Die Einnahme von Nahrungseränzung ist kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

Wirkstoff

Laminarin

Autor

Peter Erwin
Chefredakteur Nährstoffe
Laminarin

enthaltene
Wirkstoffe

zu behandelnde
Symptome

recherchierte
Studien

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Was ist Laminarin?

Laminarin ist eine chemische Verbindung, die in der Natur häufig vorkommt. Es handelt sich dabei um ein Polysaccharid. Polysaccharide sind Kohlenhydrate, in denen mindestens 11, oft aber sehr viel mehr Monosaccharide, also einzelne Zucker-Moleküle, gebunden sind. Laminarin ist das Pendant zur Stärke der Pflanzen, die an Land wachsen, innerhalb von Algen. Algen speichern ihre Energie in Form dieses Kohlenhydrats als Energiereserve. In verschiedenen Arten von Algen, wie zum Beispiel in Braunalgen, Fingertang oder auch in Kieselalgen konnten sowohl wasserlösliche Formen des Kohlenhydrats gefunden werden, als auch wasserunlösliche. Ob der Stoff wasserlöslich ist oder nicht, kommt auf den chemischen Verzweigungsgrad an. Dabei gilt, je weniger verzweigt das Polysaccharid ist, umso besser lässt es sich in Wasser lösen.

Zur Verwendung in Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln kann der Stoff am besten aus dem Fingertang gewonnen werden. Die Einnahme des pflanzlichen Kohlenhydrats kann eine Immunantwort zur Folge haben. Laminarine wirken als Gerinnungshemmer und wurden früher zur Behandlung von nervösen Störungen eingesetzt. Braunalgen verwenden solche Polysaccharide, um Energie zu speichern. In seiner reinen Form bei Zimmertemperatur liegt das Kohlenhydrat als beigefarbenes Pulver vor.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Laminarin einnehmen?

Die Medizin nutzt Laminarine als Gerinnungshemmer. Im Pflanzenschutz wird es in Form von Dünger zur Stärkung von Pflanzen eingesetzt, um deren Immunsystem zu unterstützen und zu aktivieren. Ob dies bei Menschen auch funktioniert, ist bisher nicht erwiesen. Der Stoff soll allerdings gute Auswirkungen auf die Darmgesundheit haben.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Laminarin?

Das Polysaccharid unterstützt bei Pflanzen das Immunsystem und macht sie resistenter gegen verschiedene Krankheiten, als auch gegen Pilze, Viren und Bakterien. Es wirkt also immununterstützend, antibakteriell und antiviral. Dies zeigt sich auch in seiner Wirkung bei Pflanzen gegen Graufäule, Mehltau und die Blattfleckenkrankheit.

Doch auch beim Menschen kann der Stoff positive Reaktionen im Körper auslösen, obwohl dies bisher kaum untersucht wurde. Bisher wurden Algen, in denen Laminarin vorkommt, hauptsächlich in Asien als Lebensmittel genutzt. Mittlerweile kennen wir auch in Europa essbare Algensorten, wie zum Beispiel den Seekohl, Kombu, Wakame oder Nori. Alle Sorten von Algen, die essbar sind, bestehen zu einem großen Teil aus Laminarin und Algin. Die molekulare Struktur beider Stoffe ist von den menschlichen Verdauungsenzymen nicht abbaubar. Die Polysaccharide werden deshalb unverdaut wieder ausgeschieden. Deshalb können diese beiden Formen von Kohlenhydraten auch als Ballaststoffe gesehen werden. Algen liefern somit nur sehr kleine Mengen an Nährstoffen und eignen sich nicht als Hauptnahrungsmittel. Sehr wohl eignen sie sich aber als zusätzliches Nahrungsmittel, da sie im menschlichen Organismus gesundheitsfördernde Wirkungen haben.

Bestimmte Arten von Algen, die bereits näher untersucht wurden und in denen Laminarin enthalten ist, wie die Braunalgen, können auf die menschliche Gesundheit unterschiedliche Wirkungen haben. Sie sollen probiotisch wirken, also die Verdauung günstig beeinflussen. Als Probiotika werden Stoffe bezeichnet, die nicht durch Enzyme verdaubar sind, sondern nur durch „gute“ Darmbakterien und auch nicht durch pathogen Keime. Somit werden die guten Darmbakterien gefüttert, die pathogenen werden verdrängt und die Gesundheit der Darmflora wird gefördert. Die Darmflora verändert sich nachweislich. Untersuchungen konnten zeigen, dass Laminarin das Wachstum von Darmbakterien fördert. Hier ist jetzt allerdings die Frage, ob das Polysaccharid unter den Ballaststoffen eine herausragende Stellung einnimmt oder nicht.

Es besteht des Weiteren die Vermutung, dass die Inhaltsstoffe der Algen Gifte, wie zum Beispiel Schwermetalle im Darm binden können. Eventuell können auch Stoffe wie Pflanzenschutzmittel, Cholesterin und Tabakrauch durch die pflanzlichen Kohlenhydrate gebunden und aus dem Körper transportiert werden.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Laminarin auftreten?

Es konnten bisher keine Nebenwirkungen des pflanzlichen Kohlenhydrats im menschlichen Körper festgestellt werden. Da der Stoff allerdings meist als Algenpulver zu kaufen ist, sollten Menschen mit einer Überempfindlichkeit auf Jod bei der Einnahme vorsichtig sein. Außerdem wird ein Verzehr für Schwangere und Stillende und für Kinder unter 12 Jahren nicht empfohlen.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Laminarin, bis sich erste Erfolge einstellen?

Produkte mit Laminarin sollten über mehrere Wochen eingenommen werden, damit sich die Erfolge des pflanzlichen Stoffs auf den Körper zeigen. Insbesondere, wenn damit das Immunsystem und die Darmflora unterstützt werden sollen, kann es ein wenig dauern, bis der Körper reagiert und sich die Zusammensetzung der Keime im Darm verändern kann. Wichtig zu wissen ist hier auch, dass sich die Darmflora wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurück entwickelt, wenn die Einnahme des Polysaccharids eingestellt wird.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Laminarin ?

Laminarin wird aus Algen extrahiert. Es wurde bisher in Braunalgen, Fingertang oder in Kieselalgen gefunden. Die meisten Sorten von Braunalgen leben im Meer, einige wenige auch im Süßwasser. Sie kommen vor allem in kälteren Gewässern vor. Große Unterwasserwälder von Braunen gibt es zum Beispiel an der amerikanischen Küste des Pazifiks.

Der Fingertang gehört ebenfalls zu den Braunalgen und wächst in großen Gebieten im Nordatlantik. Es gibt ihn sowohl in Europa, als auch in Island und Spitzbergen, seine Verbreitung zieht sich bis hin nach Spanien und Nordafrika. In der Nordsee und in der Ostsee kommt er ebenfalls häufig vor, sowie in Grönland und Nordamerika. Auch der Fingertang kann ganze Wälder unter Wasser bilden.

Kieselalgen kommen normalerweise als Plankton vor, deswegen sind sie für Nahrungsergänzungsmittel schwerer zu nutzen als Fingertang. Sie können frei herum schwimmen oder sich auf Steinen ansiedeln. Normalerweise bevorzugen sie saubere Gewässer können aber auch dort vorkommen, wo Überdüngung herrscht.

In Plantagen angebaut wird vor allem der Fingertang. Zum Beispiel in Norwegen gibt es große Algenplantagen, wo die Pflanzen zur Nutzung für den Menschen kultiviert werden.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Laminarin aus?

Das Ausgangsprodukt des probiotischen Polysaccharids sind Algen. Vor allem der Fingertang aus der Gattung der Braunalgen wird zur Verarbeitung in Nahrungsergänzungsmitteln genutzt. Es handelt sich dabei um eine mehrjährige Pflanze, die unter Wasser an Palmen erinnern könnte, denn der Seetang kann über 2 Meter lang werden. Die Pflanze besitzt ein Haftorgan in Form einer Kralle, mit der sie sich am felsigen Untergrund verankern kann. Im oberen Bereich besteht die Pflanze aus einem Stiel und mehreren langen Blätter. Die Stiele sind flach und elastisch und haben eine glatte Oberfläche. Sie können bis zu 40 cm lang werden und einen Durchmesser von 2 cm haben. Eine Rinde umgibt dabei den Zentralkörper. Die Blätter der Pflanze sind braun und lederartig und können bis zu 1,5 m lang und bis zu 50 cm breit werden. Sie sind geteilt wie Finger, daher auch der Name dieser Sorte von Seetang.

Trivialnamen

Unter welchen Namen ist Laminarin noch bekannt?

Laminarin ist auch unter dem Namen Laminaran bekannt. Ansonsten gibt es keine weiteren Bezeichnungen.

Funktionsweise​

Wie ist die Funktionsweise von Laminarin?

Die genaue Wirkung des Polysaccharids am Menschen ist noch nicht erforscht worden. Allerdings gibt es Erkenntnisse zur Wirkung bei Säugetieren. Da ähnliche Stoffe wie das Laminarin auch in Pilzen und Hefen vorkommen, wird vermutet, dass das Immunsystem den Stoff als bekannt erkennt und darauf reagiert. Die Laminarin-ähnlichen Stoffe bewirken, dass das Immunsystem schnell reagiert und beginnt, Erreger zu bekämpfen. Im Tierversuch wurde außerdem festgestellt, dass das Polysaccharid Wachstum beschleunigen kann und zu einer verbesserten Futterverwertung führt. Schon bei geringen Mengen des Wirkstoffs im Futter kam es zu diesem Effekt. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass Niere und Leber durch die Nahrungsergänzung definitiv nicht beeinträchtigt waren. Im Tierversuch konnte auch eindeutig nachgewiesen werden, dass sich die Darmgesundheit durch die Gabe des Stoffes verbessert. Es konnte auch eine Verminderung von schlechten Bakterien, wie zum Beispiel Salmonellen, im Darm festgestellt werden. Dies wird durch den pflanzlichen Stoff erreicht, da er ähnlich wie Ballaststoffe wirkt. Der positive Effekt auf das Immunsystem wird wohl über die Reaktionen im Darm ausgelöst. Im Tierversuch konnte auch bereits nachgewiesen werden, dass bei einer Gabe von Laminarin sich die Gabe von Antibiotika verringern lässt, ohne dass daraus ein Nachteil entsteht. Angeblich kann der pflanzliche Stoff auch die Bildung von Metastasen verhindern und die Bildung von Darmkrebszellen hemmen.

Ähnliche Wirkstoffe

Gibt es ähnliche Wirkstoffe, die wirken wie Laminarin?

Alle Ballaststoffe, die in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen und auch probiotische Lebensmittel wirken ähnlich wie Produkte aus Algen mit Laminarin. Ballaststoffe sind, wie das Polysaccharid auch, Zuckermoleküle mit komplexem Aufbau. Sie quellen im Darm auf, sorgen für ein Sättigungsgefühl und können nur schwierig oder gar nicht verstoffwechselt werden. Ein sehr bekanntes Nahrungsmittel, das viele Ballaststoffe enthält und bei Verdauungsbeschwerden traditionell eingesetzt wird, ist der Leinsamen. Zusätzlich zu den enthaltenen Ballaststoffen überziehen Wirkstoffe aus dem Leinsamen die Schleimhäute im Magen-Darm-Bereich mit einem Film, der die Schleimhäute schützt.

Probiotische Lebensmittel sind zum Beispiel Joghurt, Kefir, Sauerkraut oder auch saure Gurken, aber auch Apfelessig und Käse zählen dazu. Probiotische Lebensmittel helfen sowohl bei Durchfall, als auch bei Verstopfung. Sie bringen die Darmflora wieder ins Gleichgewicht, unterstützen das Immunsystem und verbessern die Abwehr gegen Keime. Auch können sie gegen Darmkrebs vorbeugend wirken. Probiotika müssen allerdings regelmäßig und fortwährend eingenommen werden, denn wenn man sie nicht mehr zuführt, entwickelt sich die Darmflora wieder zurück in ihren alten Zustand. Probiotische Lebensmittel helfen übrigens auch beim Abnehmen.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Laminarin am Markt zu kaufen?

Laminarin ist vor allem in Nahrungsergänzungsmitteln auf Basis von Braunalgen enthalten. Es gibt die Wirkstoffe aus der Braunalge hauptsächlich in Form von Kapseln und Tabletten zu kaufen. Vereinzelt wird auch Pulver aus Algen verkauft.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Laminarin als NEM?

Die Verzehrempfehlung von Laminarin liegt bei 400 mg am Tag.

Gibt es beim Kauf von Laminarin etwas zu beachten?

Wer Laminarin in Nahrungsergänzungsmittel verarbeitet kaufen will, sollte sich die Packungsbeilage oder -aufschrift genau durchlesen. Es könnte sein, dass es dort wichtige Warnhinweise gibt oder dass auf eine Beschränkung für bestimmte Personen hingewiesen wird. Auch ist wichtig, sich anzusehen, ob die Nahrungsergänzungsmittel noch andere Wirkstoffe enthalten und ob deren Wirkungen zu den persönlichen Bedürfnissen passend sind. Wer Medikamente nimmt, sollte auf jeden Fall wissen, dass es auch mit Nahrungsergänzungsmitteln zu Wechselwirkungen kommen kann. In manchen Fällen sollte auch mit dem Arzt gesprochen werden, bevor Produkte, die das Polysaccharid enthalten, eingenommen werden. Vor allem bei Erzeugnissen, die aus dem Ausland kommen, sollte man sich mit den jeweiligen Kennzeichnungspflichten auskennen und prüfen, ob diese eingehalten wurden. Auch sollten die Produkte am besten aus biologischem Anbau stammen und schonend verarbeitet sein, damit keine Wirkstoffe verloren gegangen sein können.

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