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Was ist Glucosamin?

Glucosamin ist ein nat√ľrlich vorkommender Aminozucker, der sich im K√∂rper vor allem in dem Bindegewebe, Knorpel und Gelenkfl√ľssigkeit wiederfindet. Je √§lter man wird, desto weniger Glucosamin findet sich in unserem K√∂rper wieder. F√ľr die Verwendung als Nahrungserg√§nzungsmittel wird es jedoch oft industriell aus Krebstieren gewonnen. Es geh√∂rt zu den Wirkstoffklassen des Antirheumatikum und wird f√ľr die Behandlung von Arthrose/Osteoarthritis verwendet. Die klinische Wirksamkeit ist bei Wissenschaftlern sehr umstritten und wird deshalb nicht als Arzneimittel in einigen L√§ndern zugelassen (zum Beispiel in der Schweiz). Es ist in Wasser und hydrophilen L√∂sungsmitteln sehr einfach l√∂slich. Es ist moderat l√∂slich in siedendem Methanol und kaum l√∂slich in kaltem Methanol oder Ethanol. Es ist praktisch unl√∂slich in Ether oder Chloroform. Die Struktur ist sehr √§hnlich zu Glucose (der einzige Unterschied ist eine Aminogruppe, die eine Hydroxygruppe ersetzt).

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Glucosamin einnehmen?

Der Wirkstoff hat eine Vielzahl von Verwendungsm√∂glichkeiten. Es wird zum Beispiel f√ľr den Schutz der Knorpel in dem K√∂rper verwendet. H√§ufig wird es hier mit Chondroitin kombiniert. Glucosamin peroral wird bei einer moderaten Arthrose/Gelenkabnutzung als Arznei benutzt. Der Wirkstoff wird auch gegen Osteoarthritis verwendet. Es soll gegen die Schwellung, Steifigkeit und Schmerzen des Gelenkes helfen. Eine weitere wichtige Funktion des Wirkstoffes ist die Hemmung und die Verz√∂gerung von dem Abbau der Knorpelmatrix. Obwohl einige Studien in kleinen Patientengruppen den Knorpelsch√ľtzenden und Knorpelaufbauenden Effekt feststellten, gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege f√ľr die Wirksamkeit in dieser Hinsicht. Vor allem die Wirkung gegen Schmerzen wird in Frage gestellt.

Au√üerdem weist Glucosamin in vitro auch einen anti inflammatorischen Effekt auf. Einige Studien an M√§usen und vereinzelten Menschen zeigt auch einen positiven Effekt auf die Lebensdauer auf. Es ist nicht wissenschaftlich erwiesen, jedoch kann es mit der Verbesserung der Entz√ľndungsparameter im Blut zusammenh√§ngen.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Glucosamin?

D – Glucosamin/Glucosamin – 6 – Phosphat wird in unseren eigenen K√∂rperzellen von Glutamin und Fructose-6-Phosphat durch das Enzym Glucosamin Synthase/Glutamine ‚ÄĒ Fructose – 6 – Phosphat transaminase hergestellt. Jedoch desto √§lter man wird, desto weniger ist das Enzym aktiv und deshalb nimmt die Konzentration von Glucosamin deutlich ab. Da es eine wichtige Funktion im Aufbau und der Struktur eines gesunden Knorpels tr√§gt, f√ľhrt eine niedrige Konzentration zu einer instabilen und rissigen Struktur und einer Degeneration des Organs. Dies ist ein sehr wichtiger Risikofaktor f√ľr Arthrose. D – Glucosamin/Glucosamin – 6 -Phosphat ist au√üerdem ein wichtiger Baustein f√ľr die Produktion von Glykosaminoglykans. Es wird vermutet das D – Glucosamin die Synthese reguliert und stimuliert. Es hemmt dazu auch noch verschiedene Entz√ľndungsmediatoren. Glucosamin – 6 – Phosphat ist das erste Produkt des Hexosamine Biosynthetischen Stoffwechselweg. Das Endprodukt dieses Stoffwechselweges ist Uridin Diphosphate N – acetylglucosamin (UDP – GlcNAc). Es wird dann benutzt um Glykosaminoglykane, Proteoglykans und Glykolipide herzustellen. Die wichtigsten Funktionen von Glykosaminoglykane und Proteoglykane sind deren wichtige Beitr√§ge zu der Stabilisierung und Flexibilit√§t des Knorpelgewebes. Sie dienen zu der Produktion der Knorpelschicht zwischen den Gelenken und haben so eine wichtige Polsterfunktion w√§hrend unterschiedliche Bewegungen des Gelenkes. Wenn es zu einer niedrigen Konzentration von Proteoglykanen und Glyksosaminoglykans kommt fehlen der Knorpelmatrix N√§hrstoffe. Das f√ľhrt zu einem Verlust der Elastizit√§t, da das Gewebe immer d√ľnner und d√ľnner wird. Dies ist die pathologische Grundlange von Arthrose und Bandscheibenvorf√§lle.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Glucosamin auftreten?

In der normalen oralen Menge von bis zu 1500 mg haben Studien mit einer Laufzeit von 3 Jahren keine erheblichen Nebenwirkungen feststellen k√∂nnen. In h√∂heren Dosierungen oder in Menschen mit Krebsallergien kann es jedoch zu einer Vielzahl an Nebenwirkungen kommen. Die Nebenwirkungen belaufen sich von Bauchschmerzen, Darmverstopfungen, Durchfall, Kopfschmerzen bis hin zu Hautausschl√§gen. Andere Nebenwirkungen sind √úbelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Geschmacksst√∂rungen, M√ľdigkeit und allergische Reaktionen. Es kann auch eine Hypercholesterin√§mie auftreten oder Asthma verursacht werden. Der Wirkstoff kann au√üerdem den Blutzuckerspiegel beeinflussen und wird deshalb f√ľr Personen mit Diabetes oder niedriger Glukosetoleranz nicht empfohlen. Wenn es genutzt wird, sollte der Blutzuckerspiegel gr√ľndlich und h√§ufig untersucht werden. Der Wirkstoff weist auch einige Interaktionen mit anderen Medikamenten auf. So sollte es zum Beispiel nicht zusammen mit Blutgerinnungshemmer eingenommen werden, da es den Quick – Wert erh√∂ht. Das f√ľhrt dazu das es die Wirkung der Medikamente (zum Beispiel Warfarin) verst√§rkt und es so zu starken und lebensbedrohlichen Blutungen kommen kann. Da es noch keine ausreichenden Studien √ľber die Nebenwirkungen f√ľr Schwangere, Kinder und Jugendliche gibt, sollte auf die Einnahme in diesen Personengruppen verzichtet werden.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Glucosamin, bis sich erste Erfolge einstellen?

Die Anwendungsdauer als Medikation ist relativ lange, da sich die positiven Effekte auf den Knorpel erst relativ sp√§t zeigen.Das ist auf den sehr langsamen Stoffwechsel des Knorpels zur√ľckzuf√ľhren. Die Dauer h√§ngt von den gew√ľnschten Ergebnissen ab:

– f√ľr eine Entz√ľndungshemmung und Schmerzlinderung werden mindestens 3-6 Monate empfohlen

– f√ľr eine Verbesserung der Knorpeldicke werden mindestens 18 Monate empfohlen.

Dies bedeutet das der Konsument sich auf eine lange Wartezeit einstellen muss bis es zu den ersten erhofften Erfolgserlebnissen kommen kann. Nach 1-2 Monaten k√∂nnen jedoch leichte Verbesserungen auftreten, die oft als Motivation f√ľr weiteres regelm√§ssiges nehmen dienen. Die Tagesdosis sollte in drei Rationen von 500mg mit viel Wasser vor dem Essen eingenommen werden.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Glucosamin ?

Der Wirkstoff wird meist aus marinen Krustentieren wie Krebsen und Garnelen gewonnen. Der Grund daf√ľr ist, dass das Chitin was im Exoskeletten zu finden ist, ein Polymer aus N – Acetyl – D – glucosamin ist. Dieser Vorgang wird auch als industrielle Gewinnung des Wirkstoffes beschrieben. Die biologische Form von dem Wirkstoff wird von dem Pilz Aspergillus niger gewonnen. Der Pilz wird √ľblicherweise auf gro√üen Maiskulturen gedeiht bevor der Wirkstoff gewonnen werden kann. Der Vorteil der biologischen Form gegen√ľber der industriellen Form ist die Vertr√§glichkeit f√ľr Schalentierallergiker und Vegetarier. In vitro Synthese ist die dritte und mit Abstand seltenste Art den Wirkstoff herzustellen.

Der Wirkstoff ist auch ein wichtiger Baustein von unzähligen anderen Stoffen, wie zum Beispiel:

РHyaluronsäure

– Heparinen

– Chondroitinsulfat

– Glykosaminoglykanen.

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Glucosamin aus?

Auf nat√ľrlicherweise wird Glucosamin durch biologische Methoden aus Fructose – 6 – phosphat und Glutamin gewonnen. Jedoch wird es als Nahrungserg√§nzungsmittel meist auf industrieller Weise von Chitin durch eine Deacetylierung und einer Hydrolyse (des Polymers zu Monomeren) in hei√üer Salzs√§ure hergestellt. Chitosan w√ľrde durch die alleinige Deacetylierung entstehen, wobei N- Acetylglucosamin geformt werden w√ľrde, w√ľrde es nur zu einer Hydrolyse kommen. Normalerweise wird Chitin als Sekund√§rrohstoff von Krustentieren ( zum Beispiel Krabben oder Garnelen) gewonnen. Chitin kann jedoch auch von unterschiedlichsten Insekten (h√§ufig Bienen) oder aus mehreren Pilzarten (zum Beispiel Aspergillus niger) hergestellt werden. Glucosamin tritt sehr h√§ufig auch als Salz, zum Beispiel als Hydrochlorid oder als Sulfat, auf.

Trivialnamen

Unter welchen Namen ist Glucosamin noch bekannt?

Der internationale Freiname f√ľr Glucosamin (C6H13NO5) lautet 2-Amino-2-desoxy-őĪ/ő≤-D-glucopyranose. Jedoch basierend auf den Verkauf in unterschiedlichen L√§ndern hat es einige Handelsnamen. Diese lauten zum Beispiel:

– Dona (D)

– Flexove (A)

– Glucosana (D)

– Leka (D)

– Progona (D, A)

– Voltaflex (A)

– A.Vogel Glucosamin Plus (CH)

– pro sana Glucosamin plus (CH)

– Dolex (D)

√Ąhnliche Wirkstoffe

Gibt es ähnliche Wirkstoffe, die wirken wie Glucosamin?

Ein wichtiger Wirkstoff, der √§hnlich ist, ist Chondroitin. Chondroitin wird oft zusammen mit Glucosamin f√ľr die Behandlung von Gelenkbeschwerden benutzt. Es bindet im Gewebe an Eiwei√üe und ist auch ein wichtiger Bestandteil des Knorpels, der Knochen und des Bindegewebes. Chondroitin wird meist aus der Luftr√∂hre von Rindern, aus Schweineohren und aus Haifischknorpeln gewonnen. Bei Chondroitinsulfat besteht keine Gefahr bei Personen mit Schalentierallergie. Jedoch bergt es ein Risiko f√ľr Personen mit Fischeiwei√üallergie, da es aus Fischgewebe gewonnen werden kann. Die Dosierung von Chondrioitinsulfat bel√§uft sich auf 730 – 1000 mg am Tag werden. Zu den Nebenwirkungen z√§hlen Verdauungsst√∂rungen, Bauchschmerzen, √úbelkeit und Durchfall. Es k√∂nnen auch Kopfschmerzen und Schwindelgef√ľhl als Nebenwirkungen auftreten.

Andere Medikamente die f√ľr Arthrose benutzt werden sind zum Beispiel Orthomol arthroplus oder Wobenzym.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Glucosamin am Markt zu kaufen?

Es kommt kaum in den meisten Nahrungsmitteln vor. Die einzige M√∂glichkeit eine bestimmte Menge in der Nahrung davon aufzunehmen, w√§re gr√∂√üere Mengen von Knorpelfleisch, Chitin-Panzer von Krabben oder Garnelen zu verzehren. Diese Menge ist jedoch zu gering um einen positiven Effekt f√ľr die Gelenkbeschwerden zu erzielen. Deshalb z√§hlt es zu Nahrungserg√§nzungsmitteln. Als Nahrungserg√§nzungsmittel wird es meist in Form von Kapseln angeboten. Selten wird es auch in der Form von Tabletten oder Fl√ľssigkeiten verkauft. Die drei meisten Verbindungen von Glucosamin in Kapselform sind:

1. GlucosaminHCL/D – Glucosamin-Hydrochlorid

Salze sind sehr gute Binder von Basen wie Glucosamin und deshalb ist der reine Glucosamin Anteil hier sehr hoch. Jedoch gibt es einige Bedenken das es nicht die erhofften Wirkungen zeigt und deshalb wird diese Kombination nicht sehr oft verwendet.

2. Glucosaminsulfat/D – Glucosaminsulfat

Das ist die h√§ufigste Verbindung die genutzt wird, da Sulfate sehr gut darin sind die gro√üen Glucosamin Molek√ľle durch die Biomembranen zu transportieren. Die Sulfate haben auch den Vorteil ihrer schwefligen Eigenschaft. Schwefel wird leicht in das Gewebe des Knorpels integriert. Die Verbindung hat auch eine sehr hohe Bioverf√ľgbarkeit.

3. N- Acetylglucosamin

Diese Form von Glucosamin und Essigs√§ure findet kaum Verwendung. Es hat eine sehr geringe Bioverf√ľgbarkeit und auch die positiven Effekte auf die Gesundheit sind sehr gering.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Glucosamin als NEM?

Glucosamin als Element findet sich oft in Kombinationsprodukten wie zum Beispiel in Glucosaminsulfat wieder. F√ľr einen positiven und wirkungsvollen Effekt wird eine Tagesdosierung von 1,5 g Glucosaminsulfat empfohlen. Die Dosis von reinem Glucosamin sollte sich auf rund 1,2 g belaufen. Eine Dosis von mehr als 1,5 g reinem Wirkstoff wird nicht empfohlen, da es vermehrt zu Nebenwirkungen kommen kann.

Gibt es beim Kauf von Glucosamin etwas zu beachten?

Die beste Form das Nahrungserg√§nzungsmittel einzunehmen ist die Kapselform. Glucosaminsulfat/D-Glucosaminsulfat ist bevorzugt, da es eine hohe Bioverf√ľgbarkeit und einen hohen Anteil von reinem Glucosamine besitzt. Eine Dosis von √ľber 1500 mg wird nicht empfohlen, da es zu erheblichen Nebenwirkungen kommen kann.

Durch fehlende Studien wird die Einnahme von Glucosamine bei Personen mit Schalentierallergie, Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren und von Schwangeren oder Stillenden nicht empfohlen. Andere Kontraindikationen beinhalten:

Рälteren Menschen

Рeingeschränkter Leber- und Nierenfunktion

– Diabetes mellitus/Glucoseintoleranz)

– Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen

– bronchiales Asthma

Рdas Einnehmen von oralen Vitamin- K РAntagonisten (zum Beispiel Warfarin) zu sich nehmen (durch erhöhtes Blutungsrisiko)

Рdas Einnehmen von Tetrazyklinen (erhöhtes Risiko von Nebenwirkungen, da es zu einer ehöhten Serumkonzentration des Antibiotikums kommen kann).

In allen oben genannten F√§llen sollte die Einnahme von Glucosamine nur in Absprache mit einem Arzt und unter Aufsicht eines Arztes erfolgen. Der Verbraucher sollte immer die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht f√ľr Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika und Lebensmittel beachten.

Unsere Produkt-Empfehlung f√ľr Glucosamin
Peter Erwin
  • Chefredakteur f√ľr N√§hrstoffe empfiehlt

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Quellen zu diesem Beitrag
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