Die Einnahme von Nahrungseränzung ist kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.

Wirkstoff

Fisetin

Autor

Peter Erwin
Chefredakteur Nährstoffe
Fisetin

enthaltene
Wirkstoffe

zu behandelnde
Symptome

recherchierte
Studien

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Was ist Fisetin?

Fisetin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der v. a. im Holz von Perückensträuchern vorkommt. Aber auch verschiedene Obst- und Gemüsesorten besitzen einen hohen Anteil an dem gelben Naturfarbstoff, wie zum Beispiel Tomaten, Zwiebeln, Kiwi, Apfel oder Traube. Besonders hervorzuheben ist dabei die Erdbeere, die einen sehr hohen Anteil an den Naturstoff besitzt.

Chemisch gehört Fisetin zu den Polyphenolen und wird speziell den sogenannten Flavonoiden („Blütenfarbstoffe“) zugeordnet. Dabei handelt es sich um eine Stoffklasse der Antioxidantien, welche die Zellen vor freien Radikalen beschützen und daher auch in der Humanmedizin Anwendungen finden. Damit hilft der Wirkstoff den oxidativen Stress zu reduzieren und damit u. a. die Funktion der Mitochondrien aufrecht zu erhalten. Wie alle Flavonoide zeigt auch dieser Naturstoff in einer verdünnten Lösung aus Ethanol und Natronlauge eine dunkelgrüne Fluoreszenz, wenn es unter UV-Licht betrachtet wird.

Wissenschaftliche Studien zeigten außerdem, dass Fisetin neuroprotektive Eigenschaften besitzt und das Langzeitgedächtnis verbessern kann.

Anwendungsgebiet

Wann sollte man Fisetin einnehmen?

Es gibt keine akute Krankheit, bei der Fisetin eingenommen werden sollte. Vielmehr handelt es sich bei der Einnahme des Wirkstoffs um eine vorbeugende Maßnahme, um das Gleichgewicht zwischen beschädigten und gesunden Zellen auf ein gesundheitsförderndes Maß zu regulieren. Damit sollte der Wirkstoff vorbeugend zur Reduzierung von oxidativem Stress eingenommen werden, der mit einer Reihe von Krankheiten assoziiert ist.

Wirkung

Welche Wirkung verspricht Fisetin?

Der Naturstoff besitzt verschiedene Wirkungen auf den menschlichen Körper. Zum einem führt es dazu, dass beschädigte oder alternde (seneszente) Zellen beseitigt werden und reduziert damit die Anfälligkeit für altersbedingte Erkrankungen. Damit wird also direkt die Auswirkung des Alterns verzögert. Zum anderen verhindert der Naturstoff, dass Zellen überhaupt erst in einen beschädigten Zustand kommen. Diese Wirkung beruht auf der Aktivierung der sogenannten Autophagie, welche den selbstständigen Abbau von körpereigenen Zellen beschreibt. Dieser Prozess ist für den menschlichen Körper von entscheidender Bedeutung, da er z. B. während der Embryonalentwicklung dafür sorgt, dass sich die Schwimmhäute zwischen den Fingern zurückbilden. Im Erwachsenenalter sorgt die Autophagie dafür, dass alte oder beschädigte Zellen abgebaut werden und deren Inhaltsstoffe gesunden Zellen zur Verfügung stehen.

Durch wissenschaftliche Studien belegt ist außerdem, dass der Heilstoff das Langzeitgedächtnis verbessert und die Konzentration steigern kann. Dabei wird er außerdem schützend auf die Neuronen und fördert ihr Wachstum. In diesem Zusammenhang ist wichtig, dass der Naturstoff die Blut- Hirn- Schranke überwinden kann.

Außerdem kann Fisetin für die Heilung von Osteoporose (Knochenschwund: Verringerung der Knochendichte) genutzt werden. Für die Regulation des Knochenaufbaus sind Osteoblasten und Osteoklasten verantwortlich, wobei Osteoblasten für den Aufbau des Knochengewebes und Osteoklasten für den Abbau des Knochengewebes wichtig ist. Der natürliche Wirkstoff stimuliert sowohl die Aktivität von Osteoblasten und verhindert die Differenzierung zu Osteoklasten und hemmt deren Aktivität. Dies wirkt sich wiederum positiv auf die Knochendichte aus.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Fisetin auftreten?

In Tierversuchen wurden keine Nebenwirkungen des Naturstoffs festgestellt. Wie auch bei allen anderen Wirkstoffen, die als Antioxidans dienen, besteht jedoch trotzdem die theoretische Gefahr der Überdosierung. Antioxidantien beseitigen freie Radikale in den Zellen, die bei einem Überschuss zum Zelltod führen können. Jedoch sind freie Radikale auch bei vielen nicht pathologischen Prozessen in der Zelle beteiligt, so dass der Körper sie im geringen Maße benötigt. Bei einer Überdosierung von Antioxidantien (wie z. B. Vitamin E, beta-Carotin oder Selen) kann es z. B. zu Magen und Darm Beschwerden (Verstopfung, Durchfall, Blähungen) kommen. Außerdem sind Fälle bekannt, bei denen bei einer übermäßigen Dosierung Juckreiz auftritt. Trotzdem sind die genannten Nebenwirkungen äußerst selten und immer auf einen missbräuchlich und weit über der normalen Dosis zugeführten Gebrauch zurückzuführen.

Der Naturstoff besitzt außerdem eine besondere Stellung in der Reihe der Antioxidantien. Während z. B. bei Tierversuchen mit Vitamin E bei einer langfristigen Anwendung die Sterblichkeit leicht erhöht wurde, ist bei Fisetin das Gegenteil der Fall.

Anwendungsdauer

Wie lange ist die Anwendungsdauer von Fisetin, bis sich erste Erfolge einstellen?

Der gesundheitsfördernde Naturstoff wirkt langfristig auf den menschlichen Körper, so dass die Erfolge nicht sofort spür- oder messbar sind. Vielmehr unterstützt der Heilstoff das gesunde Gleichgewicht zwischen dem Absterben beschädigter Zellen und deren Regeneration. Als Antioxidans besitzt es eine vorbeugende Wirkung gegen oxidativen Stress (= freie Radikale in der Zelle), der mit einer Vielzahl an Krankheiten assoziiert ist.

Daher dürfen bei der Einnahme von dem Naturstoff keine sich sofort einstellenden Erfolge erwartet werden. Vielmehr unterstützt der Naturstoff langfristig die Gesundheit und reduziert das Risiko einer Reihe von Krankheiten.

Herkunft

Wo liegt die Herkunft von Fisetin ?

Fisetin ist ein gelber Naturfarbstoff, der zu einem hohen Anteil im Holz des Perückenstrauchs vorkommt (lat. Cotinus coggygria), der auch unter den Namen gewöhnlicher Perückenstrauch, Perückenbaum, Fisettholz, Schmack oder Tiroler bzw. ungarischer Sumach bekannt ist. Für die medizinische und heilbiologische Anwendung wird der Naturstoff daher direkt aus dem Holz des Perückenstrauchs gewonnen.

Aber auch Obst- und Gemüsesorten bestehen zu einem Anteil aus dem Naturstoff und werden daher auch bei einer ausgewogenen zu sich genommen. Insbesondere die Erdbeere weist dabei einen verhältnismäßigen hohen Anteil (160 µg/ g) auf. Andere Lebensmittel sind z. B. Zwiebeln (5 µg/ g), Kiwi (2 µg/ g), Apfel (27 µg/ g), Kaki Frucht (11 µg/ g) oder Trauben (4 µg/ g)

Ausgangsprodukt

Wie sieht das Ausgangsprodukt von Fisetin aus?

Der Perückenstrauch, aus dem der Naturstoff gewonnen wird, wächst v. a. in Südeuropa, im südwestlichen Asien, im nordwestlichen Indien, in Nepal, Pakistan und China. Generell bevorzugt er eher steinige, trockene Hänge mit einer starken Sonneneinstrahlung und kalkhaltigen Boden. Der sommergrüne Perückenstrauch erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 5 m. Je älter er ist, desto breiter wird er, so dass er als Zierpflanze oft gestutzt werden sollte. Besonders beeindruckend sieht der Strauch aus, wenn er im Herbst leuchtend orange bis scharlachrot Blätter trägt. Eine Eigenart des Perückenstrauchs ist, dass die Pflanze entweder männlich oder weiblich sein kann. Für den Gehalt des Naturstoffs spielt dies allerdings keine Rolle.

Trivialnamen

Unter welchen Namen ist Fisetin noch bekannt?

Der Naturstoff Fisetin stammt von seiner ersten Entdeckung in Perückensträuchen, die auch als Fisetholz bezeichnet werden. Umgangssprachlich wird der Naturstoff u. a. auch als Cotinin bekannt. Der Name beruht auf dem lateinischen Namen der Perückensträuchern (Continus coggygria bzw. Rhus contnius).

Chemische Bezeichnungen, die sich auf die Ähnlichkeit mit anderen Stoffen beziehen, sind 3,3‘,4‘7-Tetrahydroxyflavon und 5-Desoxyquercetin. Die IUPAC (International Union of Pure and Applied Chemistry), die jedem Stoff eine einzigartige Benennung (ausgehend von den chemischen Stoffgruppen innerhalb des Moleküls) zuweist, kennzeichnet Fisetin als 2-(3,4-Dihydroxyphenyl)-3,7-dihydroxychromen-4-on.

Funktionsweise​

Wie ist die Funktionsweise von Fisetin?

In Tierversuchen wurde durch wissenschaftliche Studien an Mäusen gezeigt, dass es durch die Einnahme von Fisetin zu einer besseren Gesundheit und sogar zu einer längeren Lebenszeit kommt. In den Tierversuchen war der Effekt darauf zurückzuführen, dass der Anteil von beschädigten Zellen im Körper reduziert wurde. Beispielsweise können Zellen durch äußere Einflüsse wir UV-Licht oder Krankheitserreger geschädigt werden. Bei einem jungen Organismus ist das gesunde Immunsystem selbstständig in der Lage diese kaputten Zellen zu erkennen und zu beseitigen. Mit zunehmendem Alter nehmen allerdings zum einen die beschädigten Zellen zu und zum anderen verlangsamen sich die Prozesse des Immunsystems. Dadurch sammeln sich mit zunehmendem Altem die geschädigten Zellen im Körper an. Nach der Zugabe von Fisetin in das Futter der Mäuse konnten Forscher zeigen, dass u. a. insbesondere Biomarker reduziert wurden, die auf eine Zellalterung hindeuten. Dadurch hatten die Mäuse nicht nur eine längere, sondern auch eine gesündere Lebenszeit und waren weniger anfällig für Krankheiten. Interessant dabei ist, dass dieser Effekt auch bei älteren Mäusen erzielt werden konnte, also sogar im zunehmenden Alter die Gesundheitsspanne und Lebenszeit verlängern konnte. Beim Menschen ist der Naturstoff allerdings noch nicht erforscht; die Ergebnisse an Versuchstieren legen diese Vermutung jedoch nahe.

Der Wirkmechanismus des Naturstoffs beruht dabei auf seiner Funktion als Antioxidans. Antioxidantien sind aufgrund ihrer chemischen Struktur in der Lage freie Radikale im Körper abzufangen und unschädlich zu machen. Freie Radikale kommen vielfach in unserem Körper vor und spielen in einer Vielzahl an biologischen Prozessen eine wichtige Rolle; wenn jedoch zu viele Radikale vorhanden sind, wirkt sich dies negativ auf die Zelle aus und kann zum Zelltod führen. Durch das Unschädlichmachen der freien Radikale besitzt der Naturstoff als Antioxidans somit eine wichtige Aufgabe für die Aufrechterhaltung der Zellfunktion.

Außerdem soll Fisetin positive Auswirkungen auf die Entstehung von Krebs besitzen, die möglicherweise auf die Hemmung von verschiedenen Enzymen beruht, die an der Entstehung von Krebs beteiligt sind.

Für die Funktionsweise der positiven Wirkung des Wirkstoffs auf das Langzeitgedächtnis sind dagegen noch keine Forschungsergebnisse bekannt.

Ähnliche Wirkstoffe

Gibt es ähnliche Wirkstoffe, die wirken wie Fisetin?

Der Naturstoff gehört zu der Gruppe der Flavonoide und damit zu den Antioxidantien. Obwohl auch andere Wirkstoffe aus dieser Klasse in wissenschaftlichen Studien eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den Organismus zeigten, hat Fisetin v. a. aufgrund der verlängerten Gesundheits- und Lebensspanne bei den Versuchstieren eine Sonderstellung. Damit gibt es bis jetzt keinen anderen Wirkstoff, der ähnlich wirkt.

Einnahmeformen

In welcher Einnahmeform gibt es Fisetin am Markt zu kaufen?

Der Naturstoff wird im Handel v. a. als Kapsel verkauft, wobei der Fisetin-Gehalt zwischen 50 mg und 500 mg variiert. Die Kapseln werden während der Mahlzeit eingenommen und lösen sich im Magen auf und geben den Wirkstoff frei.

Verzehrempfehlung

Wie hoch ist die Verzehrempfehlung von Fisetin als NEM?

Es existiert (noch) keine offizielle Verzehrempfehlung an der Menge von Fisetin, das als Ernährungsergänzungsmittel eingenommen wird. Als Richtwert sollten maximal 500 mg Fisetin zusätzlich zur Nahrung eingenommen werden,

Wichtig bei der Einnahme des Naturstoffs ist, dass Curcumin die Glucuronokonjugation von diesem hemmt und dadurch die Bioverfügbarkeit (Anteil eines Wirkstoffs, der unverändert im Blutkreislauf zur Verfügung steht) deutlich um bis zu dem Faktor 30 erhöht wird.

Gibt es beim Kauf von Fisetin etwas zu beachten?

Wie bei allen Ernährungsergänzungsmitteln sollte immer ein Hausarzt aufgesucht werden, wenn z. B. aufgrund von chronischen Krankheiten Medikamente eingenommen werden. Außerdem sollte generell auf Nebenwirkungen geachtet werden – auch wenn bei Fisetin bisher kaum Nebenwirkungen beschrieben sind.

Es wird der Kauf von Kapseln empfohlen und die jeweilige Dosierung aus der Packungsbeilage zu verwenden. Prinzipiell gilt auch bei Fisetin, dass das Produkt nur aus zertifizierter Herstellung erworben werden sollte.

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