Die Einnahme von Nahrungseränzung ist kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

Heilpflanze

Kapuzinerkresse

Autor

Hilde Sonntag
Expertin für Heilkräuter
Kapuzinerkresse

enthaltene
Wirkstoffe

zu behandelnde
Symptome

30

recherchierte
Studien

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behandelnde
Symptome

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30

recherchierte
Studien

Was ist Kapuzinerkresse?

Die Kapuzinerkresse (lat. Tropaeolum) ist sowohl eine Zier- als auch eine Nutzpflanze und gehört zu der Familie der Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae). Innerhalb der Gattung der Kapuzinerkresse gibt es über 90 verschiedene Arten, wobei die große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) die bekannteste Art darstellt. Besonders charakteristisch sind die ausufernden Ranken und das ausgeprägte Längenwachstum, so dass einige Pflanzen mehrere Meter z. B. mit Hilfe von Zäunen, Gittern oder Bäumen in die Höhe ragen können. Außerdem auffällig sind die leuchtenden Blüten, die es in den Farben Gelb, Orange oder Rot gibt. Der Duft der Kapuzinerkresse ist intensiv, kann jedoch erst wahrgenommen werden, wenn die Blüten von der Pflanze abgeschnitten werden. Der Name der Pflanze leitet sich aus der Gestalt der Blüte ab: Seitlich betrachtet bildet die Blüte mit dem Blütenhäubchen und dem Sporn eine Form, die an die Zipfelmütze erinnert, welche die Kapuzinermönche als Kopfbedeckung nutzten.

Verwendung im heimischen Garten findet die Pflanze neben der Funktion als Zierpflanze zum einen als Heilkraut und zum anderen als Gewürzkraut. Zum Beispiel kann die Kresse im Salat, Frischkäse oder in Quarks zum Einsatz kommen. Dabei werden sowohl die Blüten als auch die Blätter der Pflanze verwendet. Geschmacklich kann die Kresse mit pikant-pfeffrig und einer angenehmen Schärfe beschrieben werden (mit einer Ähnlichkeit zur Gartenkresse), der von den Senfölen der Pflanze kommt. Beispielsweise besitzen auch Meerrettich und Radieschen Senföle, die für deren scharfen Geschmack verantwortlich ist.

Aufgrund der medizinisch relevanten Inhaltsstoffe in der Kapuzinerkresse, wurde sie 2013 vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Die Pflanzzeit ist zwischen März und Mai, so dass die Pflanze zwischen Mai und Oktober blüht und in diesem Zeitraum auch geerntet werden kann.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Kapuzinerkresse einnehmen?

Die Kapuzinerkresse besitzt insbesondere gesundheitsfördernde antibakterielle Senföle. Diese werden durch das Zerkleinern während des Kauens freigesetzt und letztlich im Darm vollständig aufgenommen. Daher sollte die Kresse bei (bestimmten) bakteriellen Infektionen eingenommen werden. Wissenschaftliche Studien belegten, dass die Wirkstoffe der Pflanze besonders effektiv gegenüber Bakterien sind, die z. B. für Erkältungen, Bronchitis oder der Entzündung der Nasennebenhöhlen verantwortlich sind. Außerdem konnte bereits nachgewiesen werden, dass die enthaltenen Senföle in Kombination mit anderen natürlichen Wirkstoffen gesundheitsfördernd bei Harnwegsinfektionen sind. Auch die harntreibende Eigenschaft der Pflanze spielt dabei eine Rolle.

Auch auf die Verdauung hat die sie aufgrund ihrer vielen Ballaststoffe einen fördernden Einfluss, so dass sie auch bei einer Verstopfung helfen kann.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Kapuzinerkresse?

Bei der Wirkung der Kapuzinerkresse auf den menschlichen Körper muss zwischen der inneren Anwendung (= Verzehr der Pflanze) und der äußeren Anwendung (=Salbe oder Extrakt auf der Haut) unterschieden werden. Wird die Pflanze gegessen, werden die Inhaltsstoffe freigesetzt und gelangen in den Körper und letztlich in die Blutbahn. Die enthaltenen Senföle wirken sich dabei antimikrobiell (gegen Bakterien), antifugal (gegen Pilze) und sogar antiviral (gegen Viren) auf den gesamten Körper aus. Außerdem besitzt die Pflanze einen hohen Gehalt an Vitamin C, was das Immunsystem stärkt.

Bei der äußerlichen Anwendung wird die Pflanze entweder entsaftet, das heißt die gesamte Pflanze wird gepresst oder mit einem Mörser zerstoßen. Die Flüssigkeit bzw. der Extrakt wird dann auf eine Hautstelle aufgetragen. Durch die enthaltenen Senföle fördert diese Anwendung die Durchblutung der Haut und wirkt außerdem gewebereizend. Daher findet die diese Methode insbesondere bei Muskelkater oder rheumatischen Beschwerden Anwendung.

Die größte Wirkung der Inhaltsstoffe der Pflanze besitzen die Senföle. Dieses wirkt als Antibiotikum und hemmt bakterielles Wachstum oder tötet bei höheren Konzentrationen die Bakterien sogar. Interessant ist, dass bisher keine bakterielle Resistenz gegen Senföl gefunden wurden, wohingegen gegen viele andere Antibiotika schnell Resistenzen entwickelt werden.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Kapuzinerkresse auftreten?

Die enthaltenen Senföle bestehen auch Isothiocyanaten und sind in höheren Mengen für den menschlichen Körper giftig. Sie können u. a. die Produktion der Schilddrüse hemmen und damit die Bildung eines Kropfes auslösen. Allerdings werden diese Mengen bei natürlichen und pflanzlichen Produkten nicht erreicht. Aufgrund der Senföle hat die Kapuzinerkresse einen scharfen Geschmack und ist daher für Säuglinge und Kinder nicht geeignet. Außerdem sollte die Pflanze nicht bei Magen und Darmerkrankungen oder bei Erkrankungen der Niere verzehrt werden. Wegen der generellen reizenden Wirkung auf die Schleimhäute, sollten Präparate, die Senföl beinhalten, nicht länger als 4 Wochen angewendet werden.

Einige Menschen reagieren auf Senföl überempfindlich und zeigen eine allergische Reaktion (Auslöser von Kontaktallergien). Treten Nebenwirkungen wie Hautrötung oder Ausschlag und Juckreiz auf, sollten keine weiteren Präparate der Kresse eingenommen werden. Im Allgemeinen sind nur sehr wenige Menschen von Nebenwirkungen durch die Pflanze betroffen.

Für schwangere und insbesondere stillende Frauen ist der Verzehr der Kresse abzuraten, da die Inhaltsstoffe in die Muttermilch übergehen und auf das Kind übertragen werden.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Kapuzinerkresse, bis sich erste Erfolge einstellen?

Die Anwendungsdauer bis sich erste Erfolge zeigen, ist individuell und je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich. Bei einer äußeren Auftragung der Pflanze auf betroffene Haut-/ Muskelregionen ist ein Effekt nach wenigen Stunden (1-2 Stunden) zu erwarten und es zeigt sich eine Hautrötung, die durch die Reizung des Gewebes verursacht wird. Bei der innerlichen Anwendung (orale Aufnahme) zur Behandlung von Bronchitis oder Blasenentzündung vergehen in der Regel – wie auch bei jedem anderen Antibiotikum – zwei Tage, bis eine Besserung eintritt.

Wichtig ist, dass Präparate der Kapuzinerkresse maximal vier Wochen am Stück eingenommen werden, da es bei längerer Einnahme zu einer chronischen Reizung der Schleimhäute kommen kann.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Kapuzinerkresse ?

Ursprünglich stammt die Kresse aus Mittel- und Südamerika, ist also in Europa eigentlich ein sogenannter Neophyt (pflanzlicher Einwanderer). Heutzutage findet man die Pflanze in allen Gebieten der Erde, die ein gemäßigtes Klima aufweisen. Damit ist die Kapuzinerkresse auch eine Gartenpflanze, die im heimischen Garten angebaut werden kann. Theoretisch ist die Pflanze sehr robust, wird aber meist als einjährige Pflanze kultiviert, da sie frostempfindlich ist und keine Temperaturen unter dem Null Punkt verträgt.

Im Anbau ist die Kresse eine eher anspruchslose Pflanze, die kaum besondere Anforderungen besitzt. Trotzdem gilt – wie bei jeder Pflanze – das beste Wachstum findet unter optimalen Bedingungen statt. Für eine gute Ernte mit vielen Blüten sollte daher ein stark humushaltiger Boden verwendet werden und viel Sonnenlicht zur Verfügung stehen. Dabei kann die Kresse sowohl im Gartenbeet, in einem Kübel, oder auf dem Balkon in irgendwelchen Töpfen ausgesät werden. Wichtig ist nur für ausreichend Platz zu sorgen (entweder in der Höhe z. B. durch Stangen oder in der Breite).

Aufgrund der Frostempfindlichkeit sollte die Pflanze erst nach dem letzten Frost des Jahres zwischen März und Mai ausgesät werden. Wenige Tage nach dem Sähen sind bereits erste Keimlinge sichtbar. Da die Pflanze sehr schnell wächst, muss sie regelmäßig gegossen werden, um ein Austrocknen zu verhindern. Wichtig ist außerdem darauf zu achten, dass es zu keiner Staunässe kommt.

Die Pflanze lässt sich mehrfach im Jahr ernten, wobei immer unterschiedliche Teile genutzt werden. Zuerst sind die kräftigen Blätter dran, die sich gleich zu Anfang entwickeln. Diese sind würzig im Geschmack und eignen sich z. B. für den Salat. Wenn die Pflanze im Juni blüht, können die Blüten geerntet werden, die sich z. B. zur Dekoration bei vielen kalten Speisen eignen. Auch die unreifen Samen können geerntet werden und nachdem sie in Essig eingelegt wurden als Kapern Ersatz verwendet werden. Zwischen August und Oktober kann man schließlich die ausgereiften Samen ernten und für die Aussaat im nächsten Jahr verwenden.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Kapuzinerkresse aus?

Charakteristisch für die Kapuzinerkresse sind insbesondere die ausufernden Ranken. Eine einjährige Pflanze wird in etwa 60 cm hoch.

Zur Pflanzenbestimmung eignen sich die charakteristischen Blätter der Pflanze. Sie besitzen eine runde, leicht kantige Form mit einem Durchmesser zwischen 3 cm und 10 cm. Die Blattachsen verlaufen vom Zentrum des Blattes aus strahlenförmig zu den Rändern. Außerdem besitzen die Blätter dieselben Eigenschaften wie Lotusblätter, denn sie sind schmutzabweisend und Wasser perlt einfach ab.

Die Farben der Blüten variiert und kann Farben zwischen gelb, orange oder rot annehmen, wobei die Blüte aus fünf Kelch- und fünf Kronblättern, die dem spitz zulaufenden Sporn gegenüberstehen. Von der Seite betrachtet, zeigt die Blüte mit Blütenhäubchen und Sporn eine Art Zipfelmütze wie man ihn von der Kopfbedeckung von Kapuzinermönchen kennt. Daher trägt die Pflanze auch den Namen.

Trivialnamen

Unter welchen Namen ist Kapuzinerkresse noch bekannt?

Der lateinische Name der Kresse lautet Tropaeolum. Aufgrund ihrer leuchtenden Farbe wird sie außerdem umgangssprachlich auch „Gelbes Vögerl“ genannt. In der Schweiz heißt die Pflanze Kapuzinerli. Selten findet man die Kapuzinerkresse auch unter dem Namen Salatblume.

Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe sind in Kapuzinerkresse enthalten?

Die Kapuzinerkresse besitzt viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Am wichtigsten für die antimikrobielle, antivirale und antimykotische Wirkung sind die sogenannten Senföle (Senfglykoside, Isothiocyanate). Aber auch andere Öle, wie Eicosansäure, Linolsäure, Stearinsäure und Erucasäure sind vorhanden. Außerdem sind bereits diverse Flavonoide in der Pflanze nachgewiesen worden, wie z. B. Kaempferol, Pelargonidin oder Quercetin. Insbesondere Quercetin ist Gegenstand aktueller Forschungen, da es neben antioxidativen Eigenschaften auch gegen Gicht hilft und zudem möglicherweise eine anti-kanzerogene Wirkung besitzen soll.

Weiterhin wurden in den Blüten unter anderem Polypehnole (z. B. Hydroxyzimtsäuren oder Myricetin) entdeckt, die in Laborexperimenten ebenfalls anti-kanzerogen wirkten.

Außerdem ist die Kresse reich an Vitamin C und beta-Carotin sowie zahlreichen Mineralstoffen wie Eisen, Kalium und Magnesium.

Ähnliche Heilpflanzen

Gibt es ähnliche Heilpflanzen, die wirken wie Kapuzinerkresse?

Der Hauptwirkstoff der Kapuzinerkresse sind die enthaltenen Senföle. Auch andere Pflanzen enthalten diesen Wirkstoff, der für den typisch scharfen Geschmack verantwortlich ist, wie z. B. Meerrettich oder Radieschen. Trotzdem ist die Kresse in ihrer Anwendung deutlich flexibler als viele ähnliche Heilpflanzen und besitzt zudem einen hohen Anteil and Vitamin C.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Kapuzinerkresse am Markt zu kaufen?

Es existieren viele verschiedene Formen der Kapuzinerkresse, die käuflich erworben werden können. Ganz traditionell kann sie als geschnittenes Kraut gekauft werden, welches dann z. B. im Salat weiterverarbeitet wird. Außerdem eignet sich das Kraut auch hervorragend einen Tee damit aufzukochen oder eigene Extrakte herzustellen.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Kapuzinerkresse als NEM?

Unabhängig von der Einnahmeform, sollte eine Einzeldosis ungefähr eine Menge von 15 mg des Senföls beinhalten. Pro Tag werden dann jeweils drei Einzeldosen eingenommen. Wird aus der frischen Pflanze Tee gekocht oder Saft gepresst, sollten pro Tag maximal 30 g der Blätter verwendet werden.

Da die Senföle die Schleimhaut reizen, ist es außerdem wichtig die Präparate auf keinen Fall länger als vier Wochen am Stück einzunehmen.

Gibt es beim Kauf von Kapuzinerkresse etwas zu beachten?

Werden andere Medikamente eingenommen, sollte unbedingt mit dem Hausarzt abgeklärt werden, ob möglicherweise negative Effekte zusammen mit der Einnahme von Präparaten aus der Pflanze auftreten. Wissenschaftliche Studien haben z. B. eine Wechselwirkung zwischen der Einnahme von Kapuzinerkresse und der Alkoholtoleranz nachgewiesen. Daher sollte kein Alkohol in Verbindung mit der Pflanze getrunken werden.

Da die Senföle die Schleimhäute reizen, ist es ratsam die Kresse als Präparat zu sich zu nehmen, welches in einer magensaftunlöslicher Weichgelatinekapsel verpackt ist und nach dem Essen eingenommen werden sollte. Dadurch werden die Schleimhäute weniger gereizt und es kommt noch seltener zu (ohnehin seltenen) Nebenwirkungen.

Studien zu Kapuzinerkresse

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