei vielen Beschwerden helfen können.

Ähnliche Heilpflanzen

Gibt es ähnliche Heilpflanzen, die wirken wie Vogelmiere?

Es gibt einige weitere Kräuter und Heilpflanzen, die ähnlich der Vogelmiere wirken. Vor allem was den hohen Vitamin-C-Gehalt und der Anwendung bei Vitamin C Mangel angeht kann zum Beispiel auch die rote Malve, Hagebuttenschalen oder Eberraute eingesetzt werden. Sanddorn ist eine weitere beliebte Heilpflanze, wenn es zur Vorbeugung oder Behandlung von Vitamin C Mangelerscheinungen geht. Bei rheumatischen Erkrankungen und Schmerzen in Gelenken kann Arnika und Beinwell helfen. Bei Menstruationsbeschwerden kann zum Beispiel die Traubensilberkerze oder Wermut eingesetzt werden. Wermut ist ebenfalls ein guter Lieferant für Eisen und kann auch bei Schmerzzuständen eingesetzt werden. Schleimlösend sowie auch schmerzstillend wirkt Oregano bei der inneren Anwendung. Oregano kann auch gleichzeitig äußerlich bei schlecht heilende Wunden oder unreiner Haut verwendet werden. Hier hilft auch Salbei, das zum Beispiel als Heilpflanze bei Akne oder Aknenarben angewendet werden kann.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Vogelmiere am Markt zu kaufen?

Im Handel finden sich nur sehr wenige Präparate, die das Heilkraut enthalten. In Lebensmitteln wie Tee findet man manchmal das Nelkengewächs als Bestandteil, vor allem in Erkältungstees oder Entschlackungstee ist das Gewächs zu finden. Als reines Nahrungsergänzungsmittel in Form von Tabletten oder Kapsel ist das Gewächs sehr schwer zu finden. Generell ist Vogelmiere als frisches Kraut oder als getrockneter Zusatz in Teemischungen verbreitet.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Vogelmiere als NEM?

Das Gewächs wird überwiegend frisch verzehrt oder äußerlich angewendet. So wird die Pflanze gerne in der Küche angewendet und als Zusatz für Salate oder andere frische Gerichte benutzt. Als Tee kann ein Teelöffel des würzigen Krauts mit 200 ml heißem Wasser übergossen werden, dieses wird für fünf Minuten zugedeckt ziehen gelassen und dann abgegossen. Von diesem Tee kann dann zweimal täglich je eine Tasse getrunken werden.

Dieser Vogelmierentee kann auch mit kaltem Wasser zubereitet werden. Dazu werden zwei Teelöffel der Pflanze mit 400 ml kaltem Wasser angesetzt und über 8 Stunden ziehen gelassen. Der Sud kann dann über den Tag verteilt getrunken werden. Bei äußerlichen Beschwerden wie zum Beispiel Wunden oder Insektenstichen kann ein Vogelmierenpflaster hergestellt werden. Hier wird frisches Vogelmierenkraut püriert und mit einem Verband auf der Wunde fixiert. Dies kann bis zu dreimal täglich für je 30 Minuten auf der zu behandelnden Stelle durchgeführt werden. Der klassische Tee kann auch bei Verschleimung der Atemwege angewendet werden.

Es kann aber auch ein alkoholischer Auszug der Pflanze erfolgen. Dafür werden drei Esslöffel zerkleinertes Kraut in einem Behälter gegeben und mit Wein aufgefüllt. Der Wein sollte so hoch stehen, dass alle Pflanzenteile gut bedeckt sind. Dieser Ansatz wird dann über Nacht stehen gelassen. Der so entstandene Heilwein kann drei bis fünfmal täglich ein Esslöffel vor dem Essen eingenommen werden. Dies hilft dabei Atemwegsbeschwerden von innen heraus zu behandeln. Umschläge mit Vogelmiere sowie die innere Anwendung mit Tee kann mehrmals täglich auch bei rheumatischen Beschwerden und Gelenkschmerzen eingesetzt werden.

Gibt es beim Kauf von Vogelmiere etwas zu beachten?

Da das Gewächs im Handel kaum zu finden ist und wenn überhaupt in getrockneter Form in Teemischungen vorkommt, ist beim Kauf kaum etwas zu beachten. Wer Teemischungen kauft, sollte darauf achten, dass dieser aus biologischem Anbau kommt und wenn möglich keine weiteren Zusatzstoffe, außer den Pflanzenteilen, zugesetzt wurden. Vielmehr Vorsicht besteht beim Sammeln der Pflanze in der freien Natur. Die Pflanze ist zwar weit verbreitet aber in seiner Nachbarschaft wachsen auch andere Wildkräuter. Die können leider giftig sein und der Vogelmiere zum Verwechseln ähnlich sehen.

Das Gewächs kann man leicht mit anderen Mierenarten verwechseln, zum Beispiel mit der Sternmiere. Diese ist eben so zärtlich und besitzt weiße Blüten wie das beliebte Kraut. Die Sternmiere ist zum Glück nicht giftig, sie ist allerdings auch nicht so wohlschmeckend wie die Pflanze. Ein weiteres Wildkraut, dass sich gerne zwischen dem Kraut tummelt ist der Ackergauchheil. Diese Pflanze ist schwach giftig und vom Verzehr dieser wird abgeraten. Kleinere Mengen dieser scheinen unbedenklich, sollten aber größere Menge der Pflanzenteile zwischen die Pflanze geraten kann dies zu Vergiftungserscheinungen führen. In der Blütezeit kann man die Vogelmiere aber zum Glück leicht vom Ackergauchheil unterscheiden, denn die Vogelmiere blüht weißlich und der Ackergauchheil mit orangefarbenden Blüten.

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