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Was ist Kapuzinerkresse?

Die Kapuzinerkresse (lat. Tropaeolum) ist sowohl eine Zier- als auch eine Nutzpflanze und gehört zu der Familie der KapuzinerkressengewĂ€chse (Tropaeolaceae). Innerhalb der Gattung der Kapuzinerkresse gibt es ĂŒber 90 verschiedene Arten, wobei die große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) die bekannteste Art darstellt. Besonders charakteristisch sind die ausufernden Ranken und das ausgeprĂ€gte LĂ€ngenwachstum, so dass einige Pflanzen mehrere Meter z. B. mit Hilfe von ZĂ€unen, Gittern oder BĂ€umen in die Höhe ragen können. Außerdem auffĂ€llig sind die leuchtenden BlĂŒten, die es in den Farben Gelb, Orange oder Rot gibt. Der Duft der Kapuzinerkresse ist intensiv, kann jedoch erst wahrgenommen werden, wenn die BlĂŒten von der Pflanze abgeschnitten werden. Der Name der Pflanze leitet sich aus der Gestalt der BlĂŒte ab: Seitlich betrachtet bildet die BlĂŒte mit dem BlĂŒtenhĂ€ubchen und dem Sporn eine Form, die an die ZipfelmĂŒtze erinnert, welche die Kapuzinermönche als Kopfbedeckung nutzten.

Verwendung im heimischen Garten findet die Pflanze neben der Funktion als Zierpflanze zum einen als Heilkraut und zum anderen als GewĂŒrzkraut. Zum Beispiel kann die Kresse im Salat, FrischkĂ€se oder in Quarks zum Einsatz kommen. Dabei werden sowohl die BlĂŒten als auch die BlĂ€tter der Pflanze verwendet. Geschmacklich kann die Kresse mit pikant-pfeffrig und einer angenehmen SchĂ€rfe beschrieben werden (mit einer Ähnlichkeit zur Gartenkresse), der von den Senfölen der Pflanze kommt. Beispielsweise besitzen auch Meerrettich und Radieschen Senföle, die fĂŒr deren scharfen Geschmack verantwortlich ist.

Aufgrund der medizinisch relevanten Inhaltsstoffe in der Kapuzinerkresse, wurde sie 2013 vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde zur Arzneipflanze des Jahres gewĂ€hlt. Die Pflanzzeit ist zwischen MĂ€rz und Mai, so dass die Pflanze zwischen Mai und Oktober blĂŒht und in diesem Zeitraum auch geerntet werden kann.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Kapuzinerkresse einnehmen?

Die Kapuzinerkresse besitzt insbesondere gesundheitsfördernde antibakterielle Senföle. Diese werden durch das Zerkleinern wĂ€hrend des Kauens freigesetzt und letztlich im Darm vollstĂ€ndig aufgenommen. Daher sollte die Kresse bei (bestimmten) bakteriellen Infektionen eingenommen werden. Wissenschaftliche Studien belegten, dass die Wirkstoffe der Pflanze besonders effektiv gegenĂŒber Bakterien sind, die z. B. fĂŒr ErkĂ€ltungen, Bronchitis oder der EntzĂŒndung der Nasennebenhöhlen verantwortlich sind. Außerdem konnte bereits nachgewiesen werden, dass die enthaltenen Senföle in Kombination mit anderen natĂŒrlichen Wirkstoffen gesundheitsfördernd bei Harnwegsinfektionen sind. Auch die harntreibende Eigenschaft der Pflanze spielt dabei eine Rolle.

Auch auf die Verdauung hat die sie aufgrund ihrer vielen Ballaststoffe einen fördernden Einfluss, so dass sie auch bei einer Verstopfung helfen kann.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Kapuzinerkresse?

Bei der Wirkung der Kapuzinerkresse auf den menschlichen Körper muss zwischen der inneren Anwendung (= Verzehr der Pflanze) und der Ă€ußeren Anwendung (=Salbe oder Extrakt auf der Haut) unterschieden werden. Wird die Pflanze gegessen, werden die Inhaltsstoffe freigesetzt und gelangen in den Körper und letztlich in die Blutbahn. Die enthaltenen Senföle wirken sich dabei antimikrobiell (gegen Bakterien), antifugal (gegen Pilze) und sogar antiviral (gegen Viren) auf den gesamten Körper aus. Außerdem besitzt die Pflanze einen hohen Gehalt an Vitamin C, was das Immunsystem stĂ€rkt.

Bei der Ă€ußerlichen Anwendung wird die Pflanze entweder entsaftet, das heißt die gesamte Pflanze wird gepresst oder mit einem Mörser zerstoßen. Die FlĂŒssigkeit bzw. der Extrakt wird dann auf eine Hautstelle aufgetragen. Durch die enthaltenen Senföle fördert diese Anwendung die Durchblutung der Haut und wirkt außerdem gewebereizend. Daher findet die diese Methode insbesondere bei Muskelkater oder rheumatischen Beschwerden Anwendung.

Die grĂ¶ĂŸte Wirkung der Inhaltsstoffe der Pflanze besitzen die Senföle. Dieses wirkt als Antibiotikum und hemmt bakterielles Wachstum oder tötet bei höheren Konzentrationen die Bakterien sogar. Interessant ist, dass bisher keine bakterielle Resistenz gegen Senföl gefunden wurden, wohingegen gegen viele andere Antibiotika schnell Resistenzen entwickelt werden.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Kapuzinerkresse auftreten?

Die enthaltenen Senföle bestehen auch Isothiocyanaten und sind in höheren Mengen fĂŒr den menschlichen Körper giftig. Sie können u. a. die Produktion der SchilddrĂŒse hemmen und damit die Bildung eines Kropfes auslösen. Allerdings werden diese Mengen bei natĂŒrlichen und pflanzlichen Produkten nicht erreicht. Aufgrund der Senföle hat die Kapuzinerkresse einen scharfen Geschmack und ist daher fĂŒr SĂ€uglinge und Kinder nicht geeignet. Außerdem sollte die Pflanze nicht bei Magen und Darmerkrankungen oder bei Erkrankungen der Niere verzehrt werden. Wegen der generellen reizenden Wirkung auf die SchleimhĂ€ute, sollten PrĂ€parate, die Senföl beinhalten, nicht lĂ€nger als 4 Wochen angewendet werden.

Einige Menschen reagieren auf Senföl ĂŒberempfindlich und zeigen eine allergische Reaktion (Auslöser von Kontaktallergien). Treten Nebenwirkungen wie Hautrötung oder Ausschlag und Juckreiz auf, sollten keine weiteren PrĂ€parate der Kresse eingenommen werden. Im Allgemeinen sind nur sehr wenige Menschen von Nebenwirkungen durch die Pflanze betroffen.

FĂŒr schwangere und insbesondere stillende Frauen ist der Verzehr der Kresse abzuraten, da die Inhaltsstoffe in die Muttermilch ĂŒbergehen und auf das Kind ĂŒbertragen werden.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Kapuzinerkresse, bis sich erste Erfolge einstellen?

Die Anwendungsdauer bis sich erste Erfolge zeigen, ist individuell und je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich. Bei einer Ă€ußeren Auftragung der Pflanze auf betroffene Haut-/ Muskelregionen ist ein Effekt nach wenigen Stunden (1-2 Stunden) zu erwarten und es zeigt sich eine Hautrötung, die durch die Reizung des Gewebes verursacht wird. Bei der innerlichen Anwendung (orale Aufnahme) zur Behandlung von Bronchitis oder BlasenentzĂŒndung vergehen in der Regel – wie auch bei jedem anderen Antibiotikum – zwei Tage, bis eine Besserung eintritt.

Wichtig ist, dass PrĂ€parate der Kapuzinerkresse maximal vier Wochen am StĂŒck eingenommen werden, da es bei lĂ€ngerer Einnahme zu einer chronischen Reizung der SchleimhĂ€ute kommen kann.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Kapuzinerkresse ?

UrsprĂŒnglich stammt die Kresse aus Mittel- und SĂŒdamerika, ist also in Europa eigentlich ein sogenannter Neophyt (pflanzlicher Einwanderer). Heutzutage findet man die Pflanze in allen Gebieten der Erde, die ein gemĂ€ĂŸigtes Klima aufweisen. Damit ist die Kapuzinerkresse auch eine Gartenpflanze, die im heimischen Garten angebaut werden kann. Theoretisch ist die Pflanze sehr robust, wird aber meist als einjĂ€hrige Pflanze kultiviert, da sie frostempfindlich ist und keine Temperaturen unter dem Null Punkt vertrĂ€gt.

Im Anbau ist die Kresse eine eher anspruchslose Pflanze, die kaum besondere Anforderungen besitzt. Trotzdem gilt – wie bei jeder Pflanze – das beste Wachstum findet unter optimalen Bedingungen statt. FĂŒr eine gute Ernte mit vielen BlĂŒten sollte daher ein stark humushaltiger Boden verwendet werden und viel Sonnenlicht zur VerfĂŒgung stehen. Dabei kann die Kresse sowohl im Gartenbeet, in einem KĂŒbel, oder auf dem Balkon in irgendwelchen Töpfen ausgesĂ€t werden. Wichtig ist nur fĂŒr ausreichend Platz zu sorgen (entweder in der Höhe z. B. durch Stangen oder in der Breite).

Aufgrund der Frostempfindlichkeit sollte die Pflanze erst nach dem letzten Frost des Jahres zwischen MĂ€rz und Mai ausgesĂ€t werden. Wenige Tage nach dem SĂ€hen sind bereits erste Keimlinge sichtbar. Da die Pflanze sehr schnell wĂ€chst, muss sie regelmĂ€ĂŸig gegossen werden, um ein Austrocknen zu verhindern. Wichtig ist außerdem darauf zu achten, dass es zu keiner StaunĂ€sse kommt.

Die Pflanze lĂ€sst sich mehrfach im Jahr ernten, wobei immer unterschiedliche Teile genutzt werden. Zuerst sind die krĂ€ftigen BlĂ€tter dran, die sich gleich zu Anfang entwickeln. Diese sind wĂŒrzig im Geschmack und eignen sich z. B. fĂŒr den Salat. Wenn die Pflanze im Juni blĂŒht, können die BlĂŒten geerntet werden, die sich z. B. zur Dekoration bei vielen kalten Speisen eignen. Auch die unreifen Samen können geerntet werden und nachdem sie in Essig eingelegt wurden als Kapern Ersatz verwendet werden. Zwischen August und Oktober kann man schließlich die ausgereiften Samen ernten und fĂŒr die Aussaat im nĂ€chsten Jahr verwenden.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Kapuzinerkresse aus?

Charakteristisch fĂŒr die Kapuzinerkresse sind insbesondere die ausufernden Ranken. Eine einjĂ€hrige Pflanze wird in etwa 60 cm hoch.

Zur Pflanzenbestimmung eignen sich die charakteristischen BlĂ€tter der Pflanze. Sie besitzen eine runde, leicht kantige Form mit einem Durchmesser zwischen 3 cm und 10 cm. Die Blattachsen verlaufen vom Zentrum des Blattes aus strahlenförmig zu den RĂ€ndern. Außerdem besitzen die BlĂ€tter dieselben Eigenschaften wie LotusblĂ€tter, denn sie sind schmutzabweisend und Wasser perlt einfach ab.

Die Farben der BlĂŒten variiert und kann Farben zwischen gelb, orange oder rot annehmen, wobei die BlĂŒte aus fĂŒnf Kelch- und fĂŒnf KronblĂ€ttern, die dem spitz zulaufenden Sporn gegenĂŒberstehen. Von der Seite betrachtet, zeigt die BlĂŒte mit BlĂŒtenhĂ€ubchen und Sporn eine Art ZipfelmĂŒtze wie man ihn von der Kopfbedeckung von Kapuzinermönchen kennt. Daher trĂ€gt die Pflanze auch den Namen.

Trivialnamen

Unter welchen Namen ist Kapuzinerkresse noch bekannt?

Der lateinische Name der Kresse lautet Tropaeolum. Aufgrund ihrer leuchtenden Farbe wird sie außerdem umgangssprachlich auch „Gelbes Vögerl“ genannt. In der Schweiz heißt die Pflanze Kapuzinerli. Selten findet man die Kapuzinerkresse auch unter dem Namen Salatblume.

Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe sind in Kapuzinerkresse enthalten?

Die Kapuzinerkresse besitzt viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Am wichtigsten fĂŒr die antimikrobielle, antivirale und antimykotische Wirkung sind die sogenannten Senföle (Senfglykoside, Isothiocyanate). Aber auch andere Öle, wie EicosansĂ€ure, LinolsĂ€ure, StearinsĂ€ure und ErucasĂ€ure sind vorhanden. Außerdem sind bereits diverse Flavonoide in der Pflanze nachgewiesen worden, wie z. B. Kaempferol, Pelargonidin oder Quercetin. Insbesondere Quercetin ist Gegenstand aktueller Forschungen, da es neben antioxidativen Eigenschaften auch gegen Gicht hilft und zudem möglicherweise eine anti-kanzerogene Wirkung besitzen soll.

Weiterhin wurden in den BlĂŒten unter anderem Polypehnole (z. B. HydroxyzimtsĂ€uren oder Myricetin) entdeckt, die in Laborexperimenten ebenfalls anti-kanzerogen wirkten.

Außerdem ist die Kresse reich an Vitamin C und beta-Carotin sowie zahlreichen Mineralstoffen wie Eisen, Kalium und Magnesium.

Ähnliche Heilpflanzen

Gibt es Àhnliche Heilpflanzen, die wirken wie Kapuzinerkresse?

Der Hauptwirkstoff der Kapuzinerkresse sind die enthaltenen Senföle. Auch andere Pflanzen enthalten diesen Wirkstoff, der fĂŒr den typisch scharfen Geschmack verantwortlich ist, wie z. B. Meerrettich oder Radieschen. Trotzdem ist die Kresse in ihrer Anwendung deutlich flexibler als viele Ă€hnliche Heilpflanzen und besitzt zudem einen hohen Anteil and Vitamin C.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Kapuzinerkresse am Markt zu kaufen?

Es existieren viele verschiedene Formen der Kapuzinerkresse, die kĂ€uflich erworben werden können. Ganz traditionell kann sie als geschnittenes Kraut gekauft werden, welches dann z. B. im Salat weiterverarbeitet wird. Außerdem eignet sich das Kraut auch hervorragend einen Tee damit aufzukochen oder eigene Extrakte herzustellen.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Kapuzinerkresse als NEM?

UnabhÀngig von der Einnahmeform, sollte eine Einzeldosis ungefÀhr eine Menge von 15 mg des Senföls beinhalten. Pro Tag werden dann jeweils drei Einzeldosen eingenommen. Wird aus der frischen Pflanze Tee gekocht oder Saft gepresst, sollten pro Tag maximal 30 g der BlÀtter verwendet werden.

Da die Senföle die Schleimhaut reizen, ist es außerdem wichtig die PrĂ€parate auf keinen Fall lĂ€nger als vier Wochen am StĂŒck einzunehmen.

Gibt es beim Kauf von Kapuzinerkresse etwas zu beachten?

Werden andere Medikamente eingenommen, sollte unbedingt mit dem Hausarzt abgeklÀrt werden, ob möglicherweise negative Effekte zusammen mit der Einnahme von PrÀparaten aus der Pflanze auftreten. Wissenschaftliche Studien haben z. B. eine Wechselwirkung zwischen der Einnahme von Kapuzinerkresse und der Alkoholtoleranz nachgewiesen. Daher sollte kein Alkohol in Verbindung mit der Pflanze getrunken werden.

Da die Senföle die SchleimhÀute reizen, ist es ratsam die Kresse als PrÀparat zu sich zu nehmen, welches in einer magensaftunlöslicher Weichgelatinekapsel verpackt ist und nach dem Essen eingenommen werden sollte. Dadurch werden die SchleimhÀute weniger gereizt und es kommt noch seltener zu (ohnehin seltenen) Nebenwirkungen.

Unsere Produkt-Empfehlung fĂŒr Kapuzinerkresse
Hilde Sonntag
  • Expertin fĂŒr HeilkrĂ€uter empfiehlt

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Quellen zu diesem Beitrag
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