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Was ist Knoblauchsrauke?

Bei der Knoblauchsrauke handelt es sich um eine Pflanzenart aus der Familie der KreuzblĂŒtler, die in Europa weit verbreitet ist. AuffĂ€llig ist das Knoblaucharoma, welches die Pflanze mit dem botanischen Namen Alliaria petiolata zu einem beliebten KĂŒchenkraut macht.

Mehrere tausend Jahre alte Funde zeigen, dass die Knoblauchsrauke schon vor langer Zeit als GewĂŒrz- und vermutlich auch als Heilkraut geschĂ€tzt war. Dem Kraut wĂŒrde ĂŒber einen langen Zeitraum wenig bis keine Beachtung geschenkt, inzwischen ist es vor allem als WĂŒrzkraut in der KĂŒche beliebt. Doch auch heilende Eigenschaften besitzt die Pflanze. Welche das sind und was die Knoblauchsrauke noch kann, verrĂ€t der folgende Ratgeber.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Knoblauchsrauke einnehmen?

Knochblauchsrauke wird in der heutigen Zeit kaum noch als Heilpflanze genutzt, da andere Wildpflanzen mehr Heilkraft besitzen. Dennoch kann das Kraut bei diversien Beschwerden hilfreich sein.

In der Volksmedizin sind folgende Anwendungsbereiche fĂŒr das Heilkraut bekannt:

  • ErkĂ€ltungserkrankungen (z. B. Husten), Bronchitis sowie Asthma,
  • Wundheilung (z. B. bei eitrigen Wunden),
  • Rheuma und Gicht,
  • EntzĂŒndungen,
  • Wurmbefall und
  • Insektenstiche.
 

Das KrĂ€uterbuch des italienischen Arztes und Botanikers P. A. Matthioli (1501 bis 1577) zeigt außerdem Aufzeichnungen ĂŒber die Behandlung von HĂŒftschmerzen, Fallsucht (Epilepsie) und Schlafsucht. Auch bei EntzĂŒndungen des Zahnfleischs sowie im Mund- und Rachenraum allgemein und bei Verdauungsbeschwerden kann das Heilkraut möglicherweise hilfreich sein.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Knoblauchsrauke?

Knoblauchsrauke soll Beschreibungen zufolge

  • antibakteriell,
  • auswurffördernd und schleimlösend,
  • blutreinigend,
  • desinfizierend,
  • entgiftend,
  • entzĂŒndungshemmend,
  • harntreibend,
  • verdauungsanregend und
  • leicht wundheilend
 

wirken können.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist das Kraut allerdings nicht wirklich von Interesse. Studien rund um die medizinische Wirkung gibt es nur sehr wenige, die zudem auch schon Àlter sind.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Knoblauchsrauke auftreten?

Zum aktuellen Zeitpunkt sind keine Nebenwirkungen bekannt, die mit der Anwendung des Krauts in Verbindung gebracht werden können. Die traditionelle Medizin beschreibt bei der Nutzung mögliche Hautreizungen. Generell gilt die Pflanze aber als ungiftig und kann damit ohne Bedenken verzehrt werden.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Knoblauchsrauke, bis sich erste Erfolge einstellen?

Da es sich um ein pflanzliches Mittel mit einer eher schwachen Wirkung handelt, lĂ€sst sich keine genaue Anwendungsdauer beziffern. Generell ist bei pflanzlichen Heilmitteln davon auszugehen, dass diese erst nach einer gewissen Anwendungszeit von einigen Wochen und – je nach allgemeinem Gesundheitszustand des Anwenders – Monaten ihre Wirkung entfalten. Mitunter lĂ€sst sich aufgrund der schwachen Wirkung des Wildkrauts auch kein Erfolg erkennen.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Knoblauchsrauke ?

Die Knoblauchsrauke hat ihre Heimat in Europa, das natĂŒrliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich jedoch bis nach Vorderasien.

Aufgrund ihres hohen ökologischen Toleranzbereichs gelangte die Pflanze auch bis nach Nordamerika.

In freier Natur ist die Rauke weit verbreitet. Bevorzugt wÀchst sie auf schattigen BrachflÀchen, an GartenrÀndern, in LaubwÀldern und an Standorten mit stickstoffreichem Boden.

In europĂ€ischen Breitengraden sind Anbau und Pflege der Pflanze unproblematisch, sofern bei der Aussaat die StandortansprĂŒche (halbschattiger bis schattiger Platz, durchlĂ€ssige sowie nĂ€hrstoffreiche und humose Böden) beachtet werden. Soll das Kraut auf dem Balkon angebaut werden, sollte dies in Ost-, Nord- oder Nordwestlage erfolgen. HandelsĂŒbliche Blumenerde ist fĂŒr die Kultivierung im Tops wesentlich besser geeignet als KrĂ€utererde, denn diese ist zu locker und weniger nĂ€hrstoffreich.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Knoblauchsrauke aus?

Die Knoblauchsrauke ist eine recht unscheinbare, meist zweijĂ€hrige und gelegentlich auch mehrjĂ€hrige Pflanze, die vorzugsweise wild wĂ€chst. Je nach Standortbedingungen kann die Rauke bis zu 100 Zentimeter hoch werden, die durchschnittliche Wuchshöhe liegt meist bei 60 bis 70 Zentimetern. Das Kraut bildet eine mittig zwei- bis dreifach geteilte Pfahlwurzel in leicht brĂ€unlicher bis weißer Farbe.

Die BlĂ€tter sehen wie eine Mischung aus Brennnessel und Gundermann aus, verfĂŒgen allerdings nicht ĂŒber die schmerzhaften Brennhaare und sind zudem stĂ€rker gezackt. Einkerbungen am Blattstiel und der deutliche Knoblauchduft beim Zerreiben der BlĂ€tter gehören zu den markanten Merkmalen der Pflanze. Je Ă€lter die Pflanze ist, umso weniger intensiv ist allerdings der Geruch nach Knoblauch.

Die Knoblauchsrauke bildet zwischen Mitte April und Anfang August weiß gefĂ€rbte BlĂŒten, die ein GrĂ¶ĂŸe zwischen fĂŒnf und acht Millimetern erreichen und aus vier KelchblĂ€ttern, vier KronenblĂ€ttern und sechs gelben StaubblĂ€ttern bestehen. Die BlĂŒten befinden sich ausschließlich an der Spitze der Pflanze und sind traubenĂ€hnlich angeordnet.

Aus den weißen BlĂŒten bilden sich zur Fruchtreife Schoten mit einer LĂ€nge von bis zu acht Zentimetern aus, in diesen sind jeweils bis zu acht fast schwarze Samen zu finden. Ein Samen wird dabei nicht grĂ¶ĂŸer als vier Millimeter.

Trivialnamen

Unter welchen Namen ist Knoblauchsrauke noch bekannt?

Das nach Knoblauch riechende Kraut, welches mit Senf und HirtentÀschelkraut verwandt ist, ist auch unter den namen

  • Knoblauchskraut,
  • Lauchkraut,
  • Knoblauchhederich,
  • Lauchhederich und
  • Sommerknoblauch

Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe sind in Knoblauchsrauke enthalten?

Die Knoblauchsrauke enthÀlt die folgenden Inhaltsstoffe:

  • Ă€therische Öle,
  • Glykoside (u. a. auch Senfglykoside),
  • Mineralstoffe,
  • Saponine und
  • Vitamine.
 

Ätherische Öle

Ätherische Öle sind seit Jahrtausenden fĂŒr ihre heilsame Wirkung bekannt. Diese reicht von ausgleichend und beruhigend ĂŒber entspannend bis zu stimulierend. So können Ă€therische Öle Schmerzen und KrĂ€mpfe lindern, EntzĂŒndungen hemmen und die Konzentration steigern.

Im Knoblauchkraut sind es unter anderem die Ă€therischen Öle, die den scharfen Geschmack verursachen.

Glykoside

Bei Glykosiden handelt es sich im Allgemeinen um chemische Zuckerverbindungen. Sie sind organische Stoffe, bei denen ein Alkohol mit einem Zucker verbunden ist. Zudem zĂ€hlen sie zu den sekundĂ€ren Pflanzenstoffen. Zusammen mit den Ă€therischen Ölen sorgt beispielsweise das Senfglykosid Sinigrin fĂŒr den scharfen Geschmack des Wildkrauts. Vor allem Senfglykoside sorgen fĂŒr die antibakterielle Wirkung und können außerdem die Durchblutung anregen.

Mineralstoffe

Die Knoblauchsrauke enthĂ€lt verschiedene Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Mangan, Natrium, Phosphor und Zink. Diese NĂ€hrstoffe sind essentiell, also lebensnotwendig und mĂŒssen somit ĂŒber die Nahrung aufgenommen werden. Im Organismus ĂŒbernehmen sie verschiedene Aufgaben: Eisen spielt bei der Bildung des roten Blutfarbstoffs und dem Transport des Sauerstoffs im Körper eine wichtige Rolle, Magnesium ist fĂŒr die Funktion der Muskeln von Bedeutung und Kalzium nimmt Einfluss auf die Bildung von Knochen und ZĂ€hnen.

Saponine

Saponine gehören zu den sekundĂ€ren Pflanzenstoffen, welche im Knoblauchskraut fĂŒr die entzĂŒndungshemmende und harntreibende Wirkung verantwortlich sind. Zudem verfĂŒgen sie ĂŒber schleimlösende Eigenschaften. Saponine schĂŒtzen Pflanzen gegen Insektenfraß, da sich fĂŒr Insekten und auch KaltblĂŒter toxisch sind.

Vitamine

Die Knoblauchsrauke enthÀlt die Vitamine A und C.

Vitamin A ist vor allem fĂŒr Augen und Haut von Bedeutung und regt zudem die Verdauung an.

Vitamin C ist ein Antioxidans und fĂ€ngt freie Radikale, wodurch es zum Beispiel Alterungserscheinungen verlangsam kann. Außerdem stĂ€rkt es das Immunsystem.

Ähnliche Heilpflanzen

Gibt es Àhnliche Heilpflanzen, die wirken wie Knoblauchsrauke?

Da die Knoblauchsrauke aufgrund ihrer schwachen Wirkung kaum noch als Heilkraut eingesetzt wird, lassen sich andere HeilkrÀuter nur bedingt mit der Pflanze vergleichen. Das liegt auch daran, dass deren Heilwirkung in der Regel stÀrker ist.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Knoblauchsrauke am Markt zu kaufen?

Als Heilkraut und NahrungsergÀnzung werden aus frischen Pflanzen meist PresssÀfte, Kompressen oder Tee zubereitet. Da es sich um ein hÀufig vorkommendes Wildkraut handelt, können diese Formen der Anwendung auch selbst hergestellt werden.

Das Kraut kommt vor allem als WĂŒrzkraut in der KĂŒche zum Einsatz. Vor allem im Mittelalter wurde die Pflanze aufgrund des pfeffrigen und wĂŒrzigen Geschmacks zum WĂŒrzen verwendet. Zu dieser Zeit galt das Kraut allerdings als Kostbarkeit, die sich nicht jeder leisten konnte.

GrundsĂ€tzlich ist die gesamte Pflanze essbar. BlĂ€tter und Triebe eignen sich fĂŒr die Zubereitung von KrĂ€uterquark, Pesto, Brotaufstrichen, Suppen und Saucen oder können in Salaten zum Einsatz kommen. Um die Inhaltsstoffe nicht zu zerstören, sollte das Kraut roh verzehrt werden. Es sollte also immer erst nach dem Kochen oder Braten zu den Speisen gegeben werden. Die BlĂŒten eignen sich als essbare Dekoration, die Samen können in unreifer sowie reifer Form als GewĂŒrz genutzt werden. Die Wurzel erinnert in ihrem Geschmack an Meerrettich und wird als fein geriebenes GewĂŒrz eingesetzt. DafĂŒr eignen sich jedoch nur Wurzeln von einjĂ€hrigen Pflanzen.

SÀmtliche Pflanzenteile sollten nicht getrocknet werden, denn so gehen das Aroma gÀnzlich verloren. Um das Kraut haltbar zu machen, kann es aber eingefroren werden.

Weiterhin kann mit der Pflanze Knoblauchsraukenessig zur Entgiftung hergestellt werden. Hierzu wird die gesamte gesĂ€uberte Pflanze in einem Glas mit Bio-Apfelessig ĂŒbergossen und muss dann zwei Wochen ziehen.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Knoblauchsrauke als NEM?

FĂŒr den Verzehr der Knoblauchsrauke gibt es keine konkreten Empfehlungen bezĂŒglich der Menge. Da bislang keine Nebenwirkungen bekannt sind, lassen sich auch keine pauschalen Aussagen zu einer möglichen Überdosierung treffen.

Der persönliche Geschmack dĂŒrfte hier wohl ausschlaggebend sein. Wer den Knoblauchgeschmack mag, kann aufgrund der Ungiftigkeit und bei guter VertrĂ€glichkeit sicher auch grĂ¶ĂŸere Mengen des Krauts verzehren.

Gibt es beim Kauf von Knoblauchsrauke etwas zu beachten?

Frische Pflanzen sind in der Regel nicht erhÀltlich. Nur gelegentlich sind auf StaudenmÀrkten oder auch im Onlinehandel einige Exemplare erhÀltlich.

Einige Hersteller von Saatgut vertreiben aber zumindest Samen der Pflanze fĂŒr den Anbau im eigenen Garten oder auf dem Balkon. Bedacht werden sollte dabei allerdings, dass nur sehr unregelmĂ€ĂŸig Keimlinge erscheinen. Deshalb ist bei der Anzucht der Knochblauchsrauke auch Geduld gefragt.

Mit etwas Übung und Ortskenntnis dĂŒrfte es vermutlich wesentlich einfacher sein, das Wildkraut in der freien Natur zu finden.

Unsere Produkt-Empfehlung fĂŒr Knoblauchsrauke
Hilde Sonntag
  • Expertin fĂŒr HeilkrĂ€uter empfiehlt

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Quellen zu diesem Beitrag
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