Die Einnahme von Nahrungseränzung ist kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

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Heilpflanze

Eibisch

Autor

Gertrud Winkelmair
Chefredaktion Superfoods
Eibisch

enthaltene
Wirkstoffe

zu behandelnde
Symptome

30

recherchierte
Studien

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behandelnde
Symptome

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30

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Der Echte Eibisch wird auch auch Arznei-Eibisch genannt. Er gehört zur Familie der Malvengewächse. Alles Wissenswerte rund um die Heilpflanze Eibisch ist hier zu erfahren.

Was ist Eibisch?

Die Laubblätter des Eibischs sind ungeteilt bis dreilappig. Sie sind samtartig weich und mit kleinen Härchen besetzt.

Der Arznei-Eibisch ist eine krautige, aufrechte und mehrjährige Pflanze mit fräftigen Stängeln. Er kann bis zu 150 Zentimetern groß werden. Seine Blütezeit ist von Juli bis August. Die Blüten sind strahlend weiß. Der Arznei-Eibisch ist als wertvolle Bienenfutterpflanze bekannt.

Der Arznei-Eibisch wächst wild in den Steppenzonen Südrusslands und Kasachstans östlich bis zum Altai. Auch in Südeuropa vom Balkon über Italien ist er verbreitet. Die Pflanze ist durch den Menschen nach Mitteleuropa gelangt. Im mitteleuropäischem Raum kommt er verwildert in küstennahen Gebieten vor. Teils kommt der Arznei-Eibisch auch in Gartenanlagen oder sogar auf Schuttplätzen vor. Die Pflanze liebt sonnige und warme Plätze mit Lehmböden oder Tonböden, die nährstoffreich und gut wasserversorgt sind.

Der Arznei-Eibisch ist anfällig für den Malvenrost, einer Krankheit, die teliosporen bildet. Aus Substanzen der Pflanze wurden früher Mashmallows produziert. Hierfür wurden die Stängel, die Blätter und die Wurzel verwendet. Mittlerweile verwendet die Industrie Ersatzstoffe. In früheren Zeiten aß man auch die Wurzel, die orab gekocht und anschließend gebraten wurde. Auch die Blüten des Eibischs sind essbar. Junge Blätter können im Salat verzehrt werden. Im alten Rom wurde der Arznei-Eibisch als Kraut für Suppen oder zur Füllung von Spanferkeln verwendet.

Die Wurzel, die mohrrübenähnlich ist, wurde bei Hungersnöten als Nahrungsmitel verzehrt.

In der Medizin werden die gesammelten und getrockneten Blüten zur Blütezeit und die vor oder während der Blüte gesammelten und getrockneten Laubblätter verwendet, sowie die getrocknete Wurzel des Arznei-Eibisch. Die Schleimstoffe werden als einhüllend und reizmildernd beschrieben. In Tierversuchen wies man auch entzündungshemmende und immunstabilisierende Effekte nach.

Schon in der Antike wurde die Pflanze als heilsam bei Verhärtungen und Geschwulsten oder Schmerzen der Eingeweide umschrieben. Im Mittelalter wurde die Eibischwurzel gegen Brüche, Geschwüre oder Beulen verwendet.

Traditionell in der Medizin Persiens wird der Arznei-Eibisch zur Therapie des Seborrhoischen Ekzems genutzt.

Die Wurzel der Pflanze soll auch bei Verdauungsstörungen, Entzündungen im Magen-Darm-Trakt und Entzündungen der Haut hilfreich sein. Die Blätter der Pflanze sollen für die Lunge und die ableitenden Harnwege wirksam sein. Der Arznei-Eibisch werde bei Bronchitis, Erkältung und Hustenreiz angeraten und soll lindernde Wirkung bei Harnröhrenentzündung, Krampfadern und Furunkeln haben.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur bestätigte die heilende Wirkung der Pflanze als reizlinderndes Arzneimittel bei Entzündungen im Mundraum und Rachenraum, zur Hemmung des Hustenreizes und bei leichten Magen- und Darmentzündungen.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Eibisch einnehmen?

Die Eibischblätter werden bei Reizhusten, Katarrhen der Atemwege und Schleimhautentzündungen im Rachen- und Mundraum empfohlen.

Die Eibischblüten sind hilfreich bei Erkältungskrankheiten, Fieber, Husten, Grippe und Schnupfen. Die Eibischwurzel wird bei Abszessen der Haut, bei Geschwüren der Haut, bei Katarrhen der Blase oder Atemwege, bei Reizhusten, bei Entzündung der Magenschleimhaut, bei Verbrennungen und bei Entzündungen der Schleimhaut im Mundraum oder Rachenbereich. Verantwortlich für die medizinische Wirkung der Pflanze sind die Schleimstoffe. Meist werden die Wurzeln in pflanzlichen Mitteln verwendet. Sie enthalten diese Substanzen in höherer Konzentration.

Gelangen die Schleimstoffe auf die Schleimhaut in Mund, Rachen, Hals und Magen, haften sie sich an diese Schleimhäute. Die Eibisch-Inhaltsstoffe bilden somit eine Art schützende Schicht über der Schleimhaut und beruhigen sie.

Ist die Schleimhaut im Rachen gereizt und entzündet, hemmt Eibisch trockenen Reizhusten und lindert Heiserkeit.

Da ein Eibisch-Hustensaft oder -Sirup relativ dickflüssig ist, verbleibt er länger vor Ort. Er eignet sich bei Husten somit besser als ein Tee.

Einen klassischen Eibisch-Hustentee erhält man, indem man 1 Teelöffel mit 250 Millilitern kochendem Wasser übergießt. Die Ziehzeit beträgt 5 Minuten. Nach dem Absieben ist der Tee trinkfertig. 3 mal täglich kann der Tee getrunken werden.

Eibisch kann hervorragen mit weiteren Kräutern gemischt werden, wie beispielsweise Alant oder Süßholz.

Für einen Tee, der auswurffördernd ist, verwendet man Eibischwurzel (25 Gramm), Spitzwegerichblätter (25 Gramm), Lungenkraut (10 Gramm), Huflattichblätter (10 Gramm), Süßholzwurzel( 10 Gramm) und Sternanis (10 Gramm).

3 Teelöffel der Mischung werden mit 250 Millilitern heißem Wasser übergoßen und danach 5 Minuten ziehen gelassen. Bis zu 5 mal täglich kann eine Tasse getrunken werden.

Es gibt auch einen Tee zur Unterstützung bei Lungentuberkulose. Hierfür werden 30 Gramm Gelber Hohlzahn, 20 Gramm Spitzwegerischkraut, 20 Gramm Ackerschachtelhalm, 20 Gramm Eibischwurzel und 10 Gramm Alant benötigt.

2 Teelöffel der Mischung sind für 250 Milliliter heißes Wasser gedacht. Die Ziehzeit beträgt 10 Minuten. Der Tee kann bis zu 5 mal täglich getrunken werden.

Eine weitere Teemischung gegen Reizhusten und Bronchitis besteht aus 30 Gramm Eibischwurzel, 20 Gramm Thymian, 20 Gramm Spitzwegerisch, 10 Gramm Schafgarbenblätter, 10 Gramm Isländisches Moos und 10 Gramm Anis.

Für 250 Milliliter heißes Wasser benötigt man 3 Teelöffel der Teemischung. Die Ziehzeit beträgt 10 Minuten. 3 bis 5 mal täglich kann jeweils eine Tasse Tee getrunken werden. Einen Beruhigungstee für Kinder mit Eibisch gibt es auch. Hierfür werden 25 Gramm Fenchelfrüchte, 25 Gramm Kamillenblüten, 20 Gramm Hafer-Kraut, 20 Gramm Eibischwurzel und 10 Gramm Lindenblüten gemischt. Für 200 Milliliter heißes Wasser werden 2 Teelöffel der Mischung benötigt. Die Ziehzeit beträgt 5 Minuten. Es kann eine Tasse vor dem Zubettgehen getrunken werden.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Eibisch?

Die Eibischblätter wirken reizlindernd.

Die Eibischblüten wirken blutverdünnend, entzündungshemmend, reizlindern und auch schleimhautschützend.

Die Eibischwurzel bewirkt eine Hemmung der mukoziliaren Aktivität, eine Hustenhemmung, eine Reizlinderung und eine Steigerung der Phagozytose.

Dem Eibisch werden auch ayurvedische Eigenschaften zugeschrieben. Er ist ölig, schleimig und schwer und wirkt energetisch kühlend. Der Geschmack ist süsslich. Auf die Doshas wirkt die Verdauungswirkung süß.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Eibisch auftreten?

Bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sollte auf die Anwendung des Eibischs verzichtet werden.

Als Nebenwirkung können in sehr seltenen Fällen Kopfschmerzen auftreten.

Hinsichtlich von Wechselwirkungen kann Eibisch die Resorption gleichzeitig eingenommener Medikamente verzögern.

Diabetiker sollten den hohen Zuckergehalt der Eibischwurzel beachten.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Eibisch, bis sich erste Erfolge einstellen?

Eibischwurzel hilft rasch als Hustensaft oder Tee gegen trockenen Reizhusten und Heiserkeit.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft vom Eibisch?

Der Arznei-Eibisch kann auf feuchten Wiesen, Bachufern oder Bauerngärten gesammelt werden. Die Blüten können im Juli und August gesammelt werden. Die Sammelzeit für die Blüten liegt im Juni und für die Wurzel von September bis November.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt vom Eibisch aus?

Am Anfang steht die Pflanze mit den strahlend weißen Blüten.

Trivialnamen

Unter welchen Bezeichnungen ist Eibisch noch bekannt?

Der Eibisch wird auch Adewurz, Driantenwurzel, Heilwurz, Ibischwurz, Ibsche, Sammetpappel, Schleimwurzel, Weiße Malve, Weiße Pappel oder Weißwurzel genannt.

Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe sind in Eibisch enthalten?

Die Eibischblätter bestehen aus 6 bis 10 Prozent Schleimstoffen, sogenannten Lalacturonorhamnanen und Arabinogalactanen.

Die Eibischblüten beeinhalten 5 bis 9 Prozent Schleimstoffe, bestehend aus Galactose, Glucose, Arabinose, Rhamnose und Galactuonsäure.

Die Eibischwurzel weist 10 bis 20 Prozent Schleimstoffe auf.

In den Wurzeln befindet sich zudem auch viel Stärke, Invertzucker und Rohrzucker.

Ähnliche Heilpflanzen

Gibt es ähnliche Heilpflanzen, die wirken wie Eibisch?

Entzündungshemmend und immunstimulierend wirken auch Spitzwegerich, Isländisch Moos, Huflattich und die Königskerze.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Eibisch am Markt zu kaufen?

Es gibt Eibischpastillen, geschnittene Eibischblätter, Eibischwurzeln, Eibisch-Tees, Kapseln und auch Eibisch-Samen käuflich zu erwerben.

In der Phytotherapie gibt es fertige Produkte zu kaufen, wie beispielsweise der Weleda Hustenelixier Sirup bei akuten Entzündungen der Luftwege, zur Förderung der Expektoration und zur Linderung des Hustenreizes.

Weiterhin gibt es den Phytohustil® Hustenreizstiller Sirup, der bei Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und damit verbundenem trockenen Reizhusten indiziert ist.

Auch die Imupret® N Tabletten oder Tropfen sind käuflich und helfen bei Anzeichen einer Erkältung oder zur Linderung während einer Erkältung, zum Beispiel bei Kratzen im Hals, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Hustenreiz.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Eibisch als NEM?

Es wird empfohlen die Dosis von 5 Gramm Eibischblättern und 6 Gramm Eibischwurzel täglich nicht zu überschreiten.

Gibt es beim Kauf von Eibisch etwas zu beachten?

Beim Kauf geschnittener Eibischblätter und Wurzeln sollte auf zertifizierte Bio-Qualität geachtet werden. Bei Eibisch-Hustenpastillen sollte der Beipackzettel beachtet werden.

Fazit

Eibisch eignet sich hervorragend zur Linderung von Atemwegsbeschwerden oder Erkältungssymptomen. Früher wurde die Pflanze auch als Zauberpflanze bezeichnet. Bei gereizten Schleimhäuten legt der Eibisch einen reizlindernden Schutzfilm auf die Schleimhäute. Dies schafft Erleichterung. Früher wurden aus den Eibischwurzeln sogar die bekannten Marshmallows hergestellt. Plinus sagte einst über Eibisch: „Wer täglich einen halben Kyathos voll von dem Saft des Eibisch trinkt, wird gegen alle Krankheiten immun sein.“ Die immunanregende Wirkung des Eibischs ist also schon lange bekannt und beliebt in der Naturheilkunde. Die Pflanze harmoniert zudem gut mit vielen anderen Kräutern, in deren Kombination Eibisch noch effektiver wirken kann. Nicht nur für Erkrankungen der Luftwege wird er als Tee eingenommen. Es gibt sogar Rezepte für Kinder mit der Pflanze. Die Pflanze erlangte vielerorts Ruhm. Eibischteig zum Beispiel ist ein altbewährtes Hausmittel aus Österreich, dass aus Eibisch- und Süßholzwurzelextrakt, Rosenöl und anderen bekömmlichen Zutaten besteht. Seit 1870 ist der Eibischteig eine Spezialität und wird in Wien produziert.

Studien zu Eibisch

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