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Was ist Akelei?

Die Akelei (Aquilegia) ist eine Pflanze aus der Kategorie HahnenfußgewĂ€chse und gilt als leicht giftige Pflanze. Sie wird auch als gemeine, gewöhnliche oder Wald-Akelei bezeichnet.

Die mehrjĂ€hrige Staudenpflanze trĂ€gt an ihren reich verzweigten StĂ€ngeln glockenförmige BlĂŒten und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 90 cm. Da die Bestandteile der Akelei eine toxische Wirkung haben, ist sie heute mehr als schmucke Gartenpflanze denn als Heilpflanze bekannt und findet in der Pflanzenheilkunde kaum noch Verwendung. Lediglich in der Homöopathie ist sie noch in PrĂ€paraten gegen Menstruationsbeschwerden oder SchwĂ€chezustĂ€nden und NervositĂ€t zu finden.

Da sich das leichte Gift der Akelei durch Trocknen oder Erhitzen der Pflanzenteile verflĂŒchtigt, sollte sie nur in FertigprĂ€paraten (getrocknete oder erhitzte Pflanzenteile), Ă€ußerlich und in der Homöopathie angewendet werden.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Akelei einnehmen?

Obwohl die Akelei nur noch selten als Heilpflanze verwendet wird, hat sie dennoch bei der richtigen Anwendung heilende Wirkung bei Hautunreinheiten, Leber- und Gallenleiden, entzĂŒndeten Wunden und sogar Parasitenbefall. Auch bei Menstruationsbeschwerden, NervositĂ€t oder SchwĂ€chezustĂ€nden findet die Akelei in der Homöopathie Anwendung.

Wird aus den getrockneten BlĂ€ttern ein Tee zubereitet, so hat dieser eine wohltuende Wirkung bei Verdauungsbeschwerden und wirkt zudem blutreinigend. Daher kann der Tee auch bei Rheuma oder Gicht angewendet werden. Bei Hauptproblemen wie Ekzemen oder eitrigen Wunden werden Waschungen oder UmschlĂ€ge mit dem Sud der Akelei empfohlen. Auch Neurodermitis oder Schuppenflechte können sich nach Behandlungen mit AuszĂŒgen der Waldakelei bessern. Die getrockneten und gemahlenen Samen sollen Ă€ußerlich angewendet bei Hautparasiten wie LĂ€usen oder Flöhen helfen und werden auf die betroffenen Körperstellen gestreut.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Akelei?

Neben der zu Vergiftungen fĂŒhrenden BlausĂ€ure enthalten die BlĂ€tter, Wurzeln und Samen der Akelei auch BlausĂ€ureglykosid, LinolsĂ€ure, MyristinsĂ€ure und Magnoflorin. Da sich die toxische Wirkung nach dem Trocknen oder Erhitzen verflĂŒchtigt, können die Pflanzenteile in aufbereiteter Form als Heilmittel verwendet werden.

Ein Tee aus den BlĂŒten und BlĂ€ttern hat eine harn- und schweißtreibende Wirkung. Dies hilft den Wasserhaushalt zu regulieren und den Stoffwechsel anzuregen. Menschen, die unter Rheuma, Gicht oder Verdauungsprobleme leiden, können durch den Genuss des Tees Linderung finden.

Bei Hauptproblemen können die Pflanzenteile der Akelei in Form einer Tinktur oder Salbe fĂŒr Waschungen und UmschlĂ€ge herangezogen werden. Die in der Pflanze enthaltenen Wirkstoffe haben eine Haut zusammenziehende, antiseptische, betĂ€ubende und reinigende Wirkung und sorgen somit fĂŒr einen schnelleren Heilungsprozess.

Die getrockneten und pulverisierten Samen werden zur BekÀmpfung von Hautparasiten auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen.

Im Altertum wurde die Heilpflanze der Fruchtbarkeitsgöttin Freya gewidmet da die BlĂŒtenform an den Venuswagen der Göttin erinnert. Ein Trank aus der Wurzel und den Samen sollte dem Mann zu neu erwachter Potenz verhelfen. Sogar noch im 16. Jahrhundert wurde diese Rezeptur bei Impotenz von dem Mediziner Tabernaemontanus verwendet.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Akelei auftreten?

Die in den frischen Pflanzenteilen wirksame BlausĂ€ure kann zu Erbrechen, Durchfall, Übelkeit sowie Benommenheit und sogar Herzbeschwerden fĂŒhren. Bei BerĂŒhrungen der BlĂŒten, BlĂ€tter, Samen und Wurzeln können Hautreizungen die Folge sein.

Da die Wirkung der getrockneten oder erhitzten Pflanzenteile keine giftigen Substanzen mehr enthalten, darf die Akelei nur in verarbeiteter Form zu Heilzwecken verwendet werden. Weitere Nebenwirkungen sind auf Grund der allgemein eher schwachen Wirkung als Heilpflanze nicht belegt.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Akelei, bis sich erste Erfolge einstellen?

Da dieser Heilpflanze eine eher schwache Wirkung zugeschrieben wird, ist sowohl bei innerlicher als auch Ă€ußerlicher Anwendung ein wenig Geduld gefragt, ehe sich sichtbare oder spĂŒrbare Erfolge bemerkbar machen. Dennoch kann bei einer regelmĂ€ĂŸigen Einnahme von 20 Tropfen Tinktur auf einen WĂŒrfel Zucker gegeben (dies sollte alle drei Stunden erfolgen) schnell Besserung bei Verdauungsproblemen eintreten.

Auch bei Wunden oder Parasitenbefall tritt die heilende Wirkung bereits nach den ersten Behandlungen ein.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Akelei ?

Überwiegend ist die Akelei in Mittel-, West- und SĂŒdeuropa verbreitet. In Russland oder den Hochgebirgen Nordafrikas kommt sie nur in verwilderter Form vor. In den gemĂ€ĂŸigten Zonen Asiens und Chinas ist sie in Unterformen vertreten. In den AllgĂ€uer Alpen kommt die blĂŒhende Staude auf der SĂŒdseite sogar bis in 1500 Meter Höhe und höher vor.

Obwohl weit verbreitet, gilt die Aquilegia in einigen BundeslĂ€ndern als ausgestorben oder im Bestand gefĂ€hrdet. Daher ist das PflĂŒcken oder Ausgraben wild wachsender Pflanzen grundsĂ€tzlich nicht gestattet.

Da ihre Bedeutung als Heilpflanze sehr gering ist, wird sie mittlerweile mehr zur Zierde in heimischen GÀrten angebaut. Einige erwÀhnenswerte Anbaugebiete als Heilpflanze befinden sich noch in der Schweiz. Sie gedeiht am besten auf sandigen und kalkhaltigen Böden und wÀchst sowohl an sonnigen PlÀtzen als auch im Schatten.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Akelei aus?

Die mehrjĂ€hrige Pflanze blĂŒht drei bis fĂŒnf Jahre und wird zwischen 30 und 90 Zentimeter hoch. Die LaubblĂ€tter der Staudenpflanze bilden eng zusammenstehend Rosetten, aus denen die StĂ€ngel mit den BlĂŒten herauswachsen. Die BlĂ€tter bestehen aus drei BlĂ€ttern, die in drei gestielte Lappen unterteilt und am Rand eingekerbt sind.

Die glockenförmigen BlĂŒten haben fĂŒnf BlĂŒtenblĂ€tter in Violett-Tönen, Rot-Tönen sowie in gelber und weißer FĂ€rbung. Die erste BlĂŒte findet von April bis Mai statt. Werden die verwelkten BlĂŒten entfernt, kann es im Herbst zu einer erneuten BlĂŒte kommen. Die Akelei ist mit krĂ€ftigen, fleischigen Wurzeln fest im Boden verwurzelt und vermehrt sich durch Samen.

Trivialnamen

Unter welchen Namen ist Akelei noch bekannt?

Im Englischen wird die Akelei ĂŒblicherweise mit dem Namen Columbine, der sich in der Ähnlichkeit des Honigblattes mit einer Taube begrĂŒndet, bezeichnet. Da der Akelei auch eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben wird, ist sie hin und wieder unter der Bezeichnung Venuswagen zu finden. Weitere Namen wie Elfenhandschuh, Frauenhandschuh, KapuzinerhĂŒtli, PfaffenkĂ€pple oder gar Schlotterhose dĂŒrfen ebenfalls der Akelei zugeschrieben werden.

Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe sind in Akelei enthalten?

Neben der leicht giftig wirkenden BlausĂ€ure, die ĂŒberwiegend in den Samen enthalten ist, finden sich noch LinolsĂ€ure, MyristinsĂ€ure und Magnoflorin in den Pflanzenteilen.

LinolsĂ€ure versorgt die Haut mit Feuchtigkeit und hat zudem eine entzĂŒndungshemmende Wirkung. Daher kann sie bei Hautproblemen wie Akne, Schuppenflechte oder anderen entzĂŒndlichen Symptomen lindernd und heilungsfördernd eingesetzt werden. In Form von Tinkturen können Waschungen oder UmschlĂ€ge bei den betroffenen Hautstellen vorgenommen oder Salben aufgetragen werden.

MyristinsĂ€ure gehört zu der Kategorie FettsĂ€uren und ist maßgeblich am Stoffwechsel beteiligt. Getrocknete BlĂŒten und BlĂ€tter können zu Tee aufgebrĂŒht oder als Tinktur auf einem StĂŒck Zucker verzehrt werden. Sie sind bei Verdauungsbeschwerden behilflich und können durch ihre Stoffwechsel anregende und blutreinigende Wirkung bei Rheuma und Gicht Linderung der Beschwerden bringen

Da die toxische Wirkung nur in getrockneten oder erhitzten Pflanzenteilen nicht mehr vorhanden ist, dĂŒrfen BlĂ€tter, BlĂŒten, Wurzeln und Samen der Akelei nicht frisch verzehrt werden. Auch der Hautkontakt, besonders mit den Samen, ist zu vermeiden.

Ähnliche Heilpflanzen

Gibt es Àhnliche Heilpflanzen, die wirken wie Akelei?

Wenn es darum geht den Stoffwechsel zu aktivieren und Leber und Niere in ihrer Funktion zu unterstĂŒtzen haben sich in der Heilpflanzenkunde Tees aus BrennnesselblĂ€ttern und Löwenzahnwurzel bewĂ€hrt. Dadurch werden EntzĂŒndungen schneller abgebaut und Schmerzen gelindert. So hilft der Genuss dieser KrĂ€uter auch gegen die Beschwerden bei Rheuma und Gicht. Leber und Galle können mit Zubereitungen der Artischocke ebenfalls positiv unterstĂŒtzt werden.

Spitzwegerich ist wegen seiner heilungsfördernden und reizlindernden Wirkung besonders bei Insektenstichen und der Wundversorgung sehr beliebt. Bei Insektenstichen oder kleinen wunden kann man die frischen BlĂ€tter einer Spitzwegerich-Pflanze einfach zerreiben und auf die betroffenen Hautstelle auflegen. Die Wirkung tritt recht schnell ein. In der Natur-Hausapotheke sollte eine selbstgemachte Salbe aus den BlĂ€ttern von Spitzwegerich nicht fehlen. Auch Salben von Kamille oder Ringelblumen sind fĂŒr erste Wundversorgungen und bei kleinen EntzĂŒndungen sehr hilfreich.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Akelei am Markt zu kaufen?

Die wirksamen Bestandteile der Aquilegia werden ĂŒberwiegend in der Homöopathie verwendet und sind in Form von Globuli erhĂ€ltlich.

Ansonsten sind die BlĂ€tter, BlĂŒten und Samen in getrockneter Form erhĂ€ltlich. Man kann sie fĂŒr die Zubereitung von Tees oder Tinkturen verwenden. Stellt man einen Ölauszug her, kann dieser anschließend zu einer Salbe verarbeitet werden.

Auf Grund der in den Pflanzenteilen enthaltenen BlausÀure sollten Heilmittel nicht ohne fachkundige Anleitung hergestellt und angewendet werden.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Akelei als NEM?

FĂŒr eine Tasse Tee benötigt man lediglich zwei Teelöffel der getrockneten BlĂŒten und BlĂ€tter und kann nach zehn Minuten Ziehzeit getrunken werden. Mehr als 2-3 Tassen am Tag sollten es aber nicht sein.

Stellt man mit 68%igem Alkohol eine Tinktur her, so benötigt man 500 g Kraut auf einen Liter Alkohol. Hiervon können alle drei Stunden 20 Tropfen auf einem StĂŒck Zucker eingenommen werden bis sich die Beschwerden bessern.

Bei Parasitenbefall werden die betroffenen Hautstellen so lange mit den getrockneten und gemahlenen Samen bestreut, bis kein Befall mehr festzustellen ist.

Akne und entzĂŒndlich Hauterkrankungen werden ein bis zweimal tĂ€glich mit AuszĂŒgen aus dem Kraut durch Waschungen oder UmschlĂ€ge behandelt bis die Beschwerden abgeklungen sind.

Gibt es beim Kauf von Akelei etwas zu beachten?

BlĂ€tter, BlĂŒten, Wurzeln und Samen dieses Heilkrautes dĂŒrfen nur in verarbeiteter Form(getrocknet oder erhitzt) angeboten werden, da sie in frischem Zustand toxisch wirken. Da die Pflanze teilweise unter strengem Naturschutz steht, sollte sie nicht wild gepflĂŒckt worden sein. Als homöopathisches Heilmittel kann sie in Form von Globuli durch einen Arzt oder Heilpraktiker verabreicht werden.

Wer wegen der leicht giftigen Bestandteile der Pflanze keine Risiken bei der Zubereitung von Heilmitteln aus der Aquilegia vulgaris eingehen möchte, sollte beim Kauf auf fertige Teemischungen oder Tinkturen setzen.

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Hilde Sonntag
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Quellen zu diesem Beitrag
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