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Wie einige Pflanzen mit denen wir uns schon hier beschĂ€ftigt haben wird auch Ashwagandha in der traditionellen, indischen Ayurveda schon sehr lange eingesetzt. Dort ist es den Nutzern und Naturmedizinern als Mittel gegen viele Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Potenzbeschwerden, EntzĂŒndungen, Stress & Depressionen und das Herz-Kreislauf System bekannt.

Die Herkunft von Ashwagandha

Ashwagandha ist ĂŒberraschenderweise fĂŒr eine Heilpflanze sehr verbreitet. Man findet sie natĂŒrlicherweise im gesamten afrikanischen Raum, rund um das Mittelmeer, Mauritius und fast dem gesamten asiatischen Raum. Hier vor allem in Indien und China wo die Verwendung sehr tief verwurzelt ist. Bei guten Bedingungen ohne groß KĂ€lte oder Frost blĂŒht Ashwagandha mehrjĂ€hrig, im europĂ€ischen Raum bleibt sie leider aufgrund von zu strengen Winter nur einjĂ€hrig.

Ashwagandha ist ein NachtschattengewĂ€chs und nur sehr kleine unauffĂ€llige BlĂŒten, ihre Beeren sind dafĂŒr auffĂ€llig rot gefĂ€rbt.

Die bis zu 1,5m Meter hohe krautige Pflanze wird auch Schlafbeere, Winterkirsche und manchmal auch als indischer Ginseng bezeichnet. Der korrekte botanische Name ist Withania somnifera, vom lateinischen in deutsche Übersetzt bedeutet das ungefĂ€hr so etwas wie „schlaffördernder Wissenschaftler“. Innerhalb der Heilpflanzenkunde gehört sie zu den satvvischen KrĂ€utern, also zu denen die innere Ruhe und Ausgeglichenheit fördern.

komplett Nutzbar

Das tolle an Ashwagandha ist das die Pflanzen nahezu komplett fĂŒr die Zwecke der Therapie genutzt werden kann. Egal ob BlĂ€tter, Wurzel oder FrĂŒchte, fĂŒr fast jeden Teil der Pflanze gibt es einen oder mehrere Einsatzzwecke. Die Wurzeln können ausgekocht und als Tee verwendet werden, hierbei ist allerdings zu sagen das der Geschmack wenig angenehm ist. Des weiteren ist zu beachten das der Wirkstoffgehalt der Ashwagandha Pflanze mit dem Alter steigt, junge Pflanzen sind also fĂŒr die Herstellung von Extrakten weniger geeignet.

Was ist in Ashwagandha drin?

Ashwagandha enthÀlt eine Reihe von Alkaloiden und weiteren Wirkstoffen die wir ihnen jetzt aufzÀhlen werden. Manche von ihnen werden ihnen schon bekannt Vorkommen weil sie auch anderen Heilpflanzen zu finden sind.

Alkaloide:

– Anaferin

– Anahygrin

– Cuscohygrin

– Nicotin

– Tropin

– Withasomnin

Withanoloide:

– Somniferanolid

– Somniwithanolid

– Withaferin A

– Withasomniferanolid

WĂ€hrend Alkaloide im Zusammenhang mit Pflanzen, auch hier auf dieser Seite schon öfter vorgekommen sind so sind die Withanoloide noch ein wenig gĂ€ngiger Begriff. Auch hier handelt es sich um sekundĂ€re Pflanzenstoffe. Zu dieser Kategorie zĂ€hlen bereits ĂŒber 300 natĂŒrliche chemische Verbindungen. Sie sind in den NachschattengewĂ€chsen zu finden, sie haben fĂŒr die Pflanzen selbst unzĂ€hlige Nutzen und auch fĂŒr den Menschen selbst sind einige von nĂŒtzlich. Egal ob zur Anwendung am eigenen Körper oder in der Landwirtschaft. Die Wissenschaft ist gerade erst am Anfang den vollen Nutzen dieser Substanzen fĂŒr uns zu erkennen.

Wo liegt der Nutzen?

Bevor wir ihnen die aktuelle Studienlage zu den versprochene Wirkungen von Ashwagandha darlegen werden wir ihnen zeigen wozu die Pflanze schon seit Jahrhunderten in den traditionellen Bereichen Anwendung findet. Hierbei handelt es ich um von uns beworbene FĂ€higkeiten sondern darum wofĂŒr die Pflanze bekannt und berĂŒhmt geworden ist. Die Quelle sind dabei die Erfahrungswerte der Nutzer und Heilpraktiker.

In der Ayurveda wird Ashwagandha hĂ€ufig bei nervlichen Erkrankungen eingesetzt. Es soll vor allem Symptome wie Zittern (Tremor) lindern und die Heilung unterstĂŒtzen. Es soll bei Stree beruhigend wirken und AngstzustĂ€nde lindern oder verhindern können. In den indischen Ayurveda Texten wird von einer „KlĂ€rung und beruhigung des Geistes“ gesprochen. Bei Menschen die durch ihren stressigen  nicht zur Ruhe kommen kann Ashwagandha zur Beruhigung beitragen. Die Inder empfehlen es sogar bei der UnterstĂŒtzung zur Therapie von Multipler Sklerose.

Da die Wirkung so beruhigend ausfÀllt ist die Nutzung als Einschlafhilfe nur logisch, auf dieser Wirkung beruht auch der deutsche Name Schlafbeere. Sie soll nicht nur das Einschlafen selbst erleichtern sondern den Schlaf durch eine VerlÀngerung der Tiefschlafphase erholsamer gestalten.

Auch gegen Potenzstörung und sogar Impotenz soll Ashwagandha helfen können. FĂŒr diese Zwecke wird es wie viele andere Heilpflanzen schon seit Jahrhunderten in der Indischen Medizin eingesetzt.

Handfeste Erkenntnisse

Nachdem wir die Wirkung von Ashwagandha schon aus den Erfahrungswerten ableiten könnten gehen wir lieber den weg der konventionellen Medizin und suchen nach Studien die diese Vermutungen BestĂ€tigen oder wiederlegen. Wir werden ihnen hierbei erklĂ€ren wie die Studie durchgefĂŒhrt wurde und was die Studienergebnisse aussagen. So können sie sich anhand von Fakten ein Urteil bilden.

Impotenz und Errektionsprobleme

Bei dieser Studie aus dem Jahre 2013 ging es darum ob Ashwagandha die QualitĂ€t der Spermien bei MĂ€nnern mit Impotenz verbessern kann. Dazu behandelte man 180 Probanden ĂŒber einen Zeitraum von 3 Monaten mit einem Wurzelextrakt. Die Forscher kamen zu dem Schluss das Ashwagandha bei der Behandlung von Impotenz und Potenzstörungen helfen könnte.

“The results suggest that Withania somnifera may be used as an empirical therapy for clinical management and treatment of infertility.”

Angst und AngstzustÀnde

Ein paar Jahre Ă€lter nĂ€mlich aus dem Jahre 200 ist ein Studie die eine Wirkung von Ashwagandha auf Ängste untersuchte. Die Studie umfasste 39 Probanden gemischten Geschlechts. Diese wurden in 2 Gruppen aufgeteilt, nur eine Gruppe erhielt den Pflanzenstoff die andere ein Placebo. Die Gruppe die Ashwagandha erhielt zeigte Verbesserung der Symptome. Aufgrund der hohen Ausfallrate von Probanden und der kleinen Testgruppe sind hier aber weitere Forschungen nötig.

„It is concluded that this ethanolic extract of Withania somnifera has useful anxiolytic potential and merits further investigation.”

Eine zweite Studie aus dem Jahre 2009 verglich die Wirkung der Pflanze mit einer konventionellen Therapie mit einem Therapeuten ĂŒber den Zeitraum von 12 Wochen. Auch hier kam man zu dem Urteil das die Behandlung etwas gebracht habe. Die Forscher wiesen aber noch ausdrĂŒcklicher darauf hin, dass man weiter forschen mĂŒsse. Die mit Ashwagandha behandelte Gruppe wies eine um 25% höhere rate der Verbesserung der Symptome auf.

“Group comparison demonstrated a significant decrease in anxiety levels in the NC group over the PT group. Significant improvements in secondary quality of life measures were also observed in the NC group as compared to PT. The whole system of naturopathic care for anxiety needs to be investigated further including a closer examination of the individual components within the context of their additive effect.”

Wirkung gegen Stress

Eine sehr frische Studie aus dem Jahre 2012 griff die angebliche Wirkung von Ashwagandha gegen Stress auf und unterzog sie einer PrĂŒfung. Auch hier handelte es sich um eine Doppel-Blind Studie mit Placebo. Die 64 Testpersonen wurden wĂ€hrend der 60 tĂ€gigen Testperiode mehrfach befragt. Am Ende kam man zu dem Ergebnis das ein Ashwagandha Produkt von guter QualitĂ€t die Symptome von hohem Stress mindern könne und die LebensqualitĂ€t der Probanden sich verbessert hat.

„The findings of this study suggest that a high-concentration full-spectrum Ashwagandha root extract safely and effectively improves an individual’s resistance towards stress and thereby improves self-assessed quality of life.”

Dosierung

Die Studien und Erfahrungswert legen eine tĂ€gliche Dosierung von bis zu 6000mg bei Pulverisiertem Ashwagandha nah. Bei Extrakt sind 500mg pro Tag ĂŒblich, hierbei handelt es sich meistens um ein Wurzelextrakt. Halten sie sich bei der Einnahme an die Vorgaben des Produktes das sie erwerben, je nach QualitĂ€t des Extraktes kann die Dosierung ach ĂŒber den hier angegebene Werten liegen.

Nebenwirkungen

Bei den Nebenwirkungen beschrĂ€nkt sich Ashwagandha bei den ĂŒblichen Dosierungen auf die fĂŒr Pflanzenextrakte ĂŒblichen Magen-Darm Beschwerden. Bei massiver Überdosierung können auch Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen auftreten. Giftigkeit ist mit ĂŒblichen PackungsgrĂ¶ĂŸen und Konzentrationen kaum möglich, das Erbrechen wĂŒrde deutlich frĂŒher einsetzen. Man kann also sagen das Ashwagandha sicher ist.

Fazit zu Ashwagandha

Ashwagandha hat eine guten Ruf in der traditionellen Naturmedizin vieler Kontinente. Die Anekdotenhaft ĂŒberlieferten Wirkungen sind zahlreich und Vielversprechend. Es gibt viele Beschwerden gegen die Ashwagandha erfolgreich eingesetzt wird und das seit einer sehr langen Zeit.  Auch die westliche Forschung ist seit geraumer Zeit an der Wirkung der Heilpflanze interessiert und hat hochwertige Studien zu dem Thema durchgefĂŒhrt. Man kann ohne Umschweife sagen das Ashwagandha hier sehr ĂŒberzeugende Ergebnisse geliefert hat. Der Ruf der Pflanze ist gerechtfertigt. Die Studien waren sehr valide und wiesen keine Fehler im Design auf, sie zeigten eindeutig das Ashwagandha in den getesteten Bereichen mehr als nur ein Placebo ist und man das Produkt empfehlen kann. 

Quellen/Studien:

https://plants.usda.gov/core/profile?symbol=WISO


Ganzera M, Choudhary MI, Khan IA. Quantitative HPLC analysis of withanolides in Withania somnifera . Fitoterapia . 2003;74(1-2):68-76.


Kulkarni SK, Dhir A. Withania somnifera : an Indian ginseng. Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry . 2008;32(5):1093-1105.


Mishra LC, Singh BB, Dagenais S. Scientific basis for the therapeutic use of Withania somnifera (ashwagandha): a review. Altern Med Rev . 2000;5(4):334-346.

Zhao J, Nakamura N, Hattori M, Kuboyama T, Tohda C, Komatsu K. Withanolide derivatives from the roots of Withania somnifera and their neurite outgrowth activities. Chem Pharm Bull (Tokyo) . 2002;50(6):760-765.


Choudhary MI, Nawaz SA, ul-Haq Z, et al. Withanolides, a new class of natural cholinesterase inhibitors with calcium antagonistic properties. Biochem Biophys Res Commun . 2005;334(1):276-287.

Unsere Produkt-Empfehlung fĂŒr Ashwagandha
Hilde Sonntag
  • Expertin fĂŒr HeilkrĂ€uter empfiehlt

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Quellen zu diesem Beitrag
  • Quelle 1
  • Quelle 2