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Was ist Silibinin?

Bei Silibinin, auch als Silybin bezeichnet, handelt es sich um eine starke pharmakologisch aktive Substanz. Es handelt sich um einen pflanzlichen Wirkstoff. Diese gehört zum Stoffkomplex Silymarin. Gewonnen wird dieser Wirkstoff aus den FrĂŒchten der Mariendistel. Dieser Wirkstoff gilt als Leitsubstanz fĂŒr das arzneilich verwendete Mariendistel-FrĂŒchte-Extrakt.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Silibinin einnehmen?

Die Mariendistel wurde schon in der Antike als Heilmittel eingesetzt. Es gibt aus dieser Zeit schon schriftliche Belege, in denen das Extrakt der Mariendistel gegen Schlangenbisse empfohlen wurde. Der in der Distel enthaltene Wirkstoff soll leberschĂŒtzend wirken und auch gleichzeitig die Funktion der Leber stĂ€rken. Seit der Wirkstoff im Rahmen von Therapien verwendet wird, gilt er als Mittel erster Wahl bei amanitinbedingten Pilzvergiftungen. Wird der Wirkstoff dem Körper rechtzeitig zugefĂŒhrt, sinkt die Sterblichkeitsrate auf fĂŒnf Prozent bis zwölf Prozent. Ohne eine Behandlung liegt die Sterblichkeitsrate bei 20 bis 30 Prozent. Im Labor zeigten sich auch Erfolge bei der Behandlung von Prostatakrebs. Zudem wird der Wirkstoff als nicht-invasive Behandlungsstrategie gegen Morbus Cushing seit einigen Jahren erforscht, wird aber noch nicht eingesetzt. Ebenfalls haben Laboruntersuchungen gezeigt, dass sich der Wirkstoff wohl gegen Gicht einsetzen lĂ€sst.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Silibinin?

Die Wirkung bei der Behandlung von Prostatakrebszellen wird von den Laboruntersuchungen her damit begrĂŒndet, dass der Wirkstoff zu einer Hemmung der CD44 Expression fĂŒhrt. Untersuchungen hatten auch gezeigt, dass es in Ă€hnlicher Weise die Xanthinoxidase hemmt. Auf diese Weise kann HyperurikĂ€mie verhindert und dadurch Gicht entgegengewirkt werden. Das isolierte Silibinin wirkt entgiftet. Aus diesem Grund kann der Wirkstoff auch im Rahmen der Therapie einer Lebervergiftung eingesetzt werden, wenn es sich um eine Vergiftung mit Giftstoffen des KnollenblĂ€tterpilzes handelt. HierfĂŒr wird der Wirkstoff in der Regel mit einem ÎČ-Lactam-Antibiotikum kombiniert. Dieses unterstĂŒtzt die antidotische Wirkung des Wirkstoffs.

Der Wirkstoff hat zudem eine antivirale Wirkung. Dies hat der österreichische Arzt Peter Ferenci im Rahmen seiner Studien herausgefunden und die Ergebnisse entsprechend veröffentlicht. Gesenkt hat der Arzt im Rahmen seiner Forschungen am Menschen damit die Virenlast bei Patienten mit Hepaptis C. Auch einer HIV-Infektion kann der Wirkstoff offenbar vorbeugen. Denn intravenös verabreichtes Silibinin hat im Rahmen von Studien die oxidative Phosphorylierung und die Glykolyse von T-Zellen reduziert. Im Labor war der Wirkstoff auch bei Herpes-Simplex-Viren des Typs 2 wirksam. Noch ist der Wirkstoff nicht gĂ€nzlich erforscht. Es werden aber inzwischen verschiedene Wirkmechanismen diskutiert bzw. auch versucht nĂ€her zu belegen. So soll der Wirkstoff zum Beispiel das Eindringen des Virus in eine Wirtszelle erschweren und auch den Transport innerhalb der Zelle. Zudem soll der Wirkstoff die Virusreplikation verhindern und die Virus-Produktion hemmen. Auch soll der Wirkstoff Signalkaskaden in Gang setzen, welche vor allem entzĂŒndungshemmend und immunstimulierend wirken. Koreanische Forscher haben auch herausgefunden, dass der Wirkstoff aus Mariendistel-FrĂŒchte-Extrakt gegen Grippeviren wirksam ist. Hierzu hatte man im Rahmen von einer Studie tierische Zellkulturen mit Influenza-A-Viren infiziert. Das Extrakt der Mariendistel soll zudem auch eine antineoplastischer Wirkung haben. In klinischen Studien bewiesen wurde inzwischen auch die Wirksamkeit des Wirkstoffs bei verschiedenen Krebserkrankungen, wie Brustkrebs, Hautkrebs, Darmkrebs, Blasen- und Prostatakrebs sowie bei Nierenkrebs. Das Extrakt der Mariendistel schĂŒtzt zudem auch vor SchĂ€den einer Chemo- und Strahlentherapie und kann vor OrganschĂ€den schĂŒtzen.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Silibinin auftreten?

Die Verwendung des Wirkstoffs kann auch Nebenwirkungen haben, wenn es bei den erwĂ€hnten Behandlungen angewandt wird. Hierzu können Übelkeit zĂ€hlen, aber auch Bauchschmerzen und Durchfall. Auftreten können aber auch ein VöllegefĂŒhl und BlĂ€hungen sowie Appetitverlust. GrundsĂ€tzlich gelten Mariendistel Produkte fĂŒr Erwachsene als unbedenklich.

WĂ€hrend er Schwangerschaft und der Stillzeit sollte der Wirkstoff nicht eingenommen werden. Es gibt ĂŒber die Anwendung von Mariendistel PrĂ€paraten noch nicht genĂŒgend Erkenntnisse, die eine unbedenkliche Verwendung in der Schwangerschaft und wĂ€hrend der Stillzeit sicherstellt. Die bekannten Nebenwirkungen können sich auch sehr negativ auf die Schwangerschaft und natĂŒrlich auch beim Stillen auswirken. Menschen, die eine Allergie auf Besenkraut haben, sollten auch auf die Verwendung von PrĂ€paraten mit diesem Wirkstoff verzichten. Denn wer allergisch auf diese Pflanzen reagiert, der kann auch eine allergische Reaktion bei diesem Wirkstoff zeigen. Ist eine Allergie bekannt, sollte vor der Einnahme von einem PrĂ€parat mit diesem Wirkstoff mit dem Arzt gesprochen werden.

Zu Wechselwirkungen kann es ebenfalls kommen. Nicht verwenden sollte man den Wirkstoff bei der Einnahme von Medikamente, welche ĂŒber die Leber abgebaut werden. Der Wirkstoff aus dem Extrakt der Mariendistel kann die Geschwindigkeit, mit der die Leben das Medikament abbauen soll, reduzieren oder beschleunigen. Das heißt, der Wirkstoff kann die Wirkung dieser Medikamente entweder verstĂ€rken oder hemmen. Vorsicht geboten ist auch bei der Einnahme von Östrogenen. Denn das Mariendistelextrakt kann unter UmstĂ€nden den Hormonspiegel reduzierten. Das heißt, Medikamente, die Östrogene enthalten, können schneller abgebaut werden, als das die Therapie vorsieht. Ebenfalls Vorsicht geboten ist, wenn es sich um ein Medikament handelt, das den Cholesterinspiegel senken soll. Der Wirkstoff kann unter UmstĂ€nden die Wirkung dieser Medikamente erhöhen bzw. reduzieren.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Silibinin, bis sich erste Erfolge einstellen?

Die Verwendung von diesem Wirkstoff aus Mariendistelextrakt kann eine sehr schnelle positive Wirkung haben. Der Wirkstoff ist in den PrĂ€paraten hochdosiert enthalten. Aus diesem Grund muss eben auch große Vorsicht geboten sein, wenn andere Medikamente eingenommen werden. Nach der Einnahme von einer Tablette setzt die Wirkung in der Regel innerhalb von zwei bis vier Stunden ein. Im biochemischen Sinn ist die Wirkung dann auch gleich auf dem Höhepunkt. Um tatsĂ€chlich gegen Beschwerden wirken zu können, mĂŒssen die Tabletten ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum eingenommen werden. Bei leichten Beschwerden setzt eine spĂŒrbare Wirkung bereits nach zwei bis drei Wochen ein. Bei akuteren Beschwerden ist es nötig, dass die Einnahme der Tabletten ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum erfolgt, um erste Erfolge zu sehen.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Silibinin ?

Das Ausgangsprodukt fĂŒr den Wirkstoff Silibinin, die Mariendistel, kommt vor allem im Mittelmeerraum vor. Sie wĂ€chst auf den Kanaren ebenso wie auf den Azoren und auf der Insel Madeira. Zudem findet man die Distel auch im Iran und im SĂŒden von Russland. Auch in Mitteleuropa kommt die Mariendistel vereinzelt vor. Große Vorkommen gibt es hier allerdings nicht. Beheimatet ist die Mariendistel hingegen auch im SĂŒden von Australien und in Nordamerika und in SĂŒdamerika. Die Pflanze ist sehr anspruchslos. Sie wĂ€chst am Wegesrand, auf SchuttplĂ€tzen und auch auf Viehweiden. Die Pflanze bevorzugt dabei trockenen und steinigen Boden. Rein fĂŒr den medizinischen Gebrauch wurde die Mariendistel in Österreich und auch in Ungarn auf großen Feldern kultiviert. Auch im Westerwald in Deutschland finden sich solche kultivierte Felder. Ebenfalls als Kulturpflanze fĂŒr die medizinische Verwendung wird die Distel in China und auch in Venezuela und in Argentinien angebaut. Im August werden die FrĂŒchte reif und anschließend abgeschnitten. Der Rest der Pflanze wird einige Tage spĂ€ter mit dem MĂ€hdrescher geerntet. Nach der Ernte werden die FrĂŒchte gereinigt.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Silibinin aus?

Die Mariendistel ist eine Pflanze, die bis zu 1,5 Meter hoch wird. Die Pflanze verfĂŒgt ĂŒber einen aufrechten, verzweigten StĂ€ngel und die BlĂ€tter sind von der Farbe her glĂ€nzend grĂŒn. An den Blattnerven verfĂŒgen die BlĂ€tter ĂŒber weißliche Flecken. Die BlĂ€tter sind zudem auch stark gezahnt und haben an den Enden dornige Lappen. Die BlĂŒten der Distel sind purpurrot und haben eine kugelförmige Form. Umgeben sind die BlĂŒten von spitzen HĂŒllschuppen. Die FrĂŒchte sind glatt und lĂ€nglich und glĂ€nzen. Von der Farbe sind die FrĂŒchte dunkelbraun und haben einen weiß glĂ€nzenden Pappus. Die Pflanze gehört von der Gattung her zu den KorblĂŒtlern. Die BlĂŒtezeit erstreckt sich von Juni bis September.

Trivialnamen

Unter welchen Namen ist Silibinin noch bekannt?

Die Mariendistel – das Ausgangsprodukt fĂŒr das Extrakt, aus dem der Wirkstoff gewonnen wird – hat verschiedene Namen. Der botanische Namen der Pflanze lautet Silybum marianum. Die Mariendistel wird auch Christi Krone und Donnerdistel genannt. DarĂŒber hinaus kennt man die Pflanze auch als Fieberdistel, als Fechdistel, als Frauendistel und als Heilandsdistel. Ihre FrĂŒchte werden als Marienkörner oder Stechkörner bezeichnet.

Funktionsweise​

Wie ist die Funktionsweise von Silibinin?

Chemisch gesehen ist der Wirkstoff ein Diastereomerengemisch. Pharmazeutisch kann nur das wasserlösliche Dinatriumsalz des BernsteinsĂ€ureesters des Silibinin eingesetzt werden. Genauer gesagt handelt es sich um Silibinin-C-2′,3 (hydrogensuccinat) bzw. um Dinatriumsalz. Auf diese Weise kann der Wirkstoff intravenös verabreicht werden.

Ähnliche Wirkstoffe

Gibt es Àhnliche Wirkstoffe, die wirken wie Silibinin?

Das breite Wirkspektrum von diesem Wirkstoff ist schon fast einzigartig. Der Wirkstoff kann nicht nur gegen eine Pilzvergiftung eingesetzt werden. Es werden aktuell noch weitere Einsatzbereiche im Labor geprĂŒft.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Silibinin am Markt zu kaufen?

Den Wirkstoff aus Mariendistelextrakt gibt es in Tablettenform. Es gibt verschiedene Hersteller, die den Wirkstoff in verschiedenen Dosen bereithalten.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Silibinin als NEM?

In Bezug auf die Höhe der Dosierung muss zunĂ€chst bestimmt werden, ob die Einnahme der Tabletten als PrĂ€vention dient oder ob sie tatsĂ€chlich gegen Beschwerden wirken sollen. FĂŒr rein prĂ€ventative Zwecke sollten zwei bis drei Tabletten am Tag eingenommen werden. Und zwar sollte die Höhe der Dosierung der Tablette bei 200 Milligramm liegen. Dies ist auch die Menge, die einem Teelöffel Samen der Mariendistel entspricht. Die Deutsche Kommission E des Bundesinstituts fĂŒr Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt am Tag 12 bis 15 Gramm des Wirkstoffs einzunehmen. Das sind umgerechnet 200 bis 400 Milligramm des Wirkstoffs. Dies wiederum entspricht auch einer Tablette mit 500 Milligramm des Wirkstoffs Silibinin mit 80-prozentigem Extrakt. Wenn akute Beschwerden vorliegen, kann die Menge an deutlich höher dosiert sein. Bei Leberzirrhose und Hepatitis können dies bis zu 800 Milligramm sein. Die Menge sollte allerdings in drei oder vier Dosen aufgeteilt werden am Tag.

Gibt es beim Kauf von Silibinin etwas zu beachten?

Mariendistel hat eine lange Tradition als Heilkraut. Das Extrakt der Mariendistel wird seit einiger Zeit auch in Tablettenform gepresst angeboten. Zu dem Wirkstoff Silibinin sind allerdings immer noch andere HeilkrÀuter oder Heilmittel beigemischt. Wer ein solches PrÀparat einnimmt, der sollte auf jeden Fall darauf achten, dass er sich genau an die Dosierung hÀlt. Es gibt verschiedene Hersteller auf dem Markt, die PrÀparate mit diesem Wirkstoff anbieten.

Unsere Produkt-Empfehlung fĂŒr Silibinin
Peter Erwin
  • Chefredakteur fĂŒr NĂ€hrstoffe empfiehlt

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Quellen zu diesem Beitrag
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