Die Einnahme von NahrungserĂ€nzung ist kein Ersatz fĂŒr eine ausgewogene ErnĂ€hrung.

Superfood

Mariendistel

Autor

Hilde Sonntag
Expertin fĂŒr HeilkrĂ€uter
Mariendistel

enthaltene
Wirkstoffe

zu behandelnde
Symptome

recherchierte
Studien

enthaltene
Wirkstoffe

behandelnde
Symptome

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Symptome

recherchierte
Studien

Was ist Mariendistel?

Die Mariendistel (Silybum marianum) gehört zu einer der bekanntesten HeilkrĂ€uter in Europa. Auf den BlĂ€ttern der Pflanze sind weiße Flecken zu finden. Im Mittelalter ging man davon aus, dass diese Flecken von der Milch der Jungfrau Maria stammten. Somit wurde der Distel die Wirkung der Anregung der Milchbildung bei stillenden Frauen nachgesagt. Daher stammt auch die englische Bezeichnung „milk thistle“ (Milchdistel). Heutzutage wird die Heilpflanze am hĂ€ufigsten bei chronisch-entzĂŒndlichen Leberkrankheiten sowie bei Verdauungsproblemen angewendet, da sie entzĂŒndungshemmend und entgiftend auf den Körper wirkt.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Mariendistel einnehmen?

Sie wird ĂŒberwiegend bei folgenden Problemen verwendet:

  • Leberbeschwerden
  • Verdauungsproblemen
  • Hautproblemen
  • Gallenleiden
  • Schlafproblemen

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Mariendistel?

Bereits in der Antike wurde sie als Heilkraut eingesetzt. Aber erst seit dem Mittelalter auch bei Leberbeschwerden.

Leberbeschwerden

Viele Menschen bemerken die anfĂ€nglichen Leberbeschwerden nicht. Die EntzĂŒndungen der Leber erhöhen sich schleichend. Dies kann zu schweren Erkrankungen bis zum Ausfall der Leberfunktion fĂŒhren. Eine gestörte Leberfunktion oder deren EntzĂŒndung ist hĂ€ufig auf Alkoholmissbrauch, starken Medikamentenkonsum oder Drogenmissbrauch zurĂŒckzufĂŒhren.

Die Einnahme von Mariendistel hat fĂŒr die Leber eine entgiftende und entzĂŒndungshemmende Wirkung. Die Samen der Heilpflanze enthalten den Wirkstoff Silymarin. Dieser lagert sich an die Ă€ußeren HĂŒllen der Leberzellmembran an. Damit wird verhindert, dass Giftstoffe (wie Alkohol, Medikamente oder Drogen) in die Leberzellen eindringen und die Zellmembran wird gestĂ€rkt. Dies erneuert und stĂ€rkt die Leber.

Verdauungsprobleme

Die Mariendistel wird hĂ€ufig bei Problemen des Verdauungstraktes eingesetzt, da sie den Stoffwechsel anregt und stĂ€rkt. Die enthaltenen Bitterstoffe in den Samen regen den Magen-Darm-Trakt an und beseitigen Verstopfungen, BlĂ€hungen, Magenschmerzen, VöllegefĂŒhle und Sodbrennen. Weiterhin kann sie bei einer DiĂ€t zusĂ€tzlich unterstĂŒtzend eingenommen werden.

Wer einmal seine DarminnenwĂ€nde natĂŒrlich reinigen möchte, kann die Samen als Ganzes oder gemahlen zu sich nehmen. Kleine StĂŒckchen der Distel reiben an den DarminnenwĂ€nden und sĂ€ubern diese.

Hautprobleme

Die Haut spiegelt die Gesundheit unseres Körpers wider. Diese wird vorwiegend Schadstoffen der Außenwelt ausgesetzt. Wenn die Organe und der Stoffwechsel nicht richtig funktionieren, können trockene Haut, Akne oder Ekzemen entstehen.

HĂ€ufig ist eine nicht vollstĂ€ndig funktionierende Leber fĂŒr Hautprobleme verantwortlich, weil der Abbau der Schadstoffe gestört ist. In einer Studie 2015 wurde die Wirksamkeit von MarinedistelprĂ€paraten auf die Haut untersucht. Demnach wirken sich die PrĂ€parate positiv auf die Hautfeuchtigkeit aus und wirken entzĂŒndungshemmend, sodass sich das Hautbild verbessern kann.

Gallenleiden

Die in der Leber produzierte FlĂŒssigkeit wird von der Galle aufgenommen. Ist diese Funktion gestört, kann dies zu Verdauungsproblemen fĂŒhren. Die in den Samen der Mariendistel enthaltenen Bitterstoffe regen die Gallenproduktion wieder an. Dadurch wird der Fettstoffwechsel wieder angekurbelt und Verdauungsprobleme behoben.

Schlafprobleme

Bei unzureichender Funktion der Leber kann es zu MĂŒdigkeit, Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie depressive Verstimmungen kommen. Die Einnahme der Mariendistel stĂ€rkt die Leberfunktion und entgiftet den Körper, sodass Schadstoffe abgebaut und der Stoffwechsel angeregt werden. Weiterhin wird ihr eine beruhigende Wirkung nachgesagt. Dies beeinflusst die Konzentration und den Schlaf positiv. Ein gesunder Körper steigert das allgemeine Wohlergehen.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Mariendistel auftreten?

Nebenwirkungen bei der Einnahme von Mariendistel sind wenig bekannt. Allerdings sollten Menschen, die gegen KorbblĂŒtler allergisch sind, diese nicht verwenden, da sonst allergische Reaktionen auftreten könnten.

Auch ein ĂŒbermĂ€ĂŸiger Konsum der Heilpflanze kann Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, BlĂ€hungen sowie Kopf- und Magenschmerzen verursachen. Eine unmittelbare Einnahme vor dem Schlafengehen kann ebenfalls Nebenwirkungen verursachen. Da die Pflanze verdauungsfördernd wirkt, kann ein angeregter Magen zu Schlafstörungen fĂŒhren.

Bei Überkonsumierung reduzieren bzw. verschwinden die Symptome, sobald das Mittel abgesetzt wird. Bleibende SchĂ€den verursacht es nicht.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre sollten auf die Einnahme des PrÀparates verzichten, da sich deren Organe noch nicht vollstÀndig entwickelt haben.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Mariendistel, bis sich erste Erfolge einstellen?

Ein paar Stunden nach der ersten Einnahme von Mariendistel hat der Körper das Silymarin aufgenommen und beginnt zu wirken. Um aber ihre Wirkung entfalten und sichtbare Erfolge erkennen zu können, sollte das Heilkraut ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum eingenommen werden. Leichte Beschwerden reduzieren sich schon nach zwei bis drei Wochen.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Mariendistel?

Der genaue Ursprung der Mariendistel ist nicht bekannt. Jedoch wird davon ausgegangen, dass die Heilpflanze aus dem Mittelmeerraum stammt und sich daher an wÀrmere Standorte anpasst. Dort wuchs sie unter anderen in meist trockenen und kaum zugÀnglichen Gebieten.

Heute findet man die Distel vorwiegend an sonnigen Standorten auf brachliegenden FlĂ€chen oder an WaldrĂ€ndern mit steinigen oder sandigen Böden in SĂŒdeuropa, Teilen Nordafrikas oder in den sĂŒdlichen Gebieten der ehemaligen Sowjetunion. Da die Distel zu einer der beliebtesten Heilpflanzen zĂ€hlt, wird sie in vielen LĂ€ndern, wie RumĂ€nien, Argentinien und China, angebaut. Auch in Österreich wird die Distel auf großen Feldern angepflanzt.

Die Saat der Distel kann sowohl draußen als auch in einem GewĂ€chshaus ausgesĂ€t werden. Zur Keimung benötigen sie jedoch eine Temperatur von etwa 18 °C. Daher empfiehlt sich der Anbau der Heilpflanze draußen erst ab April. Bis die ersten Keimlinge erkennbar sind, dauert es etwa 18 bis 21 Tage. Im Monat August werden erst die FrĂŒchte reif. Diese werden bei der Ernte abgeschnitten und nach einigen Tagen mit MĂ€hdreschern geerntet.

Die Anwendungsgebiete der Mariendistel sind unterschiedlich. Je nachdem wofĂŒr diese angebaut wird, dauert die Anbauzeit ein oder zwei Jahren, da sich die BlĂŒten und FrĂŒchte der Pflanze erst im zweiten Jahr bilden.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Mariendistel aus?

Die Mariendistel formt im ersten Jahr zunĂ€chst eine Blattrosette aus. Diese besteht aus hellgrĂŒnen BlĂ€ttern, die mit weißen Flecken bedeckt sind. Die BlĂ€tter wachsen gelappt und sind mit kleinen Dornen umrandet. Die Pflanze besitzt ein dich verzweigtes Wurzelsystem. Dieses besteht aus dunkelbraunen bis schwarzen Wurzeln. Das innere der Wurzeln ist gelblich.

Im zweiten Jahr wachsen der StĂ€ngel, die oberen BlĂ€tter und die BlĂŒte heran. Der verflochtene und meist kahle StĂ€ngel ist mit dichten Blatthaaren bedeckt. Der BlĂŒtenkopf ist violett bis purpurn gefĂ€rbt und kann bis zu sieben cm breit werden. Die kugelförmige BlĂŒte ist doppelgeschlechtig. Jede BlĂŒte besitzt mehrere HochblĂ€tter, die zu einer HĂŒlle zusammenwachsen und am Ende einen kleinen Dorn haben. Wenn die Frucht ausgereift ist, bilden sich die typischen AchĂ€nenfrĂŒchte. Diese können bis zu vier cm groß, schwarz bis dunkelbraun und glĂ€nzend sein. Deren Spitze besitzt ein weißes Flugschirmchen.

Insgesamt kann die Mariendistel, je nach Standort, zwischen 30 bis 200 cm hochwachsen.

Trivialnamen

Unter welchen Bezeichnungen ist Mariendistel noch bekannt?

Die Distel ist unter den verschiedensten Namen bekannt. Hierzu gehören u.a.:

  • Milchdistel
  • Frauendistel
  • Silberdistel
  • Fieberdistel und
  • Heilandsdistel

Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe sind in Mariendistel enthalten?

Silymarin ist der essenziellste Inhaltsstoff der Pflanze. Dieser besteht aus den Stoffen Silibinin, Isosilibinin, Silychristin und Silydianin. Weiterhin enthĂ€lt die Frucht der Pflanze noch fettreiches Öl, welches aus FettsĂ€uren wie Linol- und ÖlsĂ€ure sowie reichlich Eiweiß besteht. All diese Pflanzenstoffe weisen eine gesundheitsfördernde Wirkung auf.

Ähnliche Superfoods

Gibt es Àhnliche Superfoods, die wirken wie Mariendistel?

Die Stechwinde hat auf die Leber eine Àhnliche Wirkung wie die Mariendistel. Als Tee hat sie eine reinigende Wirkung auf das Blut und hilft somit die Leber zu entgiften. Weiterhin ist die Artischocke der Mariendistel Àhnlich. Sie besitzt Àhnlich viele Bitterstoffe, die den Gallenfluss und die Regeneration der Leberfunktion fördern.

Beifuß hingegen wird bei Problemen des Verdauungstraktes oder Gallenleiden eingesetzt.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Mariendistel am Markt zu kaufen?

Es gibt verschiedene Einnahmeformen. Dieses wird hauptsĂ€chlich als Tee, Pulver, Tabletten, Kapseln, Öl oder Samen angeboten. In DrogeriemĂ€rkten, ReformhĂ€usern oder Apotheken gibt es eine Vielzahl an Produkten mit Mariendistel. Am meisten werden Kapseln angeboten. Die Kapseln weisen verschiedene Inhaltsstoffe und den Gehalten an Silymarin auf. Da die Kapseln hĂ€ufig zur Regeneration der Leber eingenommen werden, sollte bei den Kapseln der Gehalt an Silymarin verglichen werden.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Mariendistel als NEM?

Die Verzehrempfehlung der Distel ist abhĂ€ngig davon, ob eine Krankheit akut bekĂ€mpft oder das Mittel prĂ€ventiv eingenommen werden soll. Vor der Einnahme als NEM sollte bei chronischen Erkrankungen ein Arzt oder Heilpraktiker aufgesucht werden. Bei Leberbeschwerden aufgrund von ĂŒbermĂ€ĂŸigen Konsums von Alkohol, Tabletten oder Giftstoffen wird eine Einnahme von 800 mm Silymarin von drei- bis viermal tĂ€glich ĂŒber einen Zeitraum von zwei bis fĂŒnf Wochen empfohlen.

Handelt es sich jedoch um eine Leberzirrhose oder eine andere chronische Erkrankung der Leber empfiehlt sich eine Einnahme von 160 bis 800 mm Silymarin, etwa zwei- bis dreimal tÀglich zu den Mahlzeiten, ein bis zwei Jahre lang. Zur Behebung von Verdauungsproblemen kann tÀglich ein Mariendisteltee oder die Einnahme von Silymarinkapselm mit 200 bis 400 mm ausreichen. Genaue Anwendungs- und Verzehrhinweise befinden sich auf den entsprechenden PrÀparaten.

Gibt es beim Kauf von Mariendistel etwas zu beachten?

Die Mariendistel zĂ€hlt zu den bedeutendsten Heilpflanzen und wird daher hĂ€ufig bei den verschiedensten Beschwerden verwendet. Ihre Wirkung wurde in unterschiedlichsten Studien nachgewiesen. Daher ist die Distel fĂŒr viele AnbaulĂ€nder auch wirtschaftlich bedeutsam. Vor allem die FrĂŒchte werden am hĂ€ufigsten nachgefragt. Die Samen und die Pflanze an sich eher weniger.

Deshalb werden Mariendisteln im eigenen Garten oder auf dem Balkon durch sÀhen von Samen angebaut. Frischpflanzen werden, aufgrund der mangelnden Nachfrage, kaum verkauft.

Samen sind online oder beim FachhÀndler kÀuflich zu erwerben.

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