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Resveratrol

„Ein Glas Rotwein am Tag ist gut fĂŒr die Gesundheit!“
Diesen Satz hat wohl jeder schon einmal gehört oder gelesen. Aber ist das wahr und was hat Resveratrol damit zu tun? WĂ€hrend man mit epidemiologischen Studien die Auswirkungen unser Lebensweise auf die Gesundheit und die Lebenserwartung beobachtete, machte man folgende Beobachtung die Resveratrol auf den Bildschirm der Forscher brachte. In Frankreich, ein Land in dem gut und viel gegessen wird, der Anteil an Rauchern war damals im Durchschnitt höher als in vielen anderen europĂ€ischen LĂ€ndern und den USA. Trotzdem lag das Risiko fĂŒr Erkrankungen des Herzens und vor allem Herzinfarkten deutlich niedriger als in den VergleichslĂ€ndern.

Man machte sich auf die Suche daran einen Zusammenhang zu finden. Man kam auf unglaubliche Vermutung das Rotwein eine Rolle spielen könnte. Die Franzosen trinken im Schnitt deutlich mehr dieses alkoholischen GetrĂ€nkes aus Trauben zu sich als zum Beispiel die deutschen BundesbĂŒrger. Man kann zum Schluss das der hohe Rotweinkonsum das Cardio-VaskulĂ€re System schĂŒtzt und der Wirkstoff im Rotwein, das Resveratrol dafĂŒr verantwortlich ist.

Resveratrol – Wirkstoff aus Rotwein

Resveratrol ist kommt HauptsĂ€chlich in der Schale und dem Kern von Trauben vor. Im Rest des Weinstocks lĂ€sst sich zwar auch Resveratrol nachweisen. Der Gehalt ist jedoch Ă€ußerst gering. Das Resveratrol wirkt in der Pflanze als Teil deren Immunsystems, die wissenschaftlich korrekte Bezeichnung dafĂŒr ist Phytoalexin. Die Hauptaufgabe des Resveratrols hierbei ist der Schutz der Pflanze vor Infektionen. Das Resveratrol bekĂ€mpft dabei nicht nur Viren, sondern auch Pilze und Viren. Die hellen Trauben enthalten ĂŒbrigens auch Resveratrol, durch den unterschiedlichen Produktionsprozess enthĂ€lt der fertige weiße Wein aber weniger als Rotwein.
Resveratrol gehört zu den Polyphenolen, das sind bioaktive Substanzen die zu den sekundĂ€ren Pflanzenstoffen gerechnet werden. Schon viel dieser Substanzen haben sich mit der Zeit als fĂŒr den Menschen positiv herausgestellt. Die bekannteste ist wohl ECGC (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17906191) aus dem berĂŒhmten grĂŒnen Tee. Einige Polyphenole wirken antoxidativ, andere EntzĂŒndungshemmend oder krebsvorbeugend (in-vitro). Das Wirkspetrum ist also sehr weit gefĂ€chert, dementsprechend waren die Forscher daran interessiert dem Nutzen von Resveratrol weiter auf den Grund zu gehen.
Im nĂ€chsten Absatz werden wir uns sehr genau und ausfĂŒhrlich mit den in Studien bewiesenen Wirkungen und Vorteil von Resveratrol beschĂ€ftigen. Wir werden hier ihnen deutlich machen ob und welche Vorteile die Nutzung von Resveratrol als NahrungsergĂ€nzung haben kann. Dabei fassen wir die komplizierten Studientexte verstĂ€ndlich zusammen und zitieren die wichtigsten Stellen der Erkenntnisse.

Erkenntnisse zu Resveratrol

Auswirkungen auf Krebszellen

Bei Versuchen im Reagenzglas (In-Vitro) konnte Reservatol mehrfach sein Potenzial im Kampf gegen das Wachstum von Krebszellen beweisen. Hierzu gibt es Zahlreiche Studien die wir hier zusammengefast prÀsentieren werden. Der nachfolgende Satz stammt aus einem klinischen Versuch des Jahres 2001, hieraus ergibt sich eine positive Beeinflussung bestimmter Signalwege die den Kampf gegen Krebs erleichtern können.
„Taken together, these results point to a general mechanism of apoptosis induction by resveratrol in ALL cells that involves a mitochondria/caspase-9-specific pathway for the activation of the caspase cascade and is independent of CD95-signaling.”

In der folgenden Studie aus dem Jahre 2002 kamen die Forscher zu dem Ergebnis das Resveratrol ab einer bestimmten Dosierung Krebszellen daran hindern kann zu streuen und Kolonien zu bilden.
“Resveratrol at physiological doses can induce a Bax-mediated and a Bax-independent mitochondrial apoptosis. Both can limit the ability of the cells to form colonies.”
Professor Doktor Simone Fulda aus Deutschland, ansĂ€ssig am UniversitĂ€ren Zentrum fĂŒr Tumorerkrankungen/Frankfurt war im Jahr 2004 an einer bemerkenswerten Studie beteiligt, die zu dem Schluss kam das Resveratrol die konventionelle Therapie sĂ€mtlicher Krebsarten positive unterstĂŒtzen kann.
“Thus, this combined sensitizer (resveratrol)/inducer (e.g., TRAIL) strategy may be a novel approach to enhance the efficacy of TRAIL-based therapies in a variety of human cancers.”
Im Labor sind die Hinweis auf eine positive Wirkung gegen Krebs also sehr vielversprechend. Die entsprechenden Studien am Menschen selbst sind aber noch nicht durchgefĂŒhrt oder erst in einem frĂŒhen Stadium (Stand Dez. 2016). Hier sollte man also erstmal abwarten was die kommenden Jahre bringen und das beste hoffen.

bessere Durchblutung und weniger Cholesterin

Die nachfolgende Studie wurde im Jahre 2012 durchgefĂŒhrt. Hier bei ging es um die Auswirkung von Resveratrol auf die Durchblutung und den Cholesterinspiegel. Die Wissenschaftler kamen zu dem eindeutigen Schluss das Resveratrol die Funktion der linken Herzkammer verbessert, den LDL- Cholesterinspiegel senkt und somit auch vorbeugend eine interessante Substanz gegen koronale Herzerkrankungen ist.
“Our results show that resveratrol improved left ventricle diastolic function, endothelial function, lowered LDL-cholesterol level and protected against unfavourable hemorheological changes measured in patients with coronary artery disease (CAD).”

Resveratrol kann den Blutdruck senken

Aus dem Jahr 2011 stammt eine Studie die sich mit der Wirkung von Resveratrol auf den Blutdruck beschÀftigte. Leider war die Testgruppe mit 11 Personen sehr klein. Die Aussagekraft ist dementsprechend eingeschrÀnkt, es war allerdings eine Placebo kontrollierte Studie daher haben wir sie trotzdem hier aufgenommen. Die Studie kam zu dem Ergebnis das der diastolische Blutdruck durch die Einnahme von Resveratrol sinkt. Das kann bei Menschen mit einem erhöhten Blutdruck positiv sein, ob die Einnahme von Resveratrol vorbeugend hilft steht hier nicht fest.

“Systolic blood pressure dropped and HOMA index improved after resveratrol.”

Durchblutung des Gehirn und kognitive FĂ€higkeiten

Die Studie wollte Aufzeigen ob und wie stark die Durchblutung des Gehirn durch Resveratrol verbessert wird und ob daraus Vorteile fĂŒr die Konzentration oder andere FĂ€higkeiten entstehen. Die Durchblutung wurde zwar deutlich verbessert, die kognitiven FĂ€higkeiten hingegen bleiben unbeeinflusst.
“Cognitive function was not affected.”
“These results showed that single doses of orally administered resveratrol can modulate cerebral blood flow variables.”

Restliche Studien

Wir werden hier nur eine kurze Zusammenfassung ĂŒber die restlichen Studien und beworbenen Wirkungen geben. Weder fĂŒr Erschöpfung, Körperliche Energie, die Stoffwechselrate oder die InsulinsensivitĂ€t wurde Evidenz gefunden. Hersteller die mit diesen Wirkungen werben missbrauchen das Vertrauen des Verbrauchers.

Andere Quellen fĂŒr Reservatol

Auch wenn Resveratrol durch das Vorkommen in Wein berĂŒhmt geworden ist so kommt es doch auch in anderen Quellen vor. Auch ErdnĂŒsse oder bestimmte Beerenarten enthalten Resveratrol. Die erste Extraktion fand aus den BlĂ€ttern der Weißen Lilie statt und das schon 1940. Der höchste Gehalt liegt aber in Polygonum cuspidatum vor. Diese Pflanze wird im allgemeinen als japanischer Knöterich bezeichnet. Die Japaner nenne die Heilpflanze Ko-ko Kon und wird auch in der indischen Arjuveda benutzt. Hier trĂ€gt sie den Namen Darakchasava und ist seit Jahrhunderten in gebrauch. Die meisten am Markt befindlichen Produkte mit Resveratrol basierend auf dem Knöterrich.

Nebenwirkungen von Resveratrol

Es gibt bei den in ĂŒblichen NahrungsergĂ€nzungen keine Berichte zu Nebenwirkungen. Auch in den Humanstudien wurde Resveratrol stets als sehr gut vertrĂ€glich und mild beschrieben. In Tierversuchen an Ratten wurden Dosierungen von 300mg pro/kg durchgefĂŒhrt. Ohne Nebenwirkungen. Die akzeptable tĂ€gliche Dosis fĂŒr einen Menschen mit 65kg wurde mit 390mg reinem Resveratrol errechnet.

Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Achten sie zuerst einmal auf einen deutschen Hersteller und/oder deutschsprachigen Support hat. Das sorgt fĂŒr eine bessere und sichere Kommunikation bei RĂŒckfragen und Problemen. Des weiteren schauen sie sich an das es wirklich um ein Extrakt handelt und aus welcher Quelle es vorliegt. Auch die Konzentration des Extraktes ist wichtig um den Preis beurteilen zu können.
Ein Beispiel: Kapsel 500mg
Knöterich Extrakt (enthÀlt 98%, Reservatol 78%)
Das Gewicht der Kaspel ist also 500mg, NICHT der Gehalt an Resveratrol. Der Gehalt an Resveratrol liegt hierbei 390mg (78% von 500mg). Einige Produkte bieten deutlich kleiner Konzentrationen oder geben diese nicht eindeutig an. Jede Konzentration unter 50% ist unserer EinschĂ€tzung nach nicht zu empfehlen. Hier wird mit gĂŒnstigeren Rohstoffen oder Extraktionsverfahren gearbeitet.
Wir empfehlen außerdem nur Produkte mit reinem Resveratrol zu erwerben. Zusatzstoffe machen das ausrechnen des Bedarfes schwieriger und sorgen dafĂŒr, dass man den Preis schlechter beurteilen kann. Dazu sind viele Zusatzstoffe hĂ€ufig unnötig oder unterdosiert. Das belastet den Geldbeutel und sorgt nicht fĂŒr mehr Wirkung.

Fazit zu Resveratrol

Resveratrol ist eine vielversprechende Substanz die schon einiges ihres guten Rufes unter Laborbedingungen bestĂ€tigen konnte. Wer Resveratrol zur allgemeinen Gesundheitlich ErgĂ€nzung nimmt oder um seinen leicht erhöhten Blutdruck zu bekĂ€mpfen macht sicher keinen Fehler, auch der Cholesterinspiegel profitiert davon. In Hinsicht auf Anti-Aging, Erschöpfun, Kraft und Energie sieht es hingegen dĂŒster aus. Die In-vitro Versuchen gegen Krebszellen lassen einen aufhorchen, bieten aber keinen Grund hier von einem „Heilmittel“ zu sprechen. Das ist BauernfĂ€ngerei und unseriöses Marketing.

Literatur/Quellen/Studien:

Hung, L. M., et al., Cardioprotective effect of resveratrol, a natural antioxidant derived from grapes. Cardiovasc. Res. 47 (2000) 549-555.

 

Crowell, J. A., et al., Resveratrol-associated renal toxicity. Toxicol. Sciences 82 (2004) 614-619.

Unsere Produkt-Empfehlung fĂŒr Resveratrol
Peter Erwin
  • Chefredakteur fĂŒr NĂ€hrstoffe empfiehlt

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Quellen zu diesem Beitrag
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