Was ist Odermennigkraut?

Odermennig gehört zu der Familie der RosengewĂ€chse (Rosaceae). Die Pflanze wĂ€chst mehrjĂ€hrig und wird zwischen 30 und 70 cm hoch. Die kurzen, kriechenden und behaarte StĂ€ngel sprießen aufrecht empor. Es gibt meistens einen einzelnen, wenig verzweigten Wurzelstock. Am Boden befinden sich rosettenartig angeordnete BlĂ€tter. Diese sind unregelmĂ€ĂŸig gefiedert und stehen weit auseinander. BlĂ€tter und Spross haben eine graugrĂŒne Farbe und tragen eine leichte Behaarung.

Es bilden sich am Ende des StĂ€ngels kleine, goldgelbe BlĂŒten, die nicht zu ĂŒbersehen sind sowie eine lange Ă€hrenförmige Traube. Die BlĂŒten sind von stacheligen Außenkelchen umgeben. Zwischen Juni und September verströmen sie einen schwachen, wohlriechenden Duft. Die FrĂŒchte sind mit weichen Stacheln versehen. Diese bleiben am Fell vorbeiziehender Tieren haften. Aber auch an den Kleidern von SpaziergĂ€ngern verfangen sich die FrĂŒchte. Somit vergrĂ¶ĂŸert sich der Verbreitungsradius rasant.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Odermennigkraut einnehmen?

Dieses Kraut wird zu den milden pflanzlichen Wirkstoffen gezĂ€hlt. Odermennig wirkt nachweislich gegen Durchfallerkrankungen. Innerlich kommt das Odermennigkraut bei EntzĂŒndungen der Mund- und Rachenschleimhaut, Stomatitis, ZahnfleischentzĂŒndungen und Halsschmerzen zur Anwendung. Äußerlich wird das Kraut bei leichten HautentzĂŒndungen angewandt.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Odermennigkraut?

Die Kommission E des Bundesinstitutes ist fĂŒr Arzneimitteln und Medizinprodukte zustĂ€ndig. DarĂŒber hinaus befĂŒrworten die EuropĂ€ische Arzneimittel-Agentur EMA sowie der europĂ€ische Dachverband der nationalen Gesellschaft fĂŒr Phytotherapie ESCOP die Anwendung des Odermenningkrauts und haben es als NahrungsergĂ€nzungsmittel zugelassen. Dem Kraut wird eine lindernde und heilende Wirkung bei obgenannten Erkrankungen nachgesagt. Das wurde durch diverse Studien belegt.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Odermennigkraut auftreten?

Es sind weder Nebenwirkungen noch Wechselwirkungen durch die Einnahme des Odermennigkrauts nicht bekannt. Wenn Durchfall lĂ€nger als 3 bis 4 Tage andauert, muss ein Arzt aufgesucht werden. Es gibt noch keine Erfahrungswerte fĂŒr dessen Anwendung wĂ€hrend der Schwangerschaft oder Stillzeit. Allerdings sollten Kinder unter 12 Jahren dieses Kraut vorsichtshalber nicht einnehmen, da noch keine genĂŒgenden Erkenntnisse vorhanden sind.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Odermennigkraut, bis sich erste Erfolge einstellen?

Bei Durchfallerkrankungen, HalsentzĂŒndungen und Stomatitis sollten die Beschwerden innerhalb von 3 – 4 Tagen verschwinden. Eine Besserung sollte am zweiten Tag eintreten.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Odermennigkraut ?

Es wurden auf den Papyrusschriftrollen diesbezĂŒgliche, erhaltene Aufzeichnungen gefunden. Diese beweisen, dass schon das alte Ägypten vom Odermennigkraut als Heilpflanze gegen kranke Augen eingesetzt wurde. Griechische Ärzte wie Plinius, Dioscurides, Avicenna, Galen haben ihren Aufzeichnungen ĂŒber diese Pflanze vermerkt, dass sie ein allgemeines Reinigungsmittel ist. Die Pflanze ist bei Lebererkrankungen hilfreich. In der heutigen Zeit wird die Pflanze noch immer verwendet. Im Laufe der Jahrhunderte sind vielfĂ€ltige Anwendungsbereiche hinzugekommen.

Die mittelalterlichen Ärzte haben sich auf ihre berĂŒhmten Kollegen gestĂŒtzt und verwendeten Odermennig fĂŒr allerlei Krankheiten. 1679 wurde ein publiziert, wo Adamo Lonicero die Heilpflanze als heilkrĂ€ftig gegen giftige Tiere beschrieben wurde. Auch gegen Bauchschmerzen ist das Odermennigkraut hilfreich. Damit können auch GeschwĂŒre behandelt werden. Dazu muss das Kraut aber frisch und grĂŒn zerstoßen und verwendet werden.

Das Odermennigkraut ist fast ĂŒber die ganze Erde verbreitet. Das hĂ€ufigste Vorkommen liegt in Europa und Asien. Das Kraut kann in allen Bodenarten gedeihen. Seine bevorzugten Gebiete sind Lehmböden und magere Weiden. Zu finden ist das Odermennigkraut an sonnenbeschienen WaldrĂ€ndern, BahndĂ€mmen, an HĂŒgeln und auf Feldern. Je nach Region wird es auch Ackerkraut, Ackermennig, BubenlĂ€use, FĂŒnfblatt, Leberklette oder Kuhschwanz bezeichnet.

Allerdings geht die Artenbezeichnung der Heilpflanze vermutlich auf den Arzt und König von Ponus, Mithridates Eupator, um 132 bis 63 v.Chr. zurĂŒck. Im antiken Kleinasien war er Experte der Pflanzenheilkunde und deren medizinischen Verwendungsmöglichkeiten. Dieser Arzt bezeichnete die Heilpflanze erstmals als „Odermennig“ und erklĂ€rte dabei, dass er den Namen „Eupatoria“ von der griechischen Bezeichnung fĂŒr Leber, also Hepar von Hepatorium abgeleitet hatte. Gesammelt werden sie in der BlĂŒtezeit. Verwendet werden die getrockneten Sprossspitzen, StĂ€ngel, BlĂ€tter und FrĂŒchte.

Angebaut wird es eher aus privaten GrĂŒnden. Meistens handelt es sich dabei um Apotheker, Hausfrauen, Köche, etc., die einfach nur ihren eigenen kleinen KrĂ€utergarten haben möchten. Solche kleinen „KĂŒchengĂ€rten“ verströmen meistens auch einen angenehm aromatischen Duft. Und nicht zu vergessen die KlostergĂ€rten. Auch diese gibt es heute noch. Am Land ist es durchaus ĂŒblich, dass sich der örtliche Apotheker noch das eine oder andere Kraut im Kloster besorgt. Oder dass die Dorfleute im Klostergarten ihre KĂŒchenkrĂ€uter besorgen. Klöster, die nebenher eine Gaststube oder Beherbergung anbieten, wĂŒrzen ihre Speisen nach wie vor mit KrĂ€utern wie dem Odermennigkraut.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Odermennigkraut aus?

Die Pflanze wĂ€chst zwischen 30 bis 70cm hoch. Wenig verzweigt ist der Wurzelstock. Dieser ist kurz und gedeiht aus seiner kriechenden Position. Aus dem Wurzelstock treibt meist ein einzelner behaarter StĂ€ngel aufrecht empor und nur selten verzweigt ist. Rosettenartige BlĂ€tter am Boden bilden den unteren Teil der Pflanze. Die BlĂŒten sind goldgelb. Die StĂ€ngel und Pflanzenteile weisen Behaarung auf. Die BlĂŒten duften angenehm schwach. Die weichen Stacheln der FrĂŒchte sorgen fĂŒr die Verbreitung. Beinahe alle Pflanzenteile können verwendet werden. Die einzelnen Teile werden getrocknet und meistens als Tee eingesetzt.

Trivialnamen

Unter welchen Bezeichnungen ist Odermennigkraut noch bekannt?

Die Bezeichnung hĂ€ngt vom jeweiligen Land und der Region ab. So wird er zum Beispiel Ackerkraut, Ackermennig, BubenlĂ€use, FĂŒnfblatt, Leberklette oder Kuhschwanz genannt.

Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe sind in Odermennigkraut enthalten?

Sein getrocknetes Kraut ist der medizinische Wirkstoff der Pflanze. Gewonnen wird das Odermennigkraut kurz vor oder wĂ€hrend der BlĂŒtezeit der Pflanze. Dieses besteht aus den BlĂ€ttern, StĂ€ngeln und den BlĂŒten der Heilpflanze. In der Fachsprache der Medizin oder Pharmazie wird das Odermennigkraut als Agrimoniae herba bezeichnet. Die AnsprĂŒche an die QualitĂ€t des Wirkstoffes ist im EuropĂ€ischen Arzneibuch festgelegt. So muss der Mindestgehalt an Catechingerbstoffen 2% betragen. Das Odermennigkraut ist reich an Gerbstoffen. Deren Wert liegt zwischen 4 und 10%. Hinzukommt, dass das Odermennigkraut wirksamkeitsmitbestimmende Flavonoide sowie Ă€therische Öle und wertvolle PhenolcarbonsĂ€ure enthĂ€lt.

Ähnliche Superfoods

Gibt es Àhnliche Superfoods, die wirken wie Odermennigkraut?

Neben Kamille haben Aloe, Andorn, Engelwurz, Anis, Arnika und Augentrost Ă€hnliche Wirkung. Kamille ist ein Alleskönner, wird aber sehr hĂ€ufig fĂŒr Magen-Darm-Probleme gewĂ€hlt. Anis ist von jeher eines der beliebtesten GewĂŒrze. GewĂŒrze wurden nicht nur wegen des Geschmacks, sondern auch wegen ihrer heilenden Wirkung in diversen Gerichten als Prophylaxe verarbeitet. Aloe wird vor allem in den Andenregionen sehr gerne in der KĂŒche, aber auch als „Heilkraut“ und bei Hautbeschwerden verwendet. Nur um einige der Bekanntesten zu nennen.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Odermennigkraut am Markt zu kaufen?

Es gibt fĂŒr Teezubereitungen geschnittenes Odermennigkraut. FĂŒr eine in flĂŒssiger Zubereitung sind FlĂŒssigextrakte anwendbar. Der Teeaufguss enthĂ€lt 1,5 bis 4 g fein geschnittenes Odermennigkraut, das mit ca. 150 ml siedendem Wasser ĂŒbergossen wird und nach 10 Minuten abgeseiht wird. Tinkturen in Tropfenform stehen ebenfalls zur Auswahl. Als Teeaufguss sollte pro Tag 2 bis 4 mal eine Tasse Odermennigkrauttee getrunken werden. Die empfohlene Dosis fĂŒr den Tag liegt bei 3 bis 6°g. Zur Ă€ußerlichen Anwendung sollten drei Mal tĂ€glich UmschlĂ€ge gemacht werden. Die UmschlĂ€ge werden in Wasser, indem das Odermennigkraut gekocht worden ist, getrĂ€nkt. Das Wasser kann auch zum Gurgeln verwendet oder ins Badewasser gegeben werden.

Odermenningkrauttee ist gerade in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr beliebt. Dieser Tee kann auch als „normales“ GetrĂ€nk getrunken werden. Im Sommer bietet er sich mit Mineralwasser ideal als Durstlöscher an. Überlegen Sie daher vor dem Kauf, wofĂŒr genau Sie das Odermennigkraut brauchen.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Odermennigkraut als NEM?

Zwei bis vier Tassen Tee pro Tag wird empfohlen und ist fĂŒr einen normal gesunden Erwachsenen laut Studien unbedenklich. Die empfohlene Tagesdosis liegt zwischen 3 und 6 g.

Wenn Sie das Kraut nicht kennen, ist es immer gut, zunĂ€chst vorsichtig zu sein. So können Sie leicht ĂŒberprĂŒfen, ob Sie allergisch reagieren oder nicht. Bei ersten Anzeichen von allergischen Reaktionen hören Sie sofort mit der Einnahme auf. Handelt es sich um schwache Symptome, reicht es gewöhnlich, wenn Sie den Tee nicht mehr trinken. Kommt es zu starkem Ausschlag oder geschwollenen Gesichtspartien konsultieren Sie bitte sofort Ihren Arzt.

Ebenfalls hilfreich wÀre es, das Kraut nicht mit Alkohol zu kombinieren. Das Odermennigkraut ist ein Naturprodukt, vertrÀgt sich aber genauso wenig wie Medikamente mit Alkohol. Nehmen Sie bereits andere Medikamente ein, ist es ratsam, Ihren Arzt oder einen Apotheker zu konsultieren.

Gibt es beim Kauf von Odermennigkraut etwas zu beachten?

Wenn Sie es in der Apotheke kaufen, erhalten Sie meist einen fertig abgepackten Tee. Reagieren Sie allergisch auf einige Produkte, fragen Sie auf alle FĂ€lle nach, welche Inhaltsstoffe sonst noch enthalten sind. Werden Ihnen Tinkturen, AuszĂŒge, Kapseln, etc. angeboten, vergewissern Sie sich, dass Sie vom seriösen Fachhandel, einer bekannten Internetseite oder einem renommierten DrogeriegeschĂ€ft kaufen. Fragen Sie nach, wie viel Prozent des Inhalts an Odermennigkraut enthalten ist. Am besten ist es, Odermennigkrauttee zu trinken. Dieser ist wohlschmeckend und die Inhaltsstoffe werden sofort gut im Körper verteilt.

Der Tee sollte trocken und ohne weiße Flecken sein. Diese sind ein Anzeichen fĂŒr zu kurze Trocknung. Gerade bei Arzneien und NahrungsergĂ€nzungsmittel sollte immer darauf geachtet werden, dass die Packungen nicht beschĂ€digt oder gar angebrochen sind. Weisen diese Wasserflecken oder Risse auf, können Sie nicht mehr sicher sein, dass der Inhalt noch in Ordnung ist. Möchten Sie einen Vorrat anlegen, fragen Sie in der Apotheke oder dem Drogeriefachhandel nach einer Großpackung. Manches Mal sind diese gĂŒnstiger als zwei kleine oder mittelgroße. Bei der Abpackung in Kapselform ist ebenfalls auf zusĂ€tzliche Inhaltsstoffe zu achten. DarĂŒber hinaus sollte auch auf die ĂŒberwiegende Konzentration des Odermennig-Inhaltsstoffes geachtet werden. Die StĂŒckzahlen variieren stark. Es ist ratsam, beim ersten Kauf eher die kleinere Kapselpackung zu wĂ€hlen. Die Packung sollte immer den grĂ¶ĂŸtmöglichen Anteil an Odermennig-Inhaltsstoff enthalten.

Unsere Produkt-Empfehlung fĂŒr Odermennigkraut
Peter Erwin

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