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Was ist Hoodia?

Hoodia gordonii ist eine Pflanze, die zu den Sukkulenten gehört, genauer gesagt zur Untergruppe der Seidenpflanzengewächse (Asclepiadoideae). In den letzten Jahren wurde die Pflanze vor allem auf der ganzen Welt bekannt, durch eine mediale Kampagne, die dem Gewächs eine appetithemmende Wirkung zuschrieb. Bisher konnte diese Wirkung aber wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden.

Es handelt sich bei der Pflanze um eine mehrjährige Sukkulente, die Dornen besitzt aber keine Blätter. Zu erwähnen ist hier, dass sie einem Kaktus sehr ähnlich sieht, aber keiner ist. Wenn sie gute Bedingungen vorfinden, können die Pflanzen bis zu 15 Jahre alt und bis zu einem Meter groß werden. Die meisten ihrer Art bleiben allerdings um einiges kleiner. Die Pflanze beginnt ihr Wachstum mit der Bildung eines Stammes, der mit der Zeit bis zu 50 Äste ausbilden kann, die sich am Boden verzweigen. Die Äste haben eine zylindrische Form und können im Durchmesser bis zu 5 cm dick werden. Im August bildet die Hoodia-Pflanze ihre Blüten aus. Pro Gewächs entstehen dabei 1 bis 4 Blüten mit kurzen Stielen. Die Blüten haben 5 Blütenblätter und einen Durchmesser von bis zu 75 mm. Sie erinnern optisch an die Blüten von Petunien. Die Blüten haben für den Menschen einen unangenehmen Geruch nach Verwesung und werden daher gerne von Fliegen bestäubt. Die Pflanze bildet ihre ersten Blütenstände erst nach 5 Jahren aus. Im Oktober bildet das Gewächs Samenkapseln. Nachdem sich die Kapseln geöffnet haben, werden die Samen der Hoodia gordonii durch den Wind verteilt.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Hoodia einnehmen?

Die kaktusähnlichen Sukkulenten mit ihren roten, gelben und braunen Blüten sollen eine starke Stillung von Hunger und Durst bewirken, deshalb werden Hoodia-Produkte mittlerweile als Appetitzügler verkauft. Die hungerstillende Wirkung war in der afrikanischen Kultur schon seit Langem als Legende bekannt. In den 1960-er Jahren sollen Soldaten die appetit- und durststillende Wirkung der Pflanzen entdeckt haben, als sie Einwohner beobachteten, die als Fährtenleser im Angola-Krieg unterwegs waren. Es war auffällig, dass die Einheimischen fast ohne Essen und Trinken auskamen, wenn sie regelmäßig ein Stück Hoodia aßen. Die Wirkung soll am Molekül P57 liegen, das in der Pflanze enthalten ist. Es beeinflusst anscheinend die Wahrnehmung des Gehirns, was den Blutzuckerspiegel betrifft. P57 soll in seiner Signalwirkung auf das menschliche Gehirn bis zu 100.000 Mal stärker sein als beispielsweise Glucose.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Hoodia?

Ureinwohner im südlichen Afrika, die die Pflanze „Kowa“ nennen, benutzen sie schon seit Jahrhunderten, um ihren Hunger zu stillen. Die Pflanze diente ihnen in Zeiten des Hungers und während längerer Jagdausflüge um mit weniger Nahrung auszukommen. Die Jäger mussten das erlegte Wild in ihre Dörfer bringen und sahen deshalb davon ab, auf dem Weg etwas davon zu verzehren. Im Jahr 1977 hat man in Südafrika den Wirkstoff P57 extrahiert, der heute als Appetitzügler bekannt geworden ist. Es handelt sich dabei um ein Steroidglykosid. Im Jahr 1996 wurde dieser Wirkstoff patentiert und eine britische Pharmafirma erwarb die Lizenz auf P57. Zusammen mit Pfizer sollte der Extrakt synthetisiert werden. Pfizer gab dieses Unternehmen dann aber wieder auf, da die Synthese sich als kompliziert herausstellte und Untersuchungen ergaben, dass der Extrakt schädliche Wirkungen auf die Leber haben könnte. Im Jahr 2004 stiegt der Konzern Unilever in die Forschung an den Hoodia-Produkten ein. Nach vier Jahren wurden die Patentrechte dann allerdings wieder nach Südafrika abgegeben, da keine wissenschaftliche Studie die Wirkung des Extrakts eindeutig nachweisen konnte.

Es gab bereits seit 1996 die ersten Berichte über Hoodia. Richtig populär wurde die Wirkung der Pflanze aber erst im Jahr 2004. Vor allem in den USA. Seither gibt es auf dem Markt eine ganze Reihe von Nahrungsergänzungsmitteln, die zum Abnehmen mit P57 geeignet sein sollen. Für die Produktion von Nahrungsergänzungsmitteln gibt es weniger strenge Auflagen als für die von Medikamenten, dies dürfte erklären, warum die Pflanze nach einem Scheitern der medizinischen Verwendung im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel landete. Für Nahrungsergänzungsmittel muss nicht zwingend die Wirksamkeit bewiesen werden. Daher werden bis heute Hoodia-Produkte als Diätpillen verkauft. Sie helfen, die Kalorienaufnahme zu verringern, das Sättigungsgefühl zu erhöhen und können daher eine Gewichtsabnahme zur Folge haben. Es gibt mittlerweile Studien, die dies belegen, die aber wissenschaftlich nicht anerkannt wurden. Was die angebliche Schädigung der Organe durch die Pflanze angeht, so ist nicht eindeutig nachgewiesen, ob dies stimmt oder nicht.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Hoodia auftreten?

Bisher sind die Nebenwirkungen der Pflanze nicht bekannt. Da es keine offiziell zugelassenen Produkte gibt, können die Wirkstoffmengen in Nahrungsergänzungsmitteln mit Hoodia stark variieren oder teilweise sogar komplett fehlen. Daher war es bisher nicht möglich, die Produkte zuverlässig auf Nebenwirkungen hin zu untersuchen. Aussagen über Hoodia-Nebenwirkungen stützen sich rein auf die Erfahrungen von Konsumenten. Einige berichten über Übelkeit und Erbrechen, einen erhöhten Blutdruck und schnelleren Puls. Auch die Frage nach einer Schädigung der Leber und anderer Organe durch Hoodia steht bisher noch im Raum.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Hoodia, bis sich erste Erfolge einstellen?

Zuverlässige Aussagen über die Anwendungsdauer von Hoodia gibt es bisher nicht, da Produkte in ihrer Hoodia-Konzentration sehr unterschiedlich sein können. Dadurch ist die Wirksamkeit sehr schwer einzuschätzen und konnte bisher nicht wissenschaftlich untersucht werden.

Reporter der BBC stellten in einem Selbstversuch fest, dass nach dem Verzehr der Hoodia-Pflanze in der Menge einer halben Banane für 24 Stunden kein Appetit mehr vorhanden war. Das bedeutet, dass sich die appetitzügelnde Wirkung der Pflanze unmittelbar nach dem Verzehr einstellen sollte. Wie lange ein Nahrungsergänzungsmittel mit P57 von einzelnen Personen eingenommen werden muss, um Erfolge zu erzielen, hängt wohl von der Zielsetzung in Bezug auf die Gewichtsabnahme und von den persönlichen Gegebenheiten, wie dem Stoffwechsel und der Bewegung jedes Einzelnen ab.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Hoodia ?

Hoodia kommt auf dem gesamten afrikanischen Kontinent, wie zum Beispiel in der Kalahari-Wüste vor, ganz besonders oft im südlichen Namibia bis hin zum Nordkap. Die Pflanze benötigt ein warmes, trockenes Klima mit viel Sonne. Sie wächst auf durchlässigen, mineralischen Böden, die keine Feuchtigkeit speichern. Die Pflanze kann nur sehr schwer angebaut werden, weshalb sie oft in der Natur illegal geerntet wird und deshalb mittlerweile vom Aussterben bedroht ist.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Hoodia aus?

Hoodia sieht aus wie ein Kaktus, ist aber tatsächlich ein Sukkulent. Die Pflanze bildet zunächst eine Stamm aus, an dem sich Nebenäste bilden können. Sie besitzt außerdem Stacheln, weshalb sie oft mit einem Kaktus verwechselt wird. Hoodia-Pflanzen können bis zu einem Meter groß werden, bleiben aber oft kleiner. Ihre Blüten bildet die Pflanze im August aus. Hoodia-Blüten haben 5 Blütenblätter und können im Durchmesser bis zu 75 cm erreichen. Pro Pflanze wachsen normalerweise 4 bis 5 Blüten. Der Sukkulent bildet seine Samen im Oktober innerhalb einer Samenkapsel.

Trivialnamen

Unter welchen Bezeichnungen ist Hoodia noch bekannt?

Die wissenschaftliche Bezeichnung der Pflanze ist Hoodia gordonii. Die Ureinwohner im südlichen Afrika nennen sie Kowa, Ikhowab oder auch Aasblume, wegen ihres unangenehmen Geruchs. Weitere Namen oder Bezeichnungen für Hoodia gibt es nicht.

Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe sind in Hoodia enthalten?

Der für die appetitzügelnde Wirkung verantwortliche Inhaltsstoff ist P57. Bei dem Stoff handelt es sich um ein Steroidglykosid. Was die sonstigen Inhaltsstoffe von Hoodia-Nahrungsergänzungsmitteln angeht, können verschiedene Inhaltsstoffe vorhanden sein. Bei vielen Produkten handelt es sich aber ausschließlich um ein Pulver, das aus der gemahlenen Pflanze besteht, innerhalb einer Kapsel.

Ähnliche Superfoods

Gibt es ähnliche Superfoods, die wirken wie Hoodia?

Es gibt eine ganze Reihe von Superfoods, denen eine appetitzügelnde Wirkung nachgesagt wird. Bei vielen davon wird nicht nur der Appetit gehemmt, sondern auch die Aufnahme von Fetten im Körper blockiert. Wirkstoffkombinationen aus 5-Hydroxy und L-Tryptophan sind eine Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin und regen Stoffwechsel und Fettverbrennung an.

Produkte mit Chlorella-Pulver sollen ebenfalls eine appetitzügelnde Wirkung haben. Das Pulver wird aus dunkelgrünen Algen gewonnen, die in Asien wachsen. Dort sind schon seit langem die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Algen im Allgemeinen bekannt. Algen haben einen der höchsten Anteile an Chlorphyll überhaupt.

Ein bekannter Appetitzügler ist auch Ingwer. Er zügelt den Appetit auf natürliche Weise durch die Anregung der Geschmacksnerven im Mund. Gleichzeitig kurbelt er durch seine Schärfe den Stoffwechsel an.

Auch Chili ist für eine appetitzügelnde Wirkung bekannt, kurbelt den Stoffwechseln an und begünstigt die Fettverbrennung. Je weniger der Körper an die scharfen Schoten gewöhnt ist, umso mehr Effekt können sie bringen. Seine Wirkung erhält Chili durch den Wirkstoff Capsaicin, der übrigens auch im Cayennepfeffer enthalten ist.

Die Pfefferminze kann die Lust auf Zucker verringern. Erreicht wird dies durch die enthaltenen ätherischen Öle.

Ein weiterer pflanzlicher Appetitzügler ist die Geißraute. Sie kommt aus Südeuropa und enthält als Wirkstoff Galegin, eine Art pflanzliches Insulin. Durch die Einnahme von Galegin wird der Insulinspiegel gesenkt und gleichzeitig der Blutzucker. Außerdem kommt es zu einer Ausscheidung von Harnzucker. Wenn der Blutzuckerspiegel niedrig ist, vermindert dies auch das Hungergefühl. Gleichzeitig verhindert die Geißraute die Einlagerung von Fetten und sorgt für einen niedrigen Cholesterinspiegel.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Hoodia am Markt zu kaufen?

Hoodia ist in Form von Kapseln, als orales Spray, als Serum, zum Trinken in flüssiger Form oder auch als Pulver erhältlich.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Hoodia als NEM?

Eine gute Nahrungsergänzung durch Hoodia kann die Nahrungsaufnahme um bis zu 60% reduzieren. Dazu werden zwei Mal am Tag 300 bis 500 mg Hoodia empfohlen. In der Gesamttagesdosis also 600 bis 1.000 mg. Die Einnahme sollte auf leeren Magen erfolgen. Grundsätzlich ist die Höhe des Verzehrs von individuellen Faktoren abhängig. Oft wird empfohlen, in den ersten Tagen den Verzehr ein wenig zu steigern und ihn anschließend zu vermindern. Es kann sein, dass Konsumenten einen trockenen Mund bekommen oder gar Übelkeit verspüren. In solchen Fällen sollte die Dosierung vermindert werden. Ergänzend zu einem Verzehr von Hoodia wird empfohlen, viel Wasser zu trinken.

Gibt es beim Kauf von Hoodia etwas zu beachten?

Wer Hoodia-Produkte kauft, sollte wissen, dass die Pflanze unter internationalem Artenschutz steht. Das hat zur Konsequenz, dass mit Produkten der Art nur gehandelt werden darf, wenn die Naturverträglichkeit innerhalb der Herkunft der verwendeten Pflanzenteile belegt werden kann. Es besteht außerdem eine Einfuhrgenehmigungspflicht. Wer Produkte aus Hoodia innerhalb der EU verkauft, muss nachweisen können, dass die Produkte auf legalem, genehmigtem Weg eingeführt wurden. Daher muss auf die Legalität der Produkte vor allem dann geachtet werden, wenn sie über das Internet gekauft werden und aus einem Nicht-EU-Staat kommen. Hoodia-Produkte, die über das Internet gehandelt werden, unterliegen keinen geprüften Qualitäts-Standards. In vielen EU-Staaten gehören sie zu den am öftesten vom Zoll beschlagnahmten Produkten. Des Weiteren sind viele Fälschungen im Umlauf und einige der angebotenen Hoodia-Produkte sollen überhaupt keinen Wirkstoff enthalten.

Unsere Produkt-Empfehlung für Hoodia
Sabrina Laidner

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